Energie

Zustimmung für Sanierungsplan Aktionäre bluten für Solarworld-Rettung

Solarworld-Chef Asbeck kann aufatmen: Die Gefahr einer Insolvenz ist erst einmal gebannt. Die Aktionäre stimmten nach einem Verhandlungsmarathon dem Restrukturierungsplan zu – obwohl sie dadurch viel verlieren.
Update: 07.08.2013 - 23:40 Uhr 18 Kommentare

Die guten Zeiten bei Solarworld sind vorbei

BonnDer Sonnenkönig hat sein irdisches Reich gerettet: Beim hochverschuldeten Solarmodul-Hersteller Solarworld stimmten die Aktionäre am Mittwoch dem Rettungsplan von Firmengründer Frank Asbeck mit 99,1 Prozent zu. Damit bleibt das Lebenswerk des streitbaren Westfalen bewahrt. Doch hat dies seinen Preis. Asbeck wird sich die Macht nun mit ausländischen Investoren teilen müssen. Das Emirat Katar soll neuer Hauptaktionär werden. Der Firmenchef steht als Anteilseigner künftig dann nur noch an zweiter Stelle.

Das Ja der Aktionäre erfolgte auf einer außerordentlichen Hauptversammlung in Bonn. Bei einer Präsenz von 31,20 Prozent nickten 99 Prozent das Sanierungskonzept ab, das auch den Anteilseignern einen herben Verzicht abverlangt. Mit ihrer Zustimmung müssen die Aktionäre einen weitgehenden Verlust ihrer Anteile hinnehmen. Sie würden „quasi enteignet“, sagte Roland Klose von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

Die Gläubiger tauschen 55 Prozent ihrer Forderungen in Aktien, den Altaktionären bleiben dann ganze fünf Prozent an Solarworld. Nach Ansicht von Aktionärsschützern war die Entscheidung alternativlos, da den Anteilseignern im Falle einer Insolvenz ein Totalverlust gedroht hätten. Die Beratungen zogen sich bis in den späten Abend hin, weil wenige Aktionäre immer wieder neue Detailfragen zum Sanierungsplan stellten.

Asbeck zeigte sich nach der Zustimmung erleichtert. „Wir haben genau zwölf Stunden gekämpft und eine mehr als 90-prozentige Zustimmung für unser Konzept von den Aktionären erhalten. Damit kann der Rettungsplan jetzt fortgeführt werden“, sagte Asbeck der dpa.

Asbeck selbst will wieder mit frischem Kapital von rund 10 Millionen Euro ins Boot steigen. Er käme dann auf einen Anteil von rund 20 Prozent. Daneben soll Qatar Solar mit 35 Millionen Euro einsteigen und mit 29 Prozent größter Einzelaktionär werden.

Bei dem Aktionärstreffen war insgesamt rund 31 Prozent des Kapitals vertreten, so dass eine Annahme des Sanierungspakets gesichert war. Denn allein Asbeck hält 28 Prozent der Anteile und für eine Billigung waren 75 Prozent des anwesenden Kapitals erforderlich.

Handelsblatt Energie Briefing
Ende des Entscheidungsmarathons
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18 Kommentare zu "Zustimmung für Sanierungsplan: Aktionäre bluten für Solarworld-Rettung"

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  • @KWi
    Wir haben kein Problem mit einen Abfall aus der Kerntechnik. Der "Atom-" Abfall ist ein Wertstoff!
    Bitte informieren Sie sich. Danke!
    Zur Info....http://dual-fluid-reaktor.de/

  • Ist Atomkraft wirtschaftlich? Wer zahlt dort denn eigentlich die Kosten für mehrere Tausend Jahre (sichere?) Lagerung des Atommülls. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies in den heutigen Stromkosten schon enthalten ist. Gibt es schon irgendwo ein sicheres Endlager? Kann es überhaupt ein SICHERES Endlager geben?
    Meine Vermutung: wenn Atomstrom heute schon die Kosten tragen müsste, die durch die heute erzeugte Stromleistung zukünftig als Kosten anfallen (und so müsste jeder vernünftige Mensch eine Investition rechnen), dann wäre Atomstrom sicherlich nicht als wirtschaftlich zu bezeichnen.
    Meine Vermutung: hier werden in Bezug auf Folgekosten einfach die Augen zu gemacht...

    Lasst uns das Speicher- und Transportproblem von Energie lösen - dann haben wir eine Zukunft.....

  • Ich habe großes Mitleid mit Aktionären- wenn eine Aktie boomt, dann wollen alle dabei sein, wenn sie Ihren Wert radikal verliert, dann wird über die Unfähigkeit der Manager geschimpft!Mit dieser Ansicht, dass wir immer nur mehr haben wollen, bei gleichzeitigem selbstverständlichen Null Risiko schaufeln wir uns unser eigenes Grab! Kein Aktionär wird gezwungen sein Geld da und dort anzulegen- er handelt also aus eigenem Antrieb und ist selbstverantworttlich. Also hört bitte auf zu jammern! Weiter: Energiewende hin oder her: in absehbarer Zeit wird es keine verbrennbaren Ressourcen mehr geben- die Sonne schon- die strahlt noch 4,5 Mrd Jahre - also ein bisschen länger als die paar Generationen die als Pyrotechniker nur dumm verbrennen können. Wir werden also "bald" eh nur noch die Sonne anzapfen können! Es geht schon jetzt- warum tun wir es nicht? Weil es unbequem ist- statt dessen fahren wir auf Lasten unserer Kinder und Kindes Kinder mit Vollgas gegen die Wand. Das ist aber ganz schön fair unseren nachfolgenden Generationen gegenüber. Kapiert bitte endlich: die Energiewende ist keine Alternative - sie wird, ob ihr es wollt oder nicht wollt, sowieso kommen- aus meiner Sicht lieber heute als morgen!

  • @ HofmannM
    Ich kapiere sehr wohl was Sie mir sagen wollen. Die Schuldfrage der Misere auf Basis ideologischer und botanischer Analysen zu klären war aber nicht die Absicht meiner Wortmeldungen. Was mich bewegt hat, war der allgemeine Umstand, dass in den Kommentaren, unter dem Deckmantel der Anonymität, grundsätzlich gegen alles und jeden geschimpft wird - von allwissenden Weltverbesserern mit Doppelmoral.

  • @bernd
    HAALLLOOO...haben Sie es immer noch nicht kapiert!
    Die ideologische Politik einer grünsozialistischen Gedankenwelt ist daran Schuld!
    Die Politik hätte NIE das EEG (Erneuerbare Energie Gesetz) einführen dürfen! Die Politik hätte NIE die Energieeinsparverordnungen ausrufen dürfen!
    Die Politik hätte NIE die ethikbasierende Energiewende dem deutschen Volk auf diktieren dürfen!
    Die Politik hätte NIE das lebensnotwendige CO2 als schädlich verteufeln dürfen. CO2 ist lebensnotwendig für ein bessers Pflanzenwachstum. Das CO2 ist lebensnotwendig für unsere Sauerstoffproduktion. CO2=Pflanzendünger=Sauerstoff!
    Durch die Pflanzenwelt kann erst mit Hilfe des CO2 der lebensnotwendige Sauerstoff für unser Leben entstehen!
    CO2 ist kein Klimawandel Steuerungsgas!
    Die Sonne und die Physik unseres Sonnensystems sind für die verschiedenen Klimaszenarien auf unserer Erde verantwortlich und NICHT das lebensnotwendige CO2!
    Und die 2600 Arbeitsplätze bei Solarworld waren schon von anfang an (aus unwirtschafltichen, da auf EEG Subentionen aufgebaut) zum Niedergang geweiht! Asbeck gaugelt per EEG eine Scheinwelt der Wirtschaftlichkeit vor. Und dies gilt für die gesamte Erneuerbare Energiebranche (Arbeitsplätze)!

  • Danke; sehe ich auch so. Als Aktionär hat man immer die A-Karte; denn als selbiger fungiert man in der Regel "privat". Die großen Anteilseigner sind meistens Fonds, Firmen oder Banken. Die agieren nicht mit ihrer Privatschatulle. Da kommt es auf ein paar Millionen nicht drauf an.

  • totaler Quatsch; niemand ist gezwungen als Aktionär bei diesem Laden einzusteigen oder der Unternehmung in irgendeiner Weise Geld zu verleihen.

  • @hofmannM
    Teilweise dakor.
    Dass die Arbeitsplätze für immer sicher sind habe ich auch nicht gesagt. Aber was wäre denn in diesem Fall die alternative gewesen? Der Staat springt ein - dann heißt es der Steuerzahler muss für die Fehler anderer Haften. Die Firma geht in die Insolvenz - dann wäre das Management Schuld am Verlust von 2600 Arbeitsplätzen. Es findet sich doch immer ein Weg um gegen irgendwen zu meckern.
    Dass die Energiewende zielführend ist, sei dahingestellt, aber bei dieser Umstrukturierung über die armen unschuldigen Privatanleger zu reden ist absurd.

  • @ enteignung
    1. Bitte sachlich bleiben
    2. Nenne mir eine Fondsgesellschaft die nach dem Staat gerufen hat? Nach dem Staat gerufen haben Banken, denen das Grundkapital verloren ging - aufgrund spekulationen im Investmentbanking oder fauler Kredite. Dies hat rein gar nichts mit Fondsmanagement zu tun!

  • @bernd
    Kein einziger Arbeitsplatz ist in der Erneuerbaren Energiebranche je sicher gewesen!
    Die Eneuerbare Energiebranche basiert auf einer ökologischen-sozialistischen Ideologie. Und diese Ideologie wurde durch ein Zwang-Gesetz EEG und dem Märchen von einen menschengemachten CO2-Klimawandel Märchen unter das Volk gebracht. Die deutsche Energiewende ist eine verarsche am deutschen Bürger! Die Energiewende gaugelt ein besseres Stromversorgungssystem vor. Dabei sind Windmühlen und Solarplatten der Rückschirtt in die Abhängigkeit von den Launen der Natur (Sonne und Wind). Damit sind diese Energieerzeuger für unserer industriebasierende soziale Wohlstandsgesellschaft untragbar und ein politisches ökosozialistisches Narrenstück der Bundestags-Block-Parteien!

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