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Energie

Windkonzern Siemens Gamesa baut nach öffentlichem Schlagabtausch die Führungsriege um

Monatelang haben sich die Großaktionäre des spanisch-deutschen Windkonzerns ein Kräftemessen geliefert. Jetzt sollen mehrere Personalwechsel die Wogen glätten.
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Siemens Gamesa baut Führungsriege um Quelle: Reuters
Siemens Gamesa

Die Führungsriege des Windkraftherstellers stellt sich neu auf.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfAls der deutsche Technologiekonzern Siemens vor einem Jahr seine Windsparte mit dem spanischen Turbinenbauer Gamesa fusionierte, gaben die beiden Partner ein vollmundiges Versprechen ab: Gemeinsam wollen sie zum weltgrößten Windradhersteller aufsteigen.

Gleich im ersten Jahr kam dann die Ernüchterung: Nicht nur zwei Gewinnwarnungen und erodierende Umsatzzahlen, sondern auch noch ein öffentlicher Schlagabtausch zwischen Siemens und Gamesas zweitem Großaktionär, Iberdrola, sorgte für Schlagzeilen. Mit der offiziellen Benennung von David Mesonero als neuem Gamesa-Finanzvorstand soll der Streit nun erstmal vom Tisch sein. Am Dienstag wurde die Personalie offiziell bestätigt.

Mesonero ist der Schwiegersohn von Iberdrola-Chef Ignacio Galan und war bei Siemens Gamesa bisher für die Integration der spanischen Gamesa und der Siemens-Windkraft-Tochter verantwortlich. Galan hatte sich seit der Fusion im vergangenen Jahr gegen die dominierende Rolle von Siemens bei Gamesa gewehrt. Der Münchner Industriekonzern hält 59 Prozent der Anteile, Iberdrola acht.

Mit dem Wechsel in der Führungsriege geht nun also der Posten des Siemens-Managers Miguel Angel Lopez an einen Iberdrola-Mann. Die Spanier hatten sich im Fusionsvertrag mit Siemens das Recht ausbedungen, 18 Monate nach Vollzug des Zusammenschlusses einen Vorschlag für den Posten des Finanzchefs zu machen. Dass Siemens die Ernennung von Mesonero nicht blockiert hat, wird als Zugeständnis an die Adresse des zweitgrößten Aktionärs gewertet, auch wenn Siemens betont, dass der junge Spanier der richtige für den Job sei. „Gerade bei so einem jungen Unternehmen in einer extrem dynamischen Branche, ist es wichtig Leute auf solchen Posten zu haben, die das Geschäft kennen. Und Masonero bringt genau das mit, unabhängig von irgendwelchen Verwandschaftsverhältnissen“, sagte Siemens-Vorstand Michael Sen dem Handelsblatt. Der Posten des Finanzchefs ist aber nicht der einzige Wechsel in der Chefetage des Windkonzerns. 

Der bisherige CFO Lopez übernimmt die Stelle von Rosa Garcia. Die Chefin der spanischen Landesgesellschaft von Siemens gibt ihr Amt nach sieben Jahren auf und verlässt den Konzern. Lopez wird in der neuen Funktion als CEO von Siemens in Spanien auch Verwaltungsratschef bei Siemens Gamesa.

Komplett ausscheiden bei der Siemens-Tochter wird Ricardo Chocarro, der über 19 Jahre das Geschäft mit Windanlagen an Land geleitet hat. Für ihn springt übergangsweise der Chef der Servicesparte, Mark Albenze, ein. Wer das Onshore-Geschäft langfristig leiten soll, ist noch nicht bekannt.

Siemens-Gamesa-Chef Markus Tacke bezeichnete die Entwicklung als „Abschluss der ersten Stabilisierungsphase nach der Zusammenlegung“. Er zeigte sich davon überzeugt, dass die Veränderungen den Konzern stärken werden. „Ich bin mir sicher, dass diese Schritte richtig waren, um den zukünftigen Erfolg unseres Unternehmens zu sichern“, sagte Tacke. 

Besonders an dem harten Durchgreifen des Siemens-Gamesa-CEOs hatte sich Iberdrola gestört. Tacke hatte im Zuge der zunehmend schwierigen Auftragslage der Windindustrie 6000 Arbeitsplätze gestrichen, nachdem Umsatz und Gewinn bei dem Windriesen massiv eingebrochen waren. Die Aktie der Siemens-Tochter hat seit dem Zusammenschluss über die Hälfte ihres Wertes verloren, die des schärfsten Konkurrenten Vestas aus Dänemark nur 30 Prozent.

Iberdrola-Chef Galán machte aus seinem Unmut über die Geschäftsentwicklung keinen Hehl und warf Siemens-CEO Joe Kaeser vor, das Gemeinschaftsunternehmen wie eine Filiale zu führen. Der musste Anfang April eigens für ein Treffen mit Galán nach Madrid reisen, um die Wogen zu glätten. Doch es half nichts. Das Verhältnis war nach wie vor angespannt. „Die Beziehung zu Iberdrola war und ist immer sehr professionell. Dazu gehört natürlich auch, dass man unterschiedliche Meinungen hat. Aber am Ende wollen wir beide das Unternehmen voranbringen“, beschreibt Sen die Beziehung zwischen den beiden Großaktionären. Die Ernennung Mesoneros könnte nun Ruhe einkehren lassen. Fragt sich nur für wie lange. 

Siemens Gamesa kündigte am Dienstag ebenfalls an, so schnell wie möglich einen Chief Operating Officer (COO) zu bestellen. „Die erste Phase der Restrukturierung und Integration ist zum größten Teil abgeschlossen, jetzt geht es darum auch auf der Kostenseite wettbewerbsfähig zu bleiben. Um das professionell angehen zu können, brauchen wir den Posten eines COO, der am besten so schnell wie möglich besetzt werden soll“, sagte Sen. 

Wer den neu geschaffenen Posten bekommt, wollte der Windturbinenhersteller allerdings noch nicht verraten. Jemanden für den Posten vorschlagen, darf allerdings Siemens-Manager Markus Tacke. 

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