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Energie

Yasir Al-Rumayyan Dieser Mann soll Saudi Aramco an die Börse bringen

Der Chef des saudischen Staatsfonds PIF übernimmt die Aufsicht des Ölkonzerns Saudi Aramco. 2020 will er das weltgrößte Unternehmen aufs Parkett bringen.
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Der Manager tritt an die Stelle des Ölministers Khalid Al-Falih. Quelle: AFP
Yasir Al-Rumayyan

Der Manager tritt an die Stelle des Ölministers Khalid Al-Falih.

(Foto: AFP)

Berlin Es ist eine überraschende Personalie, präsentiert als dürre Meldung: „Saudi Aramco heißt Yasir Othman Al-Rumayyan als neuen Chairman willkommen. Er ist bereits seit 2016 Board Member und auch Gouverneur des Public Investment Fund.“

Urheber der Meldung waren die für den erwarteten Börsengang eilig aufgebauten Dienststellen für Kommunikation und Investorenbeziehungen. Was diese Mitteilung über den neuen Mann an der Spitze des weltweit wertvollsten Konzerns allerdings nicht sagt: Mit der Personalie nimmt die Zukunft der Saudi Arabian Oil Company (Aramco) nun Gestalt an, die heiße Vorbereitungsphase vor dem Börsengang hat begonnen. Die erhofften 100 Milliarden Dollar für fünf Prozent der Aramco-Anteile sollen direkt dem Public Investment Fund (PIF) zufließen, jenem Staatsfonds, dem Al-Rumayyan vorsteht.

Er soll das Geld so investieren, dass die „Vision 2030“ Realität wird. Eine Vision, die Kronprinz Mohammed bin Salman persönlich entwickelt hat: Es ist sein Wille, dass das Königreich eine diversifiziere Wirtschaft bekommt und so unabhängig vom Öl wird. Auch ist es sein Wille, dass sich Saudi-Arabien gesellschaftlich öffnet.

Vertrauter des Kronprinzen

Al-Rumayyan, 49, der zunächst als Banker und Kapitalmarktaufseher in der Hauptstadt Riad gearbeitet hatte, löst als Aramco-Chairman Ölminister Khalid Al-Falih ab. Der ist ein enger Vertrauter des Kronprinzen und bleibt als Minister im Amt. Was wie eine Entmachtung aussieht, ist in Wirklichkeit aber nur ein strategischer Schritt, der Al-Falih nicht als Verlierer dastehen lässt. „Ich wünsche meinem Bruder Yasir Al-Rumayyan allen Erfolg“, schrieb er denn auch auf Twitter. Die Personalie sei ein „wichtiger Schritt, den Börsengang vorzubereiten“.

Al-Rumayyan und Al-Falih werden gemeinsam für einen Erfolg des Aramco-IPO kämpfen: Al-Rumayyan, ein Mann mit weichem Händedruck und sanfter Stimme, soll den Konzern intern so transparent gestalten, dass er ausländischen Börsenanforderungen gerecht wird. Er hat bereits beim PIF gezeigt, dass er über gestalterische Kräfte verfügt: Vor seiner Ernennung zum Managing Director war das Unternehmen ein kleiner Pensionsfonds. Er war es, der ihn in einen Giganten mit einem verwalteten Anlagevermögen von 320 Milliarden Dollar verwandelte.

Das nächste erklärte Ziel ist die Zwei-Billionen-Dollar-Marke, dann wäre er der weltgrößte Staatsfonds. Der PIF, der früher externe und zumeist ausländische Finanzexperten Anlageentscheidungen treffen ließ, setzt mittlerweile vor allem auf Expertise im eigenen Haus – und auf Eingebungen des Kronprinzen. Al-Falih hingegen soll sich nun auf eine Steigerung des Ölpreises konzentrieren, was für das Königreich von enormer Bedeutung ist.

„Er ist zuständig für Saudi-Arabiens Ölpolitik und das Ölexportkartell Opec“, sagt Ellen Wald. Die Präsidentin der US-Consultingfirma Transversial Consulting ist Autorin des Buches „Saudi Inc.“, in dem sie tiefe Einblicke in das saudische Königshaus und den Konzern Aramco gewährt. Analyst Olivier Jakob jedoch schränkt ein, es gebe „Unzufriedenheit auf höchster Ebene“. Man sei der Ansicht, „dass Al-Falih beim Ölpreis nicht ausreichend geliefert hat“.

Das Gesicht der Opec

Al-Falih ist das Gesicht der Opec; er und der Kronprinz haben es geschafft, Russland als großen Ölexporteur an die Seite des Kartells zu holen und mit gemeinsamen Förderkürzungen den Ölpreis zu stabilisieren. Aber noch ist dieser Preis nicht hoch genug, um den saudischen Staatshaushalt auszugleichen – auch müsste er noch steigen, um Aramcos Bewertung auf die gewünschten zwei Billionen Dollar zu bringen.

Aramco ist mit Förderkapazitäten von mehr als elf Millionen Barrel (je 159 Liter) am Tag der mit Abstand größte Ölförderer der Welt. Mit 111,1 Milliarden Dollar machte der Staatsölriese 2018 mehr Profit als Apple, Google und Exxon-Mobil zusammen.
Der Plan, durch höhere Ölpreise eine bessere Aramco-Bewertung zu erzielen, ist letztlich auch ein Affront gegen US-Präsident Donald Trump: Der hatte von seinen saudischen Verbündeten niedrigere Preise gefordert.

Auch dürften Trump jene unbestätigten Berichte kaum gefallen, die kolportieren, Saudi-Arabien würde für den Börsengang neben Riad nicht das New Yorker Parkett wählen, sondern die Börse von Tokio.

Tatsächlich sind vor allem die asiatischen Märkte im Visier der Saudis, nicht zuletzt durch die enge Zusammenarbeit mit dem japanischen Konzern Softbank. Die USA sind inzwischen als Exporteur von Schiefergas und -öl zum Rivalen der Golfstaaten geworden – eine schwere Last für Al-Rumayyan, der an der Harvard Business School studiert hat.

Mehr: Der Ölkonzern soll die Banken Lazard und Moelis im Visier haben, um beim geplanten Riesen-Börsengang mitzuhelfen. Die Deutsche Bank dürfte leer ausgehen.

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