Energie

Weltgrößter Aluminiumhersteller Rusal rutscht in die Verlustzone

Russlands Metall-Riese Rusal muss wegen des Preisverfalls von Aluminium die Produktion in diesem Jahr um 357.000 Tonnen senken. Der Konzern hofft nun auf Schützenhilfe durch den Staat.
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Rusal hofft auf Schützenhilfe durch den Staat. Der Konzern deckt rund 75 Prozent der russischen Inlandsnachfrage nach Aluminium ab. Quelle: Reuters

Rusal hofft auf Schützenhilfe durch den Staat. Der Konzern deckt rund 75 Prozent der russischen Inlandsnachfrage nach Aluminium ab.

(Foto: Reuters)

Schanghai/MoskauDer weltgrößte Aluminiumhersteller Rusal ist angesichts fallender Preise und geringerer Produktion in die Verlustzone gerutscht. Der russische Konzern und Alcoa-Rivale wies am Montag für das abgelaufene Quartal einen unerwartet hohen Fehlbetrag von 208 Millionen Dollar aus.

Vor Jahresfrist hatte noch ein Gewinn von 125 Millionen Dollar in den Büchern gestanden. Seinen Aluminium-Ausstoß will Rusal nun um 357.000 Tonnen oder 8,5 Prozent des Gesamtvolumens senken. Bislang war lediglich eine Kürzung von sieben Prozent vorgesehen.

Aufatmen könnte der Metall-Gigant, wenn die russische Regierung staatliche Aluminium-Lager aufbaut. Darum hatte Rusal vor knapp zehn Tagen gebeten, weil sich so der Preisverfall abfedern ließe. Aluminium hat sich in diesem Jahr bereits um 15 Prozent verbilligt. Im Moment denkt Russland über die Unterstützung nach. Mit einem solchen Mechanismus wäre es in kritischen Situationen möglich, auf die Reserven zuzugreifen, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Arkadi Dworkowitsch.

Mit der Schaffung staatlicher Reserven würde der Markt einerseits einen zusätzlichen Käufer in Form der Regierung bekommen. Andererseits könnte der Preis durch Verknappung des Angebots wieder steigen. Allerdings fehle der Regierung derzeit das Kapital für solch einen Schritt, ergänzte Dworkowitsch. Zum Umfang möglicher späterer Aluminium-Ankäufe äußerte er sich nicht. Rusal deckt rund 75 Prozent der russischen Inlandsnachfrage nach Aluminium ab.

In den USA läuft die Diskussion in eine andere Richtung: Dort stehen Finanzinstitute wie die Großbanken Goldman Sachs und JP Morgan in der Kritik, weil sie abseits ihres Kerngeschäfts Metall-Lager besitzen. Ihnen wird unter anderem vorgeworfen, so den Preis künstlich hochzuhalten, was die Geldhäuser bestreiten.

Handelsblatt Energie Briefing
  • rtr
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