Energie

Terra Firma Italienischer Investor stellt Solarkraftwerke zum Verkauf

Italiens größter Solarkraftwerksbetreiber RTR steht künftig zum Verkauf. Der Finanzinvestor Terra Firma will sich von seiner Solar-Sparte trennen. Es könnte der Auftakt für eine Fusionswelle auf dem Solarmarkt werden.
Kommentieren
Der Finanzinvestor Terra Firma will sich Insidern zufolge von seinen in der RTR Rete Rinnovabile gebündelten Solar-Aktivitäten trennen.
Terra Firma stellt Solarkraftwerke zum Verkauf

Der Finanzinvestor Terra Firma will sich Insidern zufolge von seinen in der RTR Rete Rinnovabile gebündelten Solar-Aktivitäten trennen.

Mailand/LondonDer italienische Solarmarkt könnte nach dem Ende der staatlichen Förderung in Bewegung kommen. Der Finanzinvestor Terra Firma will sich Insidern zufolge von seinen in der RTR Rete Rinnovabile gebündelten Solar-Aktivitäten trennen. Der Milliarden-Deal könnte im Januar über die Bühne gehen und ein Schritt zur Konsolidierung des fragmentierten Marktes sein, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Nach Angaben der Insider wird der Wert von RTR auf 1,0 bis 1,2 Milliarden Euro geschätzt.

RTR ist nach eigenen Angaben Italiens größter Solarkraftwerksbetreiber mit 132 Anlagen und rund 330 Megawatt installierter Leistung. Terra Firma hatte die Anlagen ab 2011 von diversen Firmen zusammengekauft so etwa vom italienischen Netzbetreiber Terna, Erg und der französischen EDF.

Die (Schein)-Riesen der Solarindustrie
Platz 15: Solarworld (Deutschland)
1 von 11

Zu Glanzzeiten wurde Solarworld als grüner Börsenstar gefeiert, heute kämpft Deutschlands letzter großer Solarmodulhersteller ums Überleben. Die Bonner meldeten im Frühjahr 2017 Insolvenz an. In den drei konzerneigenen Fabriken produzierte Solarworld 2016 Module mit einer Kapazität von fast 1.400 Megawatt. Nach Berechnungen des Analysehauses IHS landete der einst zweitgrößte Photovoltaikkonzern damit aber aktuell nur noch auf Rang 15.
Jahresproduktion: 1.357 Megawatt

Platz 10: Longi Green Energy (China)
2 von 11

Vom Zulieferer zum Konkurrenten: Früher belieferte das chinesische Unternehmen Longi ausschließlich andere Photovoltaikkonzerne mit Vorprodukten für die Herstellung von Solarmodulen. Seit 2016 produziert der chinesische Konzern aber neben dem Rohstoff Silizium, aus dem jede Solarzelle besteht, auch selbst komplette Module. Longi ist dabei durchaus erfolgreich. Laut eigenen Angaben erwirtschaftete der Konzern 2016 einen Umsatz von umgerechnet 1,5 Milliarden Euro und einen Gewinn von etwa 210 Millionen Euro.
Jahresproduktion: 1.853 Megawatt

Platz 9: Suntech Power (China)
3 von 11

Der chinesische Solarriese Suntech war einst die Nummer eins der Welt. Doch 2013 rutsche der ehemalige Sponsor des Fußballvereins TSG 1899 Hoffenheim in die Insolvenz. Im Frühjahr 2014 wurde Suntech von dem bis dahin kaum bekannten chinesischen Energiekonzern Shunfeng gekauft. Seitdem werden bei Suntech wieder eifrig Module gefertigt.
Jahresproduktion: 1.862 Megawatt

Platz 8: Yingli Green Energy (China)
4 von 11

Den Vermerk „too big to fail“ gibt es nicht nur bei Banken, sondern auch in der Solarindustrie. Der chinesische Solarkonzern Yingli schwebt seit Jahren am Rande der Pleite. Das Unternehmen schreibt seit sechs Jahren Verluste. Allein 2016 betrug das Minus 296 Millionen Dollar bei einem Umsatz von etwa 1,2 Milliarden Dollar. Obwohl Yingli eine gigantische Schuldenlast drückt und ein negatives Eigenkapital in der Höhe von mehr als einer Milliarde Dollar ausweist, will die chinesische Regierung offenbar eine Insolvenz des Konzerns mit allen Mitteln verhindern. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 20.000 Mitarbeiter und ist für die solare Zuliefererindustrie in den Provinzen von enormer Bedeutung. Daher gewährt Chinas Staatsspitze Yingli Finanzspritzen – etwa über ein Bankenkonsortium unter der Führung von Chinas nationaler Entwicklungsbank (NDB). In Deutschland ist Yingli vielen als ehemaliger Sponsor des FC Bayern München ein Begriff.
Jahresproduktion: 2.078 Megawatt

Platz 7: First Solar (USA)
5 von 11

Statt klassischer Module aus Silizium fertigt Amerikas größter Photovoltaikkonzern Paneele mit einer hauchdünnen Schicht aus Cadmiumtellurid. Der Vorteil: Die Dünnschichtmodule sind leichter, flexibler im Einsatz und teils sogar günstiger in der Massenherstellung. 2016 war für First Solar ein Horrorjahr. Bei dem Unternehmen mit Sitz in Tempe in der Nähe von Phoenix brach der Umsatz um gut 20 Prozent ein – auf nur noch 2,9 Milliarden Dollar. Gleichzeitig rutschte der Konzern erstmals seit 2012 wieder tief in die roten Zahlen und weist einen Verlust für 2016 von fast 360 Millionen Dollar aus.
Jahresproduktion: 3.082 Megawatt

Platz 6: GCL (China)
6 von 11

Von den zehn weltgrößten Solarkonzernen kommen gleich acht Unternehmen aus China. Die Zentralregierung in Peking rief vor mehr als einem Jahrzehnt ihre Provinzen zum Aufbau einer eigenen Photovoltaikindustrie auf – und die Provinzen gehorchten. Mit üppigen Zuschüssen wurden überall in China lokale Solarfirmen aus dem Boden gestampft. Unternehmen wie GCL gehören heute nicht nur zu den führenden Photovoltaikkonzernen in China – sie dominieren weltweit.
Jahresproduktion: 3.503 Megawatt

Platz 5: Hanwha Q-Cells (Südkorea)
7 von 11

Einst war Q-Cells der größte Solarzellenhersteller der Welt. Die Firma galt als Börsenstar aus dem Ökokosmos und konnte in seinen Produktionsstätten in Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt gar nicht so viele Module herstellen, wie in den Goldrauschzeiten der Solarindustrie von Kunden bestellt wurden. Doch wegen gekappten Förderungen und dem Aufstieg der Billigkonkurrenz aus Fernost rutschte Q-Cells 2012 in die Pleite. Der südkoreanische Mischkonzern Hanwha rettete das Unternehmen zwar, aber die Produktion in Deutschland wurde 2015 endgültig eingestellt. Heute befindet sich in Ostdeutschland nur noch das Forschungs- und Entwicklungszentrum von Hanwha Q-Cells.
Jahresproduktion: 4.231 Megawatt

Insidern zufolge arbeitet Terra Firma bereits seit neun Monaten mit Beratern, um RTR fit für den Verkauf zu machen. UniCredit, JPMorgan and Jefferies seien mandatiert worden.

Einige Interessenten hätten bereits ein Auge auf RTR geworfen. So könnte wohl EF Solare Italia ein möglicher Käufer sein, ein Gemeinschaftsunternehmen des größten italienischen Versorgers Enel und der Infrastrukturgesellschaft F2i, sagten Insider. Aufgrund deren Größe könnten RTR und EF Solare einen der führenden Solarkraftwerks-Betreiber in Italien schmieden. „Es wird erwartet, dass auch Kanadische Pensionsfonds und chinesische Investoren Interesse anmelden werden.“



Andere Interessenten seien Investmentfirmen wie Quercus Tages wie auch die italienische Erg, sagte ein anderer Insider. Terra Firma, Quercus, Erg and Tages wollten keine Stellungnahme abgeben. Enel hatte in der Vergangenheit erklärt, sich im Bereich erneuerbare Energien nach Zukäufen umzusehen.

RTR setzte 2016 rund 146 Millionen Euro um und verdiente 120 Millionen. Die Verschuldung lag bei rund 900 Millionen Euro.

Handelsblatt Energie Briefing
  • rtr
Startseite

Mehr zu: Terra Firma - Italienischer Investor stellt Solarkraftwerke zum Verkauf

0 Kommentare zu "Terra Firma: Italienischer Investor stellt Solarkraftwerke zum Verkauf"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%