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Energie

Windenergie Siemens Gamesa streicht in Deutschland 200 Stellen

Der Windkraftkonzern Siemens Gamesa streicht in Deutschland insgesamt 213 Stellen. Die meisten davon an den Standorten Hamburg und Bremen.
19.04.2018 - 17:43 Uhr Kommentieren
Die Flaute in der Windindustrie verschont auch die Marktführer nicht. Quelle: Reuters
Zweitgrößter Windradbauer der Welt

Die Flaute in der Windindustrie verschont auch die Marktführer nicht.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Der weltweit zweitgrößten Windkraftkonzern Siemens Gamesa streicht insgesamt 6000 Stellen. Die deutsche Standorte kommen dabei noch relativ glimpflich davon. Insgesamt 213 der insgesamt 1900 Stellen werden gestrichen, die meisten davon in Hamburg und Bremen, wie die Siemens-Tochter am Donnerstag mitteilte.

Der Arbeitsplatzabbau soll sozialverträglich gestaltet werden und im Zeitraum bis Ende November 2019 erfolgen. Betriebsbedingte Kündigungen sollen dabei nach Möglichkeit vermieden werden. Die neu errichtete Fabrik für Offshore-Maschinenhäuser in Cuxhaven ist von den Plänen zum Arbeitsplatzabbau nicht betroffen.

Schon im vergangenen Jahr hatte der Windradbauer massiven Stellenabbau angekündigt. Weltweit fallen rund ein Viertel der 24.000 Arbeitsplätze weg.

Nach Jahren des Booms stehen die erfolgsverwöhnten Hersteller von Turbinen und Rotorblättern plötzlich stark unter Druck. Der Grund: Weltweit werden die Subventionen für Windenergie gekappt. Statt gesetzlich garantierter Fördergelder müssen sich die Konzerne im Wettbewerb untereinander um die Höhe der Vergütungen streiten. Zwar werden immer mehr Windräder installiert, doch bringen diese weniger ein als früher.

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    Als einer der letzten großen europäischen Märkte hat auch Frankreich im Dezember auf ein Auktionsmodell umgestellt. Wer am günstigsten ist gewinnt. Die Folge: Die Neuaufträge für Siemens Gamesa und andere Windradbauer sind über 30 Prozent eingebrochen. Die spanische Siemens-Tochter kämpft mit einem operativem Ergebnisschwund von 93 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

    Der Chef der Arbeitnehmervertretung IG Metall Küste Meinhard Geiken warnt, der Personalabbau in der Windindustrie führe zu „Rückschlägen für die deutsche Windindustrie“. Seit Anfang vergangenen Jahres hätten die bereits über 2000 Stellen abgebaut. Von den Unternehmen verlangt er deswegen „Augenmaß“ bei möglichen Beschäftigungsproblemen. „Sonst fehlt ihnen das Know-how für künftige Aufträge“ sagt Geiken in einer Mitteilung am Donnerstag.

    Auch Thomas Ahme, Betriebsratsvorsitzender von Siemens Wind Power warnt vor einer Krise der Branche: „Die Politik hat immer versprochen, dass es in der Windindustrie nicht zu einem Fadenriss kommen soll. Jetzt ist dieser aber voll eingetreten.“

    Das sind die größten Windkraft-Konzerne der Welt
    Platz 14: XEMC (China)
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    Nirgendwo auf der Welt werden jährlich mehr Windräder ans Stromnetz angeschlossen als in China. XEMC profitiert zwar von diesem Boom, hat aber durch einen etwas schwächeren Windmarkt an Bedeutung verloren. Der chinesische Elektrokonzern hat im Jahr 2009 die niederländische Energiefirma Darwind gekauft und sich so wertvolles Know-how für die Herstellung von Windturbinen und Rotorblättern gesichert, den wichtigsten Komponenten von Windenergieanlagen. Nach Berechnungen der Marktforschungsfirma FTI Intelligence brachte es XEMC 2017 auf fast tausend verkaufte Turbinen und einen Marktanteil von 1,8 Prozent.

    Marktanteil 1,8 Prozent.  

    (Foto: Reuters)
    Platz 13: Sewind (China)
    2 von 14

    Im vergangenen Jahr fand sich auf diesem Platz noch der chinesische Staatskonzern Dongfang, im Ranking 2017 wird er von seinem ebenfalls chinesischen Konkurrenten Sewind zwei Plätze nach hinten verwiesen. Die Windkraftsparte des chinesischen Staatskonzerns Shanghai Electric produziert in zwei Fabriken jährlich mehr als 3.000 Windräder. Besonders erfolgreich ist das Unternehmen mit seinen Anlagen auf hoher See. Im Segment Offshore-Wind zählt Sewind zu den drei größten Herstellern weltweit. In Deutschland sind die Chinesen zudem am Maschinenbauer Manz AG beteiligt.

    Marktanteil: 2,1 Prozent.  

    (Foto: dpa)
    Platz 12: CSIC Haizhuang (China)
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    Unter den 15 führenden Windkraftkonzernen der Welt befinden sich gleich acht Unternehmen aus China. Der Grund ist simpel: Im Reich der Mitte wurden alleine 2017 mehr als 45 Prozent der weltweit neu installierten Windräder ans Stromnetz angeschlossen. Ausländische Firmen kommen in China kaum zum Zug, der Markt ist weitgehend abgeschottet. Dieser Heimatbonus beflügelt Konzerne wie CSIC Haizhuang – sie prägen verstärkt den Weltmarkt.

    Marktanteil: 2,3 Prozent.

    (Foto: dpa)
    Platz 11: United Power (China)
    4 von 14

    Der chinesische Windkraft-Konzern, United Power, bekommt die gedämpfte Entwicklung auf dem Heimatmarkt stark zu spüren. Vom siebten geht es auf den elften Platz und der Marktanteil schrumpft um ganze 1,2 Prozent. Die Tochtergesellschaft des staatlichen Stromversorgers China Guodian produziert Turbinen für Windräder an Land und auf hoher See in beinahe allen Leistungsklassen.

    Marktanteil: 2,6 Prozent.

    (Foto: dpa)
    Platz 10: Suzion (Indien)
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    Dank eines Boom-Jahres auf dem heimischen Markt, hat der indische Windturbinenhersteller Suzion es in die Top 15 geschafft. Das ist allerdings auch der Markt, auf den fast 40 Prozent des Geschäfts von Suzion entfallen. Im laufenden Jahr wird aufgrund von der Umstellung auf offene Ausschreibungen erst einmal mit einem Einbruch des indischen Marktes gerechnet, dann muss auch der Windradbauer zunächst mit einem Auftragseinbruch rechnen.

    Marktanteil: 2,6 Prozent.

    (Foto: Reuters)
    Platz 9: Senvion (Deutschland)
    6 von 14

    Deutschlands viertgrößter Windkraftkonzern Senvion hat es auch global wieder unter die Top 10 geschafft. Ganze drei Plätze brachte ihn ein Rekordjahr auf dem deutschen Markt nach vorne. In der Bundesrepublik wurde noch nie soviel Windkraftleistung installiert wie im vergangenen Jahr: Ganze 6,5 Megawatt. Im nächsten Jahr könnte das aber wieder ganz anders aussehen. Die Hamburger kämpfen mit schwindenden Subventionen, massiven Preiskampf und sinkenden Umsätzen.

    Marktanteil: 3,7 Prozent.

    (Foto: dpa)
    Platz 8: Mingyang (China)
    7 von 14

    Chinas drittgrößter Windkraftkonzern will sich vom Maschinenbauer zum Service-Unternehmen wandeln. Zwar soll die Produktion von Turbinen, Gondeln und Rotorblättern weiterhin eine wesentliche Säule des Geschäfts bleiben, aber die Wartung und Instandhaltung von Windrädern verspricht höhere Renditen. Im Gegensatz zu den meisten anderen chinesischen Windkonzernen, konnte Mingyang seinen Marktanteil 2017 sogar vergrößern.

    Marktanteil: 4,7 Prozent.

    (Foto: PR)
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