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Energie

Windanlagenbauer Siemens Gamesa besiegelt Übernahme von Senvion-Geschäften

Nach einer monatelangen Hängepartie gibt es eine Lösung für den größten Teil des insolventen Windanlagenbauers. Siemens Gamesa übernimmt wesentliche Teile.
Update: 21.10.2019 - 11:33 Uhr Kommentieren
Das Unternehmen war im April in die Insolvenz gerutscht. Quelle: dpa
Offshore-Windpark mit Senvion-Anlagen

Das Unternehmen war im April in die Insolvenz gerutscht.

(Foto: dpa)

Hamburg Der Verkauf von Teilen des insolventen Windanlagenbauers Senvion an den deutsch-spanischen Konkurrenten Siemens Gamesa ist perfekt. Der Vertrag zur Übernahme wesentlicher Teile des europäischen Dienstleistungsgeschäfts für Windanlagen an Land sowie die Rotorblattfertigung im portugiesischen Vagos wurde unterzeichnet, wie die Unternehmen am Montag mitteilten.

Durch den Verkauf würden rund 2000 Arbeitsplätze gesichert, was 60 Prozent der Stellen bedeute, erklärte Senvion. In Deutschland fallen fast 900 der noch verbliebenen rund 1400 Arbeitsplätze weg.

Die IG Metall Küste begrüßte den Abschluss der Verhandlungen, der eigentlich bereits vor mehr als drei Wochen erwartet worden war. „Mit der Übernahme des Service-Geschäfts durch Siemens Gamesa zeichnet sich immerhin für etwa 500 Beschäftige in Deutschland eine langfristige Perspektive ab“, sagte Bezirksleiter Meinhard Geiken.

Die tariflichen Arbeitsbedingungen blieben erhalten. „Trotzdem ist es schmerzhaft zu sehen, wie mit Senvion ein Pionier der Windkraftbranche mit eigener Produktion und Konstruktion in Deutschland vom Markt verschwindet und hunderte Beschäftigte ihre Arbeitsplätze verlieren.“

Bereits zum 1. Oktober sind 270 Senvion-Mitarbeiter in Transfergesellschaften gewechselt. Die Gewerkschaft erwartet, dass diese Lösung auch für etwa 600 weitere Beschäftigte ermöglicht wird, die in den nächsten Monaten von Kündigung bedroht sind. Das steht noch unter Finanzierungsvorbehalt. Sie werden mit Mitteln der Arbeitsagentur und des Unternehmens für neue Aufgaben in anderen Betrieben qualifiziert.

Mit den Landesregierungen in Bremen, Hamburg und Kiel laufen Gespräche über mögliche weitere Mittel, damit die Transfergesellschaften länger als vier Monate arbeiten können.

Eine grundsätzliche Vereinbarung war bereits Mitte September getroffen worden, der Gläubigerausschuss von Senvion stimmte vor einigen Tagen zu. Für einige Geschäftsbereiche, etwa für die Aktivitäten in Indien und das außereuropäische Service-Geschäft, laufen weitere Verhandlungen mit potenziellen Investoren.

Den Preis bezifferte Siemens Gamesa auf 200 Millionen Euro. Durch die Übernahme einer Serviceflotte mit 8,9 Gigawatt erhöhe sich die von Siemens Gamesa gewartete Turbinenleistung an Land auf insgesamt nahezu 69 Gigawatt, teilte die Siemens-Tochter mit. Siemens Gamesa will die Transaktion in der ersten Hälfte des neuen Geschäftsjahres 2019/20 abschließen, die bis Ende März 2020 läuft.

Mehr: Die neue Struktur kommt, aber die größten Schritte hat Siemens noch vor sich. Der Konzern muss durch Zukäufe und im Kerngeschäft wieder viel größer werden.

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  • dpa
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