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Energie

Thyssen-Krupp Steel Stahlriese will ohne Entlassungen auskommen

Auch wenn es dem Konzern denkbar schlecht geht, sollen das künftig nicht allein die Beschäftigten zu spüren bekommen. Thyssen-Krupp wird keine betriebsbedingten Kündigungen vornehmen – zumindest nicht im Stahlbereich.
24.04.2013 Update: 24.04.2013 - 17:50 Uhr Kommentieren
Die Eisen –oder wahlweise Stahlstreben – der Beschäftigten sind offenbar noch heiß: der Betriebsrat trotzt dem angeschlagenen Stahlkonzern Thyssen Krupp Zugeständnisse bei der Kürzungspolitik ab. Quelle: dpa

Die Eisen –oder wahlweise Stahlstreben – der Beschäftigten sind offenbar noch heiß: der Betriebsrat trotzt dem angeschlagenen Stahlkonzern Thyssen Krupp Zugeständnisse bei der Kürzungspolitik ab.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Arbeitnehmervertreter von Thyssen-Krupp Steel haben der Geschäftsführung Zugeständnisse beim geplanten Stellenabbau abgerungen. Der Gesamtbetriebsrat und der Vorstand der europäischen Stahlsparte seien sich einig, dass der geplante Jobabbau ohne Entlassungen umgesetzt werde, erklärte Betriebsratschef Günter Back am Mittwoch. "Mit dieser Übereinkunft sind betriebsbedingte Kündigungen bei der Thyssen-Krupp Steel Europe AG ausgeschlossen." Detailfragen müssten noch geklärt werden. Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger will mehr als 2000 Stellen im europäischen Stahlgeschäft streichen.

Der Konzern erklärte, es herrsche Übereinstimmung darin, dass es betriebsbedingte Kündigungen nicht geben solle. "Die Gespräche zwischen Geschäftsführung und Arbeitnehmer-Vertretung werden in den kommenden Tagen und Wochen fortgesetzt und sollen dann in einem Interessenausgleich/Sozialplan münden." Dabei könne es etwa um eine Arbeitszeitverkürzung gehen, sagte Betriebsratschef Back der Nachrichtenagentur Reuters. Klar sei aber, dass die Beschäftigten dann einen Ausgleich für die Lohneinbußen erhalten wollen. Zudem sollten möglichst viele Auszubildende übernommen werden. Wie lange die Gespräche dauern sei offen. "Wir lassen uns nicht treiben."

Konzernbetriebsratschef Wilhelm Segerath erklärte, er gehe sogar davon aus, dass im gesamten Konzern betriebsbedingte Kündigungen nicht in Frage kämen. Thyssen-Krupp äußerte sich dazu nicht. Der Mischkonzern mit rund 150.000 Beschäftigten steht nach einem Verlust von fünf Milliarden Euro erheblich unter Druck. Das europäische Stahlgeschäft leidet unter einer schwachen Nachfrage, im amerikanischen Stahlgeschäft hat der Konzern durch Fehlinvestitionen Milliardensummen versenkt.

Hiesinger hat angekündigt, in den kommenden Jahren mehr als 2000 Jobs im europäischen Stahlgeschäft zu streichen. Rund 1800 weitere Stellen könnten durch den Verkauf von kleineren Stahlwerken aus dem Konzern fallen. Den Prozess hat das Unternehmen nun eingeleitet. Zur Disposition stehen Werke des Bereichs Electrical Steel in Gelsenkirchen mit 620 Mitarbeitern, im französischen Isbergues mit 590 und indischen Nashik mit 610 Mitarbeitern.

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    Darüber hinaus prüft der Konzern die Schließung oder Verlagerung des Weißblechwerks der Tochter Thyssen-Krupp Rasselstein im rheinland-pfälzischen Neuwied. Dagegen laufen Gewerkschafter Sturm. "Thyssen-Krupp muss von der Schließung des Werkes Abstand nehmen", hatte der rheinland-pfälzische DGB-Chef Dietmar Muscheid nach einem Besuch der Anlage am Dienstag erklärt. "Thyssen-Krupp hat sich durch milliardenschwere Fehlinvestitionen in diese Schieflage gebracht. Jetzt sollen die Mitarbeiter die verfehlte Unternehmenspolitik ausbaden. Das werden wir so nicht hinnehmen." Damit verwies er auf die Milliardenverluste, die Thyssen-Krupp bei seinen neuen Stahlwerken in Übersee eingefahren hat. Hiesinger will die Werke in Brasilien und den USA rasch abstoßen.

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