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Energie

Vestas Der größte Windkonzern der Welt streicht 400 Stellen

Bislang hatte sich der Marktführer im Gegensatz zur Konkurrenz noch stabil gezeigt. Jetzt aber wird auch Vestas vom kriselnden europäischen Markt eingeholt.
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Immer mehr Hersteller streichen hunderte von Stellen. Grund ist der kriselnde europäische Markt. Quelle: dpa
Stellenabbau in der Windbranche

Immer mehr Hersteller streichen hunderte von Stellen. Grund ist der kriselnde europäische Markt.

(Foto: dpa)

DüsseldorfSeit anderthalb Jahren hat die Konkurrenz neidisch auf den Weltmarktführer Vestas geschielt, die Dänen schienen mit der Branchenkrise weit besser zurechtzukommen als der Rest der europäischen Windgranden. Jetzt aber muss auch der einstige Musterschüler Konsequenzen ziehen.

Pünktlich zum Ende des weltweit größten Branchentreffs in Hamburg, der WindEnergy, verkündet Vestas 400 Stellen zu streichen. Viele davon sollen in Dänemark und Deutschland wegfallen. „Es ist immer schwer gute, hartarbeitende Kollegen gehen zu lassen, aber da wir das meiste Wachstum zukünftig außerhalb Europas sehen, müssen wir uns den Marktentwicklungen anpassen“, sagte Vestas-CEO Anders Runevad.

Vorher hatten bereits Windkonzerne wie Siemens Gamesa, Enercon, Nordex und Senvion massive Stellenkürzungen vollzogen, um den Auftragsrückgang auf dem europäischen Markt zu kompensieren. Auslöser der Krise ist der dramatische Preisverfall für Windstrom.

Weltweit wird die Höhe der staatlichen Fördergelder zurückgefahren. Außerdem schwenken immer mehr Länder von festen Vergütungen auf freie Ausschreibungen um, wo nur noch derjenige mit dem niedrigsten Gebot den Zuschlag bekommt. Das Ausschreibungsverfahren erhöht den ohnehin massiven Preisdruck in der Branche. Das macht sich besonders auf dem europäischen Markt bemerkbar.

In Deutschland, Europas größtem Absatzmarkt für Windkraft, droht nach Jahren des Dauerwachstums eine herbe Flaute. Prinzipiell verlagert sich das Wachstum allerdings zunehmend von Europa nach Asien und wird dabei kleiner. Für Riesen wie Vestas, Siemens Gamesa und Co. ein großes Problem: Viele hatten sich jahrelang auf dem boomenden europäischen Markt ausgeruht und zu wenig auf das internationale Ausland gesetzt.

Von den mehr als 24.000 Angestellten, die Vestas laut eigener Aussage weltweit beschäftigt, arbeiten 75 Prozent in Nord- und Zentraleuropa. Nun müsse man seine Personalstruktur der Verschiebung des Geschäfts aus den traditionellen Märkte in neue Märkte mit starkem Wachstum anpassen, heißt es in der Mitteilung.

Von den Stellenstreichungen sollen hauptsächlich Mitarbeiter in Vertrieb und Marketing betroffen sein. Die Fertigung ist laut Unternehmensangaben weitgehend ausgelastet, da mittlerweile viele Produkte in außereuropäische Märkte geliefert würden.

Die Dänen erzielten im vergangenen Jahr einen Umsatz von fast zehn Milliarden Euro und ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 1,2 Milliarden Euro. Dafür musste Vestas im ersten Halbjahr dieses Jahres ein Minus von über 100 Millionen beim Gewinn hinnehmen: Dieser sank von 346 Millionen Euro 2017, auf 286 Millionen Euro.

Das Auftragsbuch ist zwar nach Megawattzahlen voller als im Vorjahreszeitraum, nur verdienen die Windkonzerne aufgrund des Preisverfalls für Windstrom mit derselben Installationsmenge weniger als noch vor einem Jahr. Dementsprechend schrumpfte die Marge 12 auf 9,7 Prozent.

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