Energie

Trotz Sanktionen Ukraine will russisches Gas weiter transportieren

Die Ukraine möchte Strafen gegen russische Firmen verhängen - auch Transitverbote russischer Güter nach Europa. Doch Gas soll von diesen Sanktionen vorerst ausgenommen sein, so der Firmenchef des Netzbetreibers Naftogaz.
Update: 11.08.2014 - 20:36 Uhr Kommentieren
Auch wenn russische Exportgüter mit Transitverboten belegt werden sollen, soll Gas weiterhin über die Ukraine nach Europa geleitet werden. Einziger Exporteur: Gazprom. Quelle: dpa

Auch wenn russische Exportgüter mit Transitverboten belegt werden sollen, soll Gas weiterhin über die Ukraine nach Europa geleitet werden. Einziger Exporteur: Gazprom.

(Foto: dpa)

KiewDie angestrebten ukrainischen Sanktionen gegen Russland müssen nicht zwangsläufig zu einem Stopp der Erdgas-Lieferungen nach Europa führen. Der ukrainische Gasnetz-Betreiber Naftogaz schlug am Montag ein neues Verfahren vor: Die Europäer könnten das Gas bereits an der Ostgrenze der Ukraine statt wie bislang an der Westgrenze kaufen, sagte eine Naftogaz-Sprecherin der Nachrichtenagentur Reuters. Dann könne die Durchleitung ohne Probleme fortgesetzt werden. Dafür wären jedoch umfangreiche Änderungen an den europäisch-russischen Gasverträgen nötig.

„Naftogaz bekräftigt seine Bereitschaft, den reibungslosen Transport von Erdgas zu den europäischen Verbrauchern fortzuführen”, sagte auch Firmenchef Andrej Kobolew. Einziges Unternehmen, das russisches Gas durch die Ukraine nach Europa liefert, ist Gazprom, das etwa 30 Prozent des dortigen Bedarfs deckt.

Das Parlament in Kiew will am Dienstag über Strafmaßnahmen gegen Russland wegen des Aufstandes pro-russischer Separatisten in der Ostukraine beraten. Diese könnten ausdrücklich auch den russischen Energie- und Bankensektor treffen. Die EU erhält 30 Prozent ihre Erdgases aus Russland, von dem die Hälfte durch die Ukraine fließt. Das Gas kommt derzeit ausnahmslos von Gazprom.

Die Sanktionen könnten es für gewisse Unternehmen unmöglich machen, Gas durch die Ukraine zu bewegen, teilte Naftogaz mit. In der Erklärung wurden weder Russland noch Gazprom beim Namen genannt. Der ukrainische Konzern bekräftigte allgemein seine Bereitschaft, die Weiterleitung von Gas nach Europa sicherzustellen. Eine Stellungnahme von Gazprom lag nicht vor. Eine Sprecherin der EU-Kommission erklärte, der Vorschlag von Naftogaz werde noch geprüft. Gazprom hatte der Ukraine im Juni den Gashahn zugedreht und die Begleichung offener Rechnungen gefordert.

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