Energie

Umfrage Der Stromkunde: Unzufrieden, aber bequem

Im vergangenen Jahr waren so viele Stromkunden wie selten bereit, ihren Versorger zu wechseln. Zugleich war die Zahl der Anbieter nie so hoch. Doch diese Zeiten scheinen vorerst vorbei, wie eine aktuelle Studie zeigt.
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DüsseldorfEs ist wenig schmeichelhaft, wie sich der deutsche Stromkunde in einer repräsentativen Umfrage der Unternehmensberatung Accenture darstellt: Er ist unzufrieden mit seinem Energieversorger, er vertraut ihm immer weniger – aber ändern will er doch nichts. Befragt wurden 500 deutsche Verbraucher, 36 Prozent der Teilnehmer vertrauen ihrem Energieversorgern nicht. Nur 13 Prozent glauben ihm, der Rest ist indifferent. Das Vertrauen der Stromkunden in ihren Versorger ist demnach stark gesunken – im Jahr zuvor glaubten noch 19 Prozent der Deutschen an ihren Stromanbieter.

Nur noch die Hälfte aller Verbraucher (51 Prozent) in Deutschland ist mit ihrem jetzigen Energieversorger zufrieden. Damit ist die Zufriedenheit im Vergleich zum Vorjahr um 21 Prozent gesunken. Dennoch wollte nur jeder Fünfte aller Befragten „sicher“ oder „wahrscheinlich“ den Anbieter wechseln – bei der Umfrage im vergangenen Jahr waren noch 35 Prozent der Teilnehmer im Begriff zu wechseln. Doch damit verschenken sie oft bares Geld, wie Vergleichsrechnungen immer wieder ergeben.

Denn die Verbraucher hatten selten so viel Auswahl wie derzeit. Allein zwischen 2009 und 2011 hat sich die Zahl der Stromanbieter von 25 auf 50 verdoppelt, heißt es in einer Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney. Wenn man die Untermarken der Versorger einrechnet, gibt es deutschlandweit rund 800 Anbieter, schätzt Steffen Roos von der Unternehmensberatung Detecon.

Ralph Trapp, Geschäftsführer des Bereichs Energiewirtschaft bei Accenture, hat sich mit den Gründen für die gesunkene Wechselbereitschaft beschäftigt. „Nach wie vor ist der Preis für viele Verbraucher der wichtigste Grund, den Anbieter zu wechseln“, sagte er zu Handelsblatt Online, „die Insolvenzen mehrerer Billigstromanbieter haben allerdings dazu geführt, dass die Kunden vorsichtiger geworden sind.“

In den vergangenen Monaten sorgten einige Stromanbieter für negative Schlagzeilen, zuletzt das inzwischen insolvente Unternehmen Flexstrom sowie der Ökostrom-Discounter Care Energy.

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12 Kommentare zu "Umfrage : Der Stromkunde: Unzufrieden, aber bequem"

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  • Die Energiewende auf dem perfiden und asozialen EEG ist Schuld an steigenden Strompreisen, am Verlust von gut bezahlten Industriearbeitsplätzen, an der Steigerung von den Lebenshaltungskosten usw.usw.
    Weiterhin ist dieser Energieeinsparzwang schuld an steigenden Mietkosten. Dies ist alles einer ökosozialistischen Denkweise zu verdanken, die Energie/Strom auf Teufel komm raus und mit Unterstützung von Zwangsgesetzen für den Bürger verteuern will.
    Schaut euch eure Stromrechnung mal genauer an. Seit der Einführung der EEG-Umlage-Zwangsgesetz verteuert sich der Strom in Deutschland rasant. Und dies wird so weitergehen! Dank der Energiewende auf Basis eines perfiden und asozialen EEG und einer Angst-Propaganda vom menschengemachten CO2 Klimawandelmärchen!
    Stampft endlich diese grünsozialistischen Bundestags-Einheits-Parteien der Alternativlosigkeit ein und wählt eine Alternative zu diesen Vernichtungsfeldzug gegen den deutschen Bürger! Danke!

  • Fragen Sie ihren "Stromversorger", zu dem sie - weil billiger - für das Geld was sie ihm geben für Sie tut.
    z. B. Nach dem technischen Service, nach der Zahl der
    Arbeitsplätze, nach der Zahl der Ausbildungsstellen für Ihre Kinder u. m. Sie werden sich wundern was der neue
    Versorger ihnen darauf antwortet, was er für sie tut. (Denken Sie vielleicht da an Ihren Versicherungsvertreter)Nicht relevant für einen Wechsel im Zeitalter des Zwangs EEG mit einer in anderen Wirtschaftsbereichen an Wucher grenzende Steigerungsrate um die 400 % in nur einem halben Jahrzehnt...
    Nun, wenn Sie der Ansicht sind wechseln sie und geben ihr gespartes Gelb woanders aus.

  • In die Pleite wechseln (Flexstrom ) und draufzahlen oder es gleich ganz lassen, weil das jährliche Ersparnis bei angeblich seriösen Playern nicht der Rede Wert ist und der Wechselaufwand hinsichtlich zu erwartender Vertragslaufzeit mehr Aufwand wie Nutzen bringt.

  • Die Unzufriedenheit kommt doch nicht davon, dass man bei dem einen Versorger 2 Cts. mehr bezahlt als bei einem anderen. Die Unzufriedenheit kommt daher, dass der Strom, z.B.,in Frankreich weniger als die Hälfte von dem kostet, was uns hier abgepresst wird. Und der große Abkassierer ist nicht etwa ein Energiekonzern, sondern der Staat, der mit teueren Fehlentscheidungen die Kassen der Privaten und der Wirtschaft plündert und damit enorme Kaufkraft abschöpft.

  • Mir geht echt der Hut hoch, wenn ich das lese. Bereits zweimal ist mir ein Stromversorger insolvent gegangen, Vorkasse natürlich futsch. Ich bin jetzt in einem günstigen Tarif des örtlichen Stadtwerkes und dort auch bleiben. Wenn man die Neukundenboni nicht berücksichtigt sind kaum noch Einsparungen beim Wechseln drin. Zum Stromsparen habe ich alles was geht: Waschmaschine und Geschirrspüler mit Heißwasseranschluß, Kühlgeräte mit A+++, sämtliche Beleuchtung auf LED umgestellt usw. Auf dem Dach sind Solartermie und Photovoltaikanlage - mehr geht nicht!

  • Wieder einmal ein Artikel, der der Parole der Blockparteien "Haltet den Dieb!" entspricht.

    Es wird der irrige Eindruck suggeriert, dass die unterschiedlichen Stromanbieter an den hohen Strompreisen schuld sein und dass es daher geboten sei, den günstigsten Anbieter auszusuchen. Tatsache aber ist, dass einzig und allein die Politik mit ihrer kostentreibenden Energiewende und dem EEG für den Preisauftrieb sorgt.

    Und außerdem: Ein Smartmeter kann in der Praxis nicht viel sparen, da sich der Stromverbrauch in einem Privathaushalt nur sehr begrenzt zeitlich verschieben lässt. Niemand wird es z.B. schön finden, wenn man morgens um drei die Waschmaschine anwirft, und ich werde mir nicht um vier Uhr morgens die Haare fönen, weil dann der Strom billiger ist als um 6 Uhr.

  • "Smart Meter etwa, also intelligente Stromzähler, die den Stromverbrauch im Minutentakt aufzeichnen, sind den wenigsten Verbrauchern bekannt. Dabei verspricht sich die Bundesregierung einiges von der neuen Technologie"

    Was spare ich da an Strom, nur weil das Smart Meter den Verbrauch im Minutentakt aufzeichnet?????

    Das einzige was ich da ggf. "ablesen" kann ist, wann ich abends z.B. den Herd eingeschaltet habe.

    "Sparen" tue ich nur, wenn ich weniger verbrauche. Das kann ich m.M. nur auf zwei Arten tun:
    1. in dem ich Geräte nicht nutze (Fernseher bleibt aus...)
    2.in dem ich "Stromfresser" ggf. durch effiziente Geräte ersetze.

    Oder liege ich da falsch????

  • Liebe Redaktion,
    selten einen so schlechten Artikel gelesen. Es ist schon peinlich als renommiertes Wirtschaftsmedium solche "Fakten" in die Welt zu blasen.
    Bei einer Studie, die 0,0012% der Verbraucher berücksichtigt ist die Aussagekraft sehr vage! Es gibt hierzulande ca. 1075 Stadtwerke und Regionalversorger, die Strom anbieten, wovon diverse Mehrmarkenstrategien führen! Lässt sich leicht recherchieren!

  • Nun muß ich mal die Foristen fragen: Was sind die Negativ-Schlagzeilen von Care-Energy? Habe da noch nichts negatives gehört!

    Und das mit den smartmetern, wenn ich dann in der Nacht auch den Strom zum Negativ-Preis bekomme, heize ich auch gerne um Mitternacht meinen Heizungspuffer mit Strom auf. Leider geht das nicht, diese gewinne sprudeln nur beim Stromkartell!

  • Hallo
    Stromsparen mit Smart Metern ist Unfug. Das hat jetzt auch das BMWI schriftlich bekommen:
    http://www.bmwi.de/DE/Presse/pressemitteilungen,did=586954.html
    "Die Studie zeigt, dass insbesondere bei Letztverbrauchern mit geringem Jahresverbrauch die Kosten für ein intelligentes Messsystem deutlich die durchschnittlich zu erzielenden jährlichen Energieeinsparmöglichkeiten übersteigen. Ein verpflichtender Einbau wäre somit unverhältnismäßig und wirtschaftlich unzumutbar."

    Sie (HB) hätten mal besser die Studie gelesen bevor Sie hier Ihre Unkenntnis offenbaren!

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