Energie

Übernahme in der Schweiz Stahlhändler KlöCo kauft wieder zu

Nach längerer Durststrecke stemmt der Stahlhändler Klöckner & Co eine Übernahme: Das Unternehmen erwirbt einen Anteil an der Schweizer Riedo Bau + Stahl. Der Zukauf werde sich „sofort ergebnissteigernd“ auswirken.
Update: 04.03.2014 - 17:23 Uhr Kommentieren
Das Duisburger Unternehmen Klöckner und Co will binnen zwei Jahren auch die übrigen Anteile von Riedo Bau + Stahl übernehmen. Quelle: dpa

Das Duisburger Unternehmen Klöckner und Co will binnen zwei Jahren auch die übrigen Anteile von Riedo Bau + Stahl übernehmen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer Stahlhändler Klöckner & Co stemmt nach längerer Durststrecke wieder eine Übernahme. KlöCo habe einen Anteil von 75 Prozent an der Schweizer Riedo Bau + Stahl erworben, teilte das Duisburger Unternehmen am Dienstag mit. Binnen zwei Jahren wolle KlöCo auch die übrigen Anteile übernehmen. Das „sehr profitable Unternehmen“ habe im vergangenen Jahr mit 180 Mitarbeitern einen Umsatz von knapp 140 Millionen Euro eingefahren. Der Zukauf werde sich „sofort ergebnissteigernd“ auswirken, Riedo solle voraussichtlich vom zweiten Quartal an in die Bücher genommen werden. Zudem passt das Unternehmen in die Strategie von KlöCo-Chef Gisbert Rühl, das Geschäft mit höherwertigen und margenstärkeren Stahlprodukten auszubauen. Riedo konzentriert sich auf die Bearbeitung von Betonstahl für die Bauindustrie.

KlöCo will 2014 wieder Gas geben, hatte Rühl bereits im Februar in einem Reuters-Interview deutlich gemacht: „Wir sind gut in das Jahr gestartet und sehen uns wieder auf Wachstumskurs“, hatte er gesagt. Der Konzern wolle seinen Absatz steigern und für 2014 auch wieder eine Dividende zahlen.

KlöCo war im Zuge der Stahlkrise in schwieriges Fahrwasser geraten. In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres fiel der Absatz wegen der Stahlflaute in Europa und der Schließung diverser Standorte um fast zehn Prozent. Die Geschäftszahlen für 2013 legt Rühl am Donnerstag vor. Im Zuge der schwachen Stahlnachfrage und des Preisdrucks hatte er im September 2011 den Rotstift angesetzt. Der Konzern hat seitdem rund 70 Standorte - etwa ein Viertel - verkauft oder geschlossen und mit 2.200 Beschäftigten ein Fünftel der Belegschaft abgebaut. Nach einem Verlust von 198 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2012 hat das Unternehmen auch für 2013 einen Verlust angekündigt. Genaue Zahlen will Klöckner am kommenden Donnerstag in Düsseldorf vorlegen. Für 2014 hat Vorstandschef Gisbert Rühl bereits eine Rückkehr in die schwarzen Zahlen in Aussicht gestellt.

Handelsblatt Energie Briefing
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