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Ukraine-KriegKein Öl und Gas mehr: Shell und BP stellen Russland-Geschäft ein

Nach massiver Kritik wollen Shell und BP kein russisches Öl und Erdgas mehr kaufen. Auch alle Shell-Tankstellen in Russland sollen geschlossen werden.Kathrin Witsch 08.03.2022 - 16:28 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Shell war noch vor wenigen Tagen in die Kritik geraten, weil das Unternehmen eine Ladung Öl aus Russland gekauft hatte.

Foto: dpa

Düsseldorf. Nach massiver Kritik am vergangenen Freitag kauft der britische Energiekonzern Shell ab sofort weder Öl, noch Erdgas aus Russland. Auch die Tankstellen in Russland würden geschlossen und alle anderen Aktivitäten dort eingestellt, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Erst vor wenigen Tagen hatte der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba Shell scharf dafür kritisiert, weiterhin russisches Öl zu kaufen. Noch am vergangenen Freitag hatte der Konzern eine große Erdöl-Lieferung aus Russland gekauft. Man habe keine Alternative gehabt, versuchte das Unternehmen die Entscheidung zu rechtfertigen. Trotzdem sei der Kauf falsch gewesen, lenkte Shell-CEO Ben van Beurden schließlich ein. Die Gewinne aus den verbleibenden Mengen russischen Öls, die noch verarbeitet würden sollen nun gespendet werden.

Kuleba forderte, öffentlichen Druck auf den Konzern und anderen Firmen auszuüben, um solche Geschäfte zu stoppen. Vor dem angekündigten Embargo auf russisches Öl in den USA, zeigt der Druck nun Wirkung. 

In Abstimmung mit involvierten Regierungen will Shell nun sogar „so schnell wie möglich“ russisches Erdöl aus den eigenen Lieferketten entfernen. Das wird allerdings mehrere Wochen dauern und könnte zu Engpässen in einigen Raffinerien führen. 

In Deutschland hatten die Londoner deswegen bereits den Verkauf ihrer Produkte massiv eingeschränkt. Von jetzt an wird nur noch beliefert, wer einen festen Vertrag hat. Die Versorgung sei jedoch weiterhin sichergestellt, betont Shell. Auch der britische Konkurrent BP will zukünftig kein Gas oder Öl mehr aus Russland beziehen. Aufgrund von langfristigen Lieferverträgen sei das aber nicht von heute auf morgen möglich, erklärte BP. Auch Total kauft vorerst keine Rohstoffe mehr aus Russland. Nur die deutsche Raffinerie des französischen Konzerns in Leuna könnte auf russisches Öl nicht verzichten, da es dort keine Alternative gebe. 

Seit Wochen stehen vor allem Energiekonzerne wie Shell, Total, BP aber auch deutsche Größen wie Uniper, Wintershall oder Eon aufgrund ihrer Russlandgeschäfte unter Druck. Innerhalb kürzester Zeit haben fast alle Unternehmen eine Kehrtwende vollzogen und sich entweder teilweise oder wie BP und Shell komplett aus Russland zurückgezogen. 

Komplette Kehrtwende von Shell wegen Russlands Ukraine-Krieg

Selbst das Geschäft mit russischem Pipeline-Gas sowie Flüssigerdgas soll Stück für Stück zurückgefahren werden. Dabei sei man jedoch auf die Zusammenarbeit mit Regierungen und Energieversorgern angewiesen, betonte Shell. „Diese gesellschaftlichen Herausforderungen zeigen das Dilemma, Druck auf die russische Regierung wegen ihrer Gräueltaten in der Ukraine auszuüben und gleichzeitig eine stabile, sichere Energieversorgung in Europa zu gewährleisten“, sagte Shell-Chef Ben van Beurden in einem Statement.

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Bereits vor anderthalb Wochen hatte Shell angekündigt seinen Anteil an der Gasförderung auf der Insel Sakhalin unter der Führung Gazproms auszusteigen. Dort hatten die Briten vor allem Flüssigerdgas (LNG) produziert. Knapp neun Prozent der weltweiten LNG-Kapazitäten stammen aus Russland. Das Land gehört sowohl bei Gas, als auch bei Öl zu den größten Produzenten der Welt. 

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