Energie

Verarbeitung lohnt nicht Raffinerie-Geschäfte verhageln Total die Bilanz

BP schwächelt, Shell muss sparen, Total geht es nicht anders. Die Franzosen spüren wie die Konkurrenz, dass sich Öl-Verarbeitung kaum noch rentiert, die Gewinne sinken. Dennoch will die Firma Aktionäre bei Laune halten.
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Raffinerie lohnt nicht mehr – das merken alle Marktteilnehmer im Ölgeschäft. Quelle: dpa

Raffinerie lohnt nicht mehr – das merken alle Marktteilnehmer im Ölgeschäft.

(Foto: dpa)

ParisDem französischen Total -Konzern setzen wie der gesamten Branche Einbußen bei der Weiterverarbeitung von Erdöl zu. Wegen sinkender Margen im Raffinerie-Geschäft, niedrigeren Öl-Preisen und Verzögerungen bei wichtigen Projekten fiel der um Sonderfaktoren bereinigte Nettogewinn im vierten Quartal um 19 Prozent auf 2,47 Milliarden Euro, wie der Konkurrent von Shell und BP am Mittwoch bekanntgab. Der Konzern förderte auch weniger Öl. Mit der Bilanz verfehlte Total die Erwartungen des Marktes. Die Aktie legte dennoch um ein Prozent zu. Um die Investoren zufriedenzustellen, erhöhten die Franzosen ihre Dividende. Dafür schrauben sie die Investitionen in diesem Jahr zurück.

Mit den Zahlen reiht sich Total nahtlos bei seinen Konkurrenten ein. Bei BP sank der Gewinn um 28 Prozent, bei Shell halbierte sich der Überschuss fast. Auch der US-Konkurrenz wie Branchenprimus Exxon und Chevron setzt die Entwicklung zu. Allerdings gehen sie unterschiedlich damit um. Während Shell auf einen Sparkurs schwenkt, setzt Exxon verstärkt auf die Erschließung neuer Vorkommen, um die versiegenden Quellen zu ersetzen.

Welche Multis den Ölmarkt dominieren
Waves crash over the conical drilling unit Kulluk where it sits aground on the southeast side of Sitkalidak Island, Alaska
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Stürmische Zeiten: Trotz der weltweiten Wirtschaftsflaute fahren die größten Ölkonzerne der Welt satte Gewinne ein. Der Energie-Informationsdienst Oilandgasiq hat die zehn größten Öl- und Gaskonzerne nach dem täglichen Fördervolumen zusammengestellt.

Stand: Mai 2013

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Platz 10: Kuwait Petroleum Corporation (KPC)

Den letzten Rang unter den Top-10 Ölkonzernen der Welt erreicht der staatliche Ölförderer von Kuwait. Die Kuwait Petroleum Corporation ging aus der Anglo-Persian Oil (heute BP) und Gulf Oil (heute Chevron) hervor. Die Kuwaitis beschäftigen 15.800 Menschen und fördern 3,2 Millionen Fass Öl am Tag. Ein Fass oder Barrel entspricht rund 159 Litern. Im Golfkrieg in den 1990ern setzten irakischen Streitkräfte mehr als 700 kuwaitische Ölquellen in Brand.

Pump jacks are seen in the Midway Sunset oilfield in this file photo
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Platz 9: Chevron

Die Wurzeln des drittgrößten Unternehmens der USA reichen bis 1879 zurück, als die Pacific Coast Oil Company gegründet wurde. Später schluckte Standard Oil das Unternehmen und nannte es SoCal. 1984 schlossen sich dann SoCal und Gulf Oil unter dem Namen Chevron zusammen. Die Kalifornier fördern 3,5 Millionen Barrel am Tag. Rund 62.000 Menschen arbeiten weltweit für den Konzern.

The "Lolair" drilling platform from state oil monopoly Petroleos Mexicanos (PEMEX) is seen off the port of Veracruz, Mexico
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Platz 8: Pemex

Mexiko verstaatlichte 1938 die gesamte Ölindustrie. Heute gilt der Energieriese als eines der größten Unternehmen Lateinamerikas und größter Steuerzahler Mexikos. Die 138.000 Mitarbeiter fördern 3,6 Millionen Fass Öl am Tag.

An old Shell logo is seen on a vintage fuel wagon at a railway station in the town of Naumburg
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Platz 7: Royal Dutch Shell

Der siebtgrößte Ölförderer der Welt entstand 1907 aus dem Zusammenschluss einer niederländischen und einer britischen Firma. Der weltweit bekannte Konzern setzte sich 2012 mit einer Marktkapitalisierung von 140 Milliarden Dollar an die Spitze des britischen Leitindex FTSE. Mit 87.000 Angestellten fördert der Multi 3,9 Millionen Barrel Öl am Tag.

Gulf Oil Spill-Settlement
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Platz 6: BP

Auf eine lange Historie blickt auch British Petroleum, kurz BP, zurück. Die Burmah Oil Company ging 1909 in der Anglo-Persian Oil Company auf, die später zur Anglo Iranian Oil und schließlich zu BP wurde. Einen schweren Schlag erhielt der Konzern, als eine Explosion auf der Plattform Deepwater Horizon 2010 mehrere Arbeiter töte. Das auslaufende Öl verseuchte den Golf von Mexiko und richtete eine der größten Umweltkatastrophen an. Der Konzern wurde zu Milliardenstrafen und Entschädigungen verurteilt. Weitere Prozesse laufen.

BP beschäftigt 85.700 Menschen und fördert 4,1 Millionen Fass Öl am Tag.

A oil field worker works at a well head in PetroChina's Daqing oil field in China's northeastern Heilongjiang province
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Platz 5: Petrochina

Den fünften Rang unter den größten Energiekonzernen der Welt hat Chinas Petrochina erobert. Die Karriere des erst 1999 gegründeten Unternehmens ist steil. Der staatseigene Konzern fördert mit 550.000 Arbeitern 4,4 Millionen Barrel.

Handelsblatt Energie Briefing
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