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Energie

Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband Beim Thema Wasserstoff fordert die Branche mehr Ehrgeiz von Berlin

Die Bundesregierung erarbeitet derzeit eine „Nationale Wasserstoffstrategie 2030“. Die Ziele sind nach Ansicht des Branchenverbandes DWV zu defensiv formuliert.
27.02.2020 - 17:43 Uhr 1 Kommentar
Greenpeace Energy kritisiert, blauer Wasserstoff sei mit einem „erheblichen CO2-Fußabdruck belastet“. Quelle: dpa
Wasserstoff-Zeichen

Greenpeace Energy kritisiert, blauer Wasserstoff sei mit einem „erheblichen CO2-Fußabdruck belastet“.

(Foto: dpa)

Berlin Die Wasserstoffbranche wünscht sich von der Bundesregierung mehr Ehrgeiz beim Aufbau einer Infrastruktur für grünen Wasserstoff. „Es wäre falsch, zu zaghaft an die Sache heranzugehen. Wir sind davon überzeugt, dass es gelingen kann, bis 2030 Elektrolysekapazitäten von 20 Gigawatt aufzubauen“, sagte Werner Diwald, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verbandes (DWV), dem Handelsblatt.

Er teile nicht die Sorge der Bundesregierung, der Markthochlauf könne an fehlenden Produktionskapazitäten scheitern: „Unsere Marktumfrage ergibt ein klares Bild. Namhafte Hersteller stehen bereit.“

Die Bundesregierung erarbeitet derzeit eine „Nationale Wasserstoffstrategie 2030“. Die Federführung liegt bei Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU).

Sein Haus hatte kürzlich einen Entwurf der Wasserstoffstrategie vorgelegt, der im Moment mit den anderen Ressorts abgestimmt wird. In dem Entwurf wird das Ziel definiert, „ein Erzeugungspotenzial in Höhe von jedenfalls drei, möglichst fünf Gigawatt Elektrolyseleistung“ zur Herstellung von grünem Wasserstoff aufzubauen.

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    Nach Überzeugung des DWV ist das zu defensiv, die Bundesregierung sollte sich von vornherein höhere Ziele setzen. Doch auch in einem Positionspapier des Bundesumweltministeriums ist lediglich von „bis zu fünf Gigawatt“ grüner Elektrolyseleistung die Rede. Im Umweltministerium hat man Zweifel daran, ob es ausreichend Produktionskapazitäten für Elektrolyseure gibt.

    Mit den Elektrolysekapazitäten steht und fällt der Einstieg in die Produktion von grünem Wasserstoff. Bei der Elektrolyse wird Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Wenn die Elektrolyse mittels Strom aus erneuerbaren Quellen betrieben wird, ist der entstehende Wasserstoff CO2-frei.

    Grafik

    Grüner Wasserstoff gilt als entscheidender Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität. Insbesondere für Prozesse in der Stahl- und der Chemieindustrie wird er unverzichtbar werden. Auch im Flug- und Schiffsverkehr sowie auf der Schiene und im Schwerlast-Straßenverkehr könnte er eine wichtige Rolle spielen: Auf der Basis von grünem Wasserstoff können klimaneutrale synthetische Kraftstoffe hergestellt werden, die sich für viele Anwendungen eignen. Zusätzlich kann Wasserstoff gut gespeichert und auch im existierenden Gasnetz transportiert werden.

    Der Optimismus des DWV fußt auf einer Befragung wichtiger Hersteller von Elektrolyseuren (ITM, Linde, McPhy, Siemens, Sunfire, Thyssen-Krupp). Daraus zieht der DWV den Schluss, dass bis 2030 Elektrolysekapazitäten von 20 Gigawatt ausgeliefert werden können. „Voraussetzung für einen schnellen Markthochlauf ist ein entsprechendes Marktdesign, das eine planbare Nachfrage nach grünem Wasserstoff schafft“, sagt DWV-Chef Diwald.

    Die Vorstellungen des DWV, wie der Markthochlauf organisiert werden kann, decken sich in wesentlichen Punkten mit den Inhalten des Entwurfs der Wasserstoffstrategie aus dem Wirtschaftsministerium. So fordert der DWV eine Quote für die Beimischung erneuerbarer Kraftstoffe von 20 Prozent. Derzeit liegt die Quote bei zehn Prozent, ab 2021 steigt sie auf 14 Prozent.

    Außerdem spricht sich der DWV dafür aus, die klimaneutralen synthetischen Kraftstoffe auf die CO2-Flottenemissionen von Fahrzeugen anzurechnen. Auch dieser Vorschlag findet sich im Entwurf aus dem Wirtschaftsministerium – allerdings in sehr vager Form: Die Anrechenbarkeit synthetischer Kraftstoffe auf die CO2-Flottengrenze solle „geprüft“ werden, heißt es dort.

    Schützenhilfe erhält der DWV vom Wirtschaftsrat der CDU: Die Beimischung von synthetischen Kraftstoffen müsse „als Erfüllungsoption zur Erreichung des Erneuerbaren-Energien-Ziels am Endenergieverbrauch des Verkehrssektors“ anerkannt werden, sagte Wolfgang Steiger, Generalsekretär des Wirtschaftsrats der CDU, dem Handelsblatt.

    Der Wirtschaftsrat mahnt, im Fokus der Wasserstoffstrategie sollte nicht Ordnungsrecht mit staatlichen Detailvorgaben für verschiedene Sektoren stehen, sondern der Aufbau eines marktwirtschaftlichen Rahmens für eine integrierte Wasserstoffwirtschaft. Grundvoraussetzung dafür sei „ein konsequenter Abbau der überzogenen staatlichen Abgaben und Umlagen beim Strompreis“ sowie der Ausbau der bestehenden deutschen und europäischen Transport- und Verteilungsinfrastruktur.
    Nach Überzeugung der Wasserstoffbranche ist der Aufbau von Elektrolysekapazitäten von 20 GW nicht nur unabdingbar, um grünen Wasserstoff in relevanten Mengen herstellen zu können. Es geht der Branche auch darum, Produktionskapazitäten aufzubauen, um die Weltmärkte zu bedienen. Die Nachfrage nach Elektrolysekapazitäten dürfte nach Auffassung der meisten Experten in den kommenden Jahren stark steigen.

    Blauer Wasserstoff ist die umstrittene Alternative

    Sollte der Markthochlauf bei grünem Wasserstoff nicht gelingen, böte sich als Alternative blauer Wasserstoff an. Blauer Wasserstoff wird aus Erdgas hergestellt, dabei entsteht CO2.

    Es wird abgeschieden und unterirdisch gelagert (Carbon Capture and Storage, kurz CCS). Blauer Wasserstoff ist damit nach Definition des Wirtschaftsressorts klimaneutral. Betrachtet man allerdings die gesamte Prozesskette von der Erdgas-Förderung bis zur CO2-Speicherung, ist diese Bewertung nicht haltbar.

    Greenpeace Energy etwa kritisiert, blauer Wasserstoff sei mit einem „erheblichen CO2-Fußabdruck belastet“. Laut Greenpeace Energy werden je Kilogramm blauen Wasserstoffs fünf bis sieben Kilogramm CO2 frei. Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) und Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) lehnen ihn als Alternative zu grünem Wasserstoff ab.

    Wirtschaftsminister Altmaier hält ihn dagegen in einer Übergangsphase für unverzichtbar. Diese Auffassung teilt Felix Matthes vom Öko-Institut. Blauer Wasserstoff sei „in der nächsten Dekade die einzige kostenseitig halbwegs vertretbare Quelle für Mengenanwendungen sowie für den Markthochlauf in den Bereichen, in denen Wasserstoff eine hohe strategische Bedeutung“ hat“, sagte Matthes.

    Er habe allerdings den Nachteil, dass die künftigen Kostensenkungspotenziale sehr begrenzt seien. Längerfristig komme daher grüner Wasserstoff ins Spiel, der allerdings „eher importiert werden wird“, ist Matthes überzeugt.

    Mehr: Beim Thema Wasserstoff wird in Deutschland viel diskutiert, aber zu wenig gemacht, meint Handelsblatt-Reporterin Kathrin Witsch.

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    • Die Politik and Interessenverbände sollten nun endlich ALLE emissionsfreien Energien in den Fokus setzen. Unsere Energiepolitik steuert, damit die Wirtschaft Rudern kann. Es gibt neben Wind und Wasserstoff auch neueste Technologien zur Energienutzung von Neutrino-Energy. Die Berliner Neutrino Energy Group bietet sensationelle Innovationen. Sie testet aktuell Geräte zur Gewinnung von sauberem Strom aus kosmischer Strahlung. Holger Thorsten Schubart, CEO dieses deutsch-amerikanische Forschungsunternehmen hat die Entwicklung eines innovativen High-Tech-Materials auf Basis einer Vielzahl von dotiertem Kohlenstoff und Silizium zum Abschluss gebracht, mit dem ein Teil der kinetischen Energie von Partikeln des unsichtbaren Strahlungsspektrums in Elektrizität umgewandelt wird. Derzeit werden die ersten industriellen Muster des sogenannten NEUTRINO POWER CUBE, eines Geräts, das saubere Energie liefert, in Deutschland unter Laborbedingungen getestet. Neutrinos, hochenergetische Teilchen, die als Teil der kosmischen Strahlung des unsichtbaren Spektrums kontinuierlich auf die Erde treffen, sind nach jüngsten Untersuchungen eine unerschöpfliche Energiequelle. "Der Energieerhaltungssatz funktioniert. ", sagt der Physiker Professor Strauss, ein ehemaliger Forscher am Massachusetts Institute of Technology, USA, und Mitglied des wissenschaftlichen Rates der NEUTRINO ENERGY Group. Auch im Karlsruher Institut für Technologie wird seit September 2019 offiziell mit Neutrino-Messungen bewiesen, dass diese neue Ära der Energienutzung einen gesamten Systemwechsel in der Anwendung von Neutrinovoltaik bewirken wird. Ein Wandel von der Stromversorgung über Grosskraftwerke und Stromtrassen zur MOBILEN UND DEZENTRALEN HAUSHALTSVERSORGUNG ohne Kabel und Steckdosen ist vergleichbar mit dem Wandel von der Festnetztelefonie zur heutigen, mobilen Smartphone-Telefonie. Wir müssen alles daran setzen, dass wir neue emissionsfreie Energien in den Markt bringen.

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