Energie

VW-Anteilseigner Norwegischer Ölfonds kritisiert Führungsstruktur

„Komplex und problematisch“: Einer der größten Einzelaktionäre von VW übt scharfe Kritik an der Führungsstruktur des Konzerns. Der Chef des norwegischen Öl-Staatsfonds, Yngve Slyngstad, hofft nun auf die Politik.
Als Chef von Norwegens Ölfonds verwaltet Yngve Slyngstad knapp 724 Milliarden Euro. Mit 1,22 Prozent ist der Staatsfonds auch an VW beteiligt. Quelle: Reuters
„Sie hören nicht zu“

Als Chef von Norwegens Ölfonds verwaltet Yngve Slyngstad knapp 724 Milliarden Euro. Mit 1,22 Prozent ist der Staatsfonds auch an VW beteiligt.

(Foto: Reuters)

StockholmDer größte Staatsfonds der Welt, der norwegische Ölfonds, hat scharfe Kritik an der Unternehmensführungsstruktur von Volkswagen geübt. Der Chef des Ölfonds, Yngve Slyngstad, bezeichnete die Führungsstruktur im Zusammenhang mit dem Abgasskandal gegenüber der Financial Times als „komplex und problematisch“. Der Fonds, der 1,22 Prozent der VW-Stammaktien hält und damit zu den größten Einzelaktionären des Wolfsburger Konzerns zählt, habe mit VW gesprochen. Nach Angaben von Slyngstad nehme der Konzern allerdings die Sorgen der Investoren nicht ernst. „Sie hören nicht zu“, sagte er der Zeitung. Slyngstad erhofft sich nun, dass die Politik Einfluss auf Volkswagen nehmen wird. Sein Fonds habe im Dialog mit VW „eine bessere Führungsstruktur“ eingefordert.

Slyngstad gab am Donnerstag außerdem bekannt, dass der Fonds im vergangenen Jahr aus 73 Unternehmen komplett ausgestiegen ist. Er wollte keine Namen nennen und erklärte nur, dass es sich hauptsächlich um Unternehmen aus der Kohleindustrie handelt. Der Fonds, der knapp 6900 Milliarden Kronen (724 Milliarden Euro) verwaltet, unterliegt dem norwegischen Finanzministerium, das auch die ethischen Anlageregeln vorgibt. So hat der Fonds bereits seine Beteiligungen an Rüstungskonzernen und Unternehmen der Tabakindustrie abgestoßen. Dem Fonds gehören 1,3 Prozent sämtlicher auf der Welt ausgegeben Aktien. In Europa liegt der Anteil sogar bei 2,4 Prozent. In den Fonds fließen die staatlichen Einnahmen aus dem Ölgeschäft. Er dient der sozialen Vorsorge und soll die Staatsfinanzen ausbalancieren.

Diener vieler Herren
Wolfgang Porsche
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Als Aufsichtsratsvorsitzender der Familienholding Porsche SE vertritt er die Interessen der beiden Sippen Porsche und Piëch. Ohne und gegen sie läuft nichts bei Volkswagen.

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD)
2 von 7

Er vertritt den Großaktionär Niedersachsen im VW-Aufsichtsrat und sorgt sich vor allem um die Arbeitsplätze in seinem Land.

US-Justizministerin Loretta Lynch
3 von 7

Die unbarmherzige Chefermittlerin hat schon Fifa-Chef Sepp Blatter zur Strecke gebracht – und zieht mit ihrer Klage gegen Volkswagen auch die Schlinge um Müllers Hals noch ein Stück enger.

VW-Markenchef Herbert Diess
4 von 7

Unbelastet vom Abgasskandal steht der ehemalige BMW-Manager als Kronprinz für die Konzernspitze bereit, wenn Müller scheitern sollte.

Gina McCarthy, Chefin der US-Umweltbehörde Environmental Protection Agency (EPA)
5 von 7

Ihre Mitarbeiter fühlen sich von Volkswagen in der Dieselaffäre hingehalten und verschaukelt. Schon deshalb will sie VW nicht zu leicht davonkommen lassen.

Volkswagen-Betriebsratschef Bernd Osterloh
6 von 7

Mächtiger Statthalter der IG Metall in Wolfsburg.

Patriarch Ferdinand Piëch
7 von 7

Offiziell hat der langjährige Konzernlenker und Großaktionär kaum noch Einfluss bei Volkswagen – aber was heißt das schon bei einem wie Piëch?

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