Energie

Tschernobyl Grüne Energie für verseuchte Gegend

Der Gegensatz könnte kaum größer sein: Ein durch Atomenergie verseuchter Ort soll jetzt zum Standort für die saubere Energieproduktion werden. Das planen zumindest zwei Unternehmen aus der Volksrepublik.
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30 Jahre nach der Tschernobyl-Katastrophe planen chinesische Unternehmen ein Solarkraftwerk in der verstrahlten Umgebung zu bauen. Der hier gezeigte Stahlbogen soll die Atomruine abdecken und die Ukraine vor weiterer Strahlung schützen. Quelle: dpa
Schutzhülle Tschernobyl

30 Jahre nach der Tschernobyl-Katastrophe planen chinesische Unternehmen ein Solarkraftwerk in der verstrahlten Umgebung zu bauen. Der hier gezeigte Stahlbogen soll die Atomruine abdecken und die Ukraine vor weiterer Strahlung schützen.

(Foto: dpa)

ShanghaiRund 30 Jahre nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl planen zwei chinesische Unternehmen im Sperrgebiet um den immer noch radioaktiv strahlenden Reaktor den Bau eines Solarkraftwerks. Mit den Arbeiten solle im kommenden Jahr begonnen werden, teilte die Firma GCL System Integration Technology mit, die zusammen mit dem Konzern China National Complete Engineering an dem Projekt arbeitet. Der Standort sei bereits mehrfach von eigenen Technikern überprüft worden. Die Ukraine ist immer noch stark von Atomstrom abhängig. Seit kurzem bemüht sich die Regierung in Kiew aber um den Ausbau alternativer Energien.

Chronologie einer Katastrophe
26. April 1986
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Im ukrainischen Atomkraftwerkes Tschernobyl kommt es zum „Größten Anzunehmenden Unfall“ (GAU).Um 1.23 Uhr Ortszeit gerät ein Test außer Kontrolle, Reaktor vier explodiert. Zwei Explosionen zerstören den Meiler, durch die Detonationen reißt das Dach auf. Radioaktive Partikel treten aus.

28. April 1986
2 von 10

In Polen und Skandinavien wird enorm hohe Radioaktivität gemessen, später treten auch in Teilen Deutschlands und anderen Ländern Europas erhöhte Werte auf. Die sowjetische Nachrichtenagentur Tass gibt am Abend bekannt, dass sich in Tschernobyl ein Unglück ereignet hat.

29. April 1986
3 von 10

Die Stadt Prypjat mit 50.000 Einwohnern unmittelbar am AKW-Gelände wird geräumt. Bis heute ist sie eine Geisterstadt.

4. Mai 1986
4 von 10

Behörden beginnen mit der Räumung aller Orte in einer 30-Kilometer-Sperrzone. Insgesamt müssen 400.000 Menschen ihre Heimat verlassen.

6. Mai 1986
5 von 10

Das Moskauer Parteiorgan Prawda nennt erste Einzelheiten zum Unglück. Zugleich kritisiert das Blatt die Reaktion westlicher Staaten. In Deutschland verbieten mehrere Bundesländer den Verkauf von Freilandgemüse und untersagen die Benutzung von Sportplätzen.

14. Mai 1986
6 von 10

Kremlchef Michail Gorbatschow informiert mit einer Fernsehansprache zu Tschernobyl die Öffentlichkeit.

29. September 1986
7 von 10

In Tschernobyl geht Reaktorblock 1 wieder in Betrieb, die Blöcke 2 und 3 folgen im November.

Der Unglücksreaktor soll im kommenden Jahr mit einer 1,5 Milliarden Euro teuren neuen Schutzhülle umschlossen werden. Etwa 30 Kilometer rund um das AKW von Tschernobyl gilt eine Sperrzone. "Wir versuchen die geschädigte Gegend mit grüner und erneuerbarer Energie zu sanieren, das wird beachtliche soziale und wirtschaftliche Vorteile bringen", sagte GCL-SI-Chef Shu Hua. Der Bau der 1-Gigawatt-Anlage in der Ukraine sei Teil der internationalen Expansionspläne. Auch im Heimatland setzen die Chinesen auf durch Umweltschäden verseuchten Boden als Standorte für Solar- und Windkraftanlagen.

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