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Energie

Umstrittener Mappus-Deal Durchsuchung in Frankreich zu EnBW-Affäre

Einem Gutachten zufolge zahlte das Land Baden-Württemberg dem französischen Energieversorger EdF 840 Millionen Euro zu viel für den Rückkauf von EnBW-Anteilen. Nun bekam der EdF-Chef Besuch von der Staatsanwaltschaft.
28.02.2013 Update: 28.02.2013 - 18:45 Uhr Kommentieren
Henri Proglio, Chef von Electricite de France (EdF), auf einer Pressekonferenz: Vergangene Woche bekam er Besuch von der Staatsanwaltschaft. Quelle: ap

Henri Proglio, Chef von Electricite de France (EdF), auf einer Pressekonferenz: Vergangene Woche bekam er Besuch von der Staatsanwaltschaft.

(Foto: ap)

Paris Im Zuge der Ermittlungen in Baden-Württemberg in der EnBW-Affäre sind in Paris die Büros des Chefs des Stromkonzerns EDF, Henri Proglio, durchsucht worden. Die Durchsuchung habe bereits vergangenen Woche stattgefunden, verlautete am Donnerstag aus Justizkreisen. Wie zu erfahren war, wurden auch weitere Büros des Unternehmens durchsucht und Material beschlagnahmt. Abhängig vom Inhalt der beschlagnahmten Dokumente in der EDF-Zentrale könnte demnach eine gründlichere Untersuchung in Frankreich folgen.

Proglio und sein Zwillingsbruder René, Frankreich-Chef von Morgan Stanley, hatten mit Mappus und Morgan Stanley-Deutschlandchef Dirk Notheis den 4,7 Milliarden Euro teuren Deal eingefädelt. Dabei ging es um den Rückkauf von 45 Prozent der EnBW-Aktien von Edf, über den Mappus seinerzeit weder den Landtag noch weite Teile seines Kabinetts nicht informierte.

EdF-Finanzchef Thomas Piquemal war ebenfalls beteiligt. René Proglio bestreitet, dass er dabei eine wichtige Rolle gespielt habe. EdF lehnte jede Stellungnahme zu der Durchsuchung ab. Der Untersuchungsausschuss des Stuttgarter Landtags zur Mappus-Affäre musste diese Woche einen neuen Vorsitzenden wählen, nachdem bekannt geworden war, dass der frühere Vorsitzende Ulrich Müller von der CDU Unterlagen an Mappus weitergegeben hatte.

Der Staatsgerichtshof hatte bereits befunden, dass dieses Verhalten verfassungswidrig war. Die Staatsanwaltschaft ermittelt zudem, ob sich Mappus der Untreue im Amt schuldig gemacht hat, weil er den Kaufpreis möglicherweise nicht ordentlich genug geprüft hatte. Dem Land könnte ein Vermögensschaden in dreistelliger Millionenhöhe entstanden sein: Nach einem Gutachten im Auftrag der mittlerweile grün-roten Landesregierung bezahlte die Regierung Mappus dem französischen Energieversorger EdF rund 840 Millionen Euro zu viel.

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