Energie
Windkraftanlagen-Hersteller Nordex

Die Auftragsbücher des Windkonzerns sind voll, doch sinkende Weltmarktpreise machen Nordex zu schaffen.

(Foto: dpa)

Viele Aufträge, wenig Gewinn Nordex' Gewinn rutscht ins Minus – der Windkonzern in der Blitzanalyse

1 Kommentar

DüsseldorfDas erste Halbjahr ist für den Windturbinenbauer Nordex durchwachsen verlaufen. Die wichtigsten Fakten.

  • Im ersten Halbjahr rutscht der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) mit 35 Millionen ins Minus.
  • Der Umsatz sinkt um 36 Prozent auf 957,1 Millionen Euro.
  • Dafür kann Nordex seinen Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fast verdoppeln.
  • Im Technologieindex TecDax rutschten die Aktien von Nordex um 2,7 Prozent ab

Das fällt positiv auf

Volle Auftragsbücher: Eigentlich liefen die vergangenen Monate recht gut für den Hamburger Windkonzern. Erst im Juli meldete Nordex den größten Auftrag seiner Geschichte: Ab Oktober 2019 wird er einen Windpark mit 191 Turbinen in Brasilien errichten. Das Unternehmen kann sich über ein prall gefülltes Auftragsbuch freuen. Im ersten Halbjahr allein gingen Aufträge im Wert von 1,6 Milliarden ein, im Vorjahreszeitraum waren es lediglich 900 Millionen Euro gewesen.

Die Internationalisierung des Unternehmens schreitet voran: Der Großteil der Aufträge wurde in Lateinamerika vergeben, während die Aufträge in Europa fast ein Drittel zurückgegangen sind. „Die globale Aufstellung unseres Unternehmens zahlt sich aus: Während im Heimatmarkt Deutschland die Auftragslage in der Windenergiebranche weiterhin stagniert, konnte Nordex in den internationalen Märkten zahlreiche Aufträge gewinnen“, sagte José Luis Blanco, CEO von Nordex.

Das fällt negativ auf

Nicht rentabel genug: Der Windturbinenbauer ist im ersten Halbjahr in die roten Zahlen geraten. Bei einem Umsatzrückgang um rund 36 Prozent auf 957 Millionen Euro fiel operativ ein Fehlbetrag (Ebit) von 35,8 Millionen Euro an, nach einem Gewinn von 49,4 Millionen vor Jahresfrist. Auch die installierte Leistung sank deutlich, von 1128 Megawatt (MW) auf 934 MW. Gleichzeitig stieg die Nettoverschuldung über das doppelte, von 60 Millionen Euro auf 174 Millionen Euro.

Was jetzt passiert

Prognose bestätigt, Preise sinken: Obwohl die Zahlen noch nicht überzeugen, bestätigt Nordex seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Demnach erwartet das Unternehmen einen Konzernumsatz von 2,4 bis 2,6 Milliarden Euro, außerdem sollen die Investitionen von aktuell rund 40 Millionen auf satte 110 Millionen Euro gesteigert werden.

Wegen einer Auftragsflaute müssen seit anderthalb Jahren immer mehr Windkonzerne hunderte von Mitarbeitern entlassen. Auch Nordex hat im vergangenen Jahr 500 Stellen gestrichen. Auslöser der Krise ist der dramatische Preisverfall für Windstrom. In den vergangenen drei Jahren hat sich der Preis pro Kilowattstunde mehr als halbiert. Statt einer festen Vergütung auf 20 Jahre bekommt derjenige mit dem niedrigsten Gebot den Zuschlag.

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1 Kommentar zu "Viele Aufträge, wenig Gewinn: Nordex' Gewinn rutscht ins Minus – der Windkonzern in der Blitzanalyse"

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  • Was soll "Nordex' Gewinn rutscht ins Minus " bedeuten ? Ergebnis rutscht ins Minus wuerde ich ja noch verstehen, aber Gewinn ? Ein Gewinn ist per Definition positiv, sonst waere er ja ein Verlust ;-)

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