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Energie

Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz steht vor milliardenschwerer Investitionsoffensive

Die Energiewende stellt den Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz vor große Herausforderungen: Bis 2024 will das Unternehmen Milliarden investieren.
09.03.2020 - 13:30 Uhr Kommentieren
50Hertz betreibt das Übertragungsnetz im Norden und Osten Deutschlands. Quelle: Reuters
50Hertz

50Hertz betreibt das Übertragungsnetz im Norden und Osten Deutschlands.

(Foto: Reuters)

Berlin Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz will bis 2024 rund 4,2 Milliarden Euro in den Ausbau des Übertragungsnetzes investieren. Bis zu 60 Prozent der Investitionen sollen nach Angaben des Unternehmens extern finanziert werden. Finanzgeschäftsführer Marco Nix kündigte an, das Unternehmen plane, 2020 Fremdkapital in Höhe von 750 Millionen Euro durch die Emission eines Green Bonds aufzunehmen.

2019 erzielte das Unternehmen ein Jahresergebnis von 178 Millionen Euro, nach 238 Millionen im Vorjahr. 50Hertz gehört zu 80 Prozent der belgischen Elia Group, 20 Prozent gehören der staatlichen Förderbank KfW. Die Eigentümerstruktur ist Ergebnis eines Abwehrkampfes der Bundesregierung gegen den chinesischen Netzbetreiber SGCC, der zweimal versucht hat, sich einen jeweils 20 Prozent umfassenden Anteil an 50Hertz zu sichern. Das erste 20-Prozent-Paket kaufte Elia; die Belgier hielten seinerzeit erst 60 Prozent. Das zweite 20-Prozent-Paket ging auf Betreiben der Bundesregierung an die KfW.

Zwar hatte das Bundeswirtschaftsministerium mehrfach betont, die KfW werde den Anteil nicht auf Dauer behalten. Allerdings gibt es derzeit noch keine konkreten Pläne für eine Veräußerung. Ende vergangenen Jahres hieß es aus dem Wirtschaftsministerium, die Überlegungen der Bundesregierung zum Umgang mit den Anteilen seien „noch nicht abgeschlossen“.

Man prüfe lediglich „verschiedene Optionen zum kurz- bis mittelfristigen Umgang mit den erworbenen Anteilen“. Das schließe „unverbindliche Gespräche mit Investoren, die grundsätzliches Interesse an Investitionen im deutschen Energiewirtschaftssektor haben, ein“. Bislang gebe es allerdings „kein konkret geäußertes Interesse am Erwerb der Anteile“.

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    50Hertz betreibt das Übertragungsnetz im Norden und Osten Deutschlands. Im 50Hertz-Netzgebiet leben 18 Millionen Menschen. Das Höchstspannungsnetz des Unternehmens hat eine Länge von mehr als 10.000 Kilometern. 50Hertz ist auch im internationalen Vergleich unter den Übertragungsnetzbetreibern führend bei der Integration volatiler Stromerzeugung aus Windrädern und Photovoltaikanlagen. 60 Prozent des im Jahr 2019 im 50Hertz-Netzgebiet verbrauchten Stroms stammten aus regenerativer Erzeugung.

    Das stellt das Unternehmen vor besondere Herausforderungen: Immer dann, wenn mehr Wind- und Sonnenstrom erzeugt wird als die Netze aufnehmen können, werden kostenträchtige Eingriffe in den Netzbetrieb erforderlich. So müssen einerseits Erneuerbare-Energie-Anlagen und konventionelle Kraftwerke im 50Hertz-Netzgebiet abgeregelt werden, andererseits müssen beispielsweise in Süddeutschland Kraftwerke zugeschaltet werden, um dort die Versorgung sicherzustellen.

    Die Kosten für das Engpassmanagement sind 2019 im 50Hertz-Netzgebiet auf 84 Millionen Euro gesunken. 2018 hatten sie noch bei 134 Millionen Euro gelegen, 2015 sogar bei 354 Millionen Euro.

    Hauptursache für den Rückgang der Kosten des Engpassmanagements ist der fortschreitende Ausbau der Netze. „Jeder Kilometer Netzausbau hilft uns, weil er dazu beiträgt, die Kosten für das Netzmanagement zu senken“, sagte Stefan Kapferer, Vorsitzender der 50Hertz-Geschäftsführung. Bei einem der wichtigsten Vorhaben, dem SuedOst-Link, liege man „zeitlich gut im Plan“, sagte Kapferer.

    Kapferer rechnet bis 2030 mit einem „leichten Anstieg“ des Stromverbrauchs im Netzgebiet von 50Hertz. Zugleich verwies er auf Prognosen, denen zufolge allein das geplante Tesla-Werk im brandenburgischen Grünheide in seiner Endausbaustufe einen Stromverbrauch haben könnte, der dem der Stadt Leipzig entspricht. Kapferer forderte von der Bundesregierung, die Hürden für den Ausbau der erneuerbaren Energien zu beseitigen. Er wünsche sich „rasche politische Entscheidungen“.

    Mehr: 50Hertz-Chef sieht noch viel Potenzial für Windräder an Land

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