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Energie

Windturbinenbauer Gewinn von Siemens Gamesa bricht ein – Aktienkurs auf Talfahrt

Der deutsch-spanische Windkraftanlagenhersteller profitiert zwar von mehr Aufträgen und steigert den Umsatz im dritten Quartal – das Ergebnis aber sinkt deutlich.
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Der Windturbinenbauer kämpft mit dem starken Preisdruck seit 2017. Quelle: Reuters
Windturbine von Siemens Gamesa

Der Windturbinenbauer kämpft mit dem starken Preisdruck seit 2017.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Obwohl der deutsch-spanische Windturbinenhersteller einen Großauftrag nach dem anderen gewinnt, hat sich der Gewinn bei Siemens Gamesa im dritten Quartal mehr als halbiert. Das Nettoergebnis brach von 44 Millionen Euro auf 21 Millionen Euro ein. Allerdings hatte der Konzern im Vorjahr auch von einem positiven Steuereffekt profitiert. 

Wie die gesamte Windbranche, kämpft auch Siemens Gamesa mit dem harten Preiswettbewerb, der seit zwei Jahren tobt. Da die Vergütungen für Ökostrom weltweit gekappt werden, stehen die Hersteller von Turbinen und Rotorblättern unter Druck. Fördergelder sind nicht mehr gesetzlich garantiert. Die Konzerne müssen sich im Wettbewerb untereinander um die Höhe der Vergütungen streiten.

Turbinenbauer wie Siemens GamesaNordex oder Enercon, die den Hauptteil ihres Umsatzes auf dem deutschen beziehungsweise europäischen Markt erwirtschaften, müssen sich jetzt im Ausland beweisen und ihr Geschäft dementsprechend umstellen. 

Unter dem Strich funktioniert das bei dem drittgrößten Windkonzern der Welt aber gar nicht so schlecht: Das operative Ergebnis (Ebit) klettert auf 56 (Vorjahr: 50) Millionen Euro, der Umsatz legt auf 2,63 (2,14) Milliarden Euro zu und der Auftragseingang schnellt um knapp 42 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro in Höhe. 

Den größten Teil seiner Geschäfte macht Siemens Gamesa in Norwegen, Spanien und den USA. Hier gelang es der Windkraft-Tochter von Siemens erst vor wenigen Wochen, den bislang größten Auftrag aus den USA für Windparks auf hoher See gewinnen. Überhaupt ist das Orderbuch ganz schön voll: Insgesamt erhielt Siemens Gamesa 41 Prozent mehr Aufträge als im dritten Quartal des Vorjahres. 

Neue Verträge zu höheren Preisen

Die gefüllten Auftragsbücher lassen den Konzern seine Prognose zwar bekräftigen. Allerdings geht Siemens Gamesa davon aus, bei der avisierten bereinigten operativen Marge von 7,0 bis 8,5 Prozent das untere Ende der Spanne zu erreichen. 

Der Umsatz soll nun zwischen zehn und 10,5 Milliarden Euro liegen. Bisher hatte Siemens Gamesa bis zu elf Milliarden in Aussicht gestellt. Der Aktienkurs brach nach den eingetrübten Aussichten um knapp sieben Prozent ein. 

Angel Pérez, Analyst bei der spanischen Investmentbank Renta 4, fragt angesichts der Zahlen, ob Siemens Gamesa tatsächlich seine Jahresziele einhalten kann. „Vermutlich geht der Konzern davon aus, sonst hätten sie heute eine Gewinnwarnung herausgegeben, aber es dürfte nicht einfach werden“, sagt er.

Dass der Gewinn deutlich hinter den Erwartungen des Marktes zurück blieb, liegt für Pérez an dem starken Preisdruck seit 2017. In der Zeit schloss Siemens Gamesa die Verträge ab, deren Umsätze der Konzern jetzt einfährt. „Das war auf dem Tiefpunkt der Preise“, sagt er.

Die neuen Verträge aber hat der Konzern im abgelaufenen dritten Quartal zu höheren Preisen abgeschlossen: Der durchschnittliche Verkaufspreis im dritten Quartal lag bei 80 Cent pro Megawatt, im Vorjahresquartal waren es 70 Cent.

Positiv sieht Pérez zudem, dass Siemens Gamesa ein Investmentgrade-Rating besitzt. „Das hat sonst kein anderer Wettbewerber und könnte für große Offshore-Projekte ein Wettbewerbsvorteil sein“, schätzt der spanische Analyst. Zudem habe Siemens Gamesa einen größeren Produktmix als die Konkurrenten. „Der Konzern ist langfristig gut positioniert, um zum Marktführer aufzusteigen.“

Mehr: Siemens Gamesa steht vor Rekordauftrag in den USA.

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