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Autobauer 4750 Euro Prämie – VW-Mitarbeiter erhalten erneut höheren Jahresbonus

Die Kernmarke des Konzerns hat 2018 operativ weniger verdient. Trotzdem wird die Zulage für die rund 110.000 deutschen VW-Beschäftigten deutlich angehoben.
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Die 11.000 beschäftigten des Konzerns erhalten für das Jahr 2018 eine höhere Prämie. Quelle: dpa
VW-Werk Emden

Die 11.000 beschäftigten des Konzerns erhalten für das Jahr 2018 eine höhere Prämie.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Marke Volkswagen hat im vergangenen Jahr wegen der Probleme mit den neuen WLTP-Zulassungstests weniger verdient. Trotzdem gibt es mehr Geld für die rund 110.000 deutschen Volkswagen-Beschäftigten. Sie bekommen für 2018 pro Mitarbeiter 4750 Euro ausgezahlt, ein Plus von 16 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Jahr.

Das geht aus der neuen Ausgabe der Betriebsratszeitung „Mitbestimmen“ hervor, die am Dienstagmorgen an den Werkstoren verteilt wird. Die Marke Volkswagen hat 2018 etwa 100 Millionen Euro weniger operativ verdient als im Jahr zuvor, wie aus Konzernkreisen verlautete.

Aus Sicht des Betriebsrates ist der höhere Jahresbonus für die VW-Beschäftigten nur konsequent. Die Probleme rund um das WLTP-Zulassungsverfahren gingen in erster Linie auf das Konto des Managements und nicht der einfachen Mitarbeiter.

„All diese Herausforderungen waren nicht von der Belegschaft zu verantworten, aber die Kolleginnen und Kollegen haben alles wieder ausgebügelt“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh.

Es sei nur fair, dass der Jahresbonus entsprechend höher ausfalle. Die WLTP-Probleme hatten bei Volkswagen das komplette Produktionsprogramm durcheinandergewirbelt. Im Sommer waren Sonderschichten nötig geworden, im Herbst wurden Mitarbeiter frühzeitig nach Hause geschickt.

Der Jahresbonus für die VW-Beschäftigten wird nach verschiedenen Kriterien und nicht nur nach dem Jahresergebnis der Pkw-Marke Volkswagen berechnet. Ein zusätzlicher Faktor ist etwa das Jahresergebnis von VW Nutzfahrzeuge, der Transportersparte des Konzerns. Die Nutzfahrzeugsparte dürfte besser abgeschnitten haben, sie legt ihre Zahlen Ende des Monats vor.

Der Bonus wird zudem nach einer komplizierten Formel berechnet, die sich auf die zurückliegenden zwei Jahre bezieht. Volkswagen hatte die Berechnungsgrundlage 2016 komplett umgestellt.

Wegen der Dieselaffäre und des daraus resultierenden Jahresverlustes hätten die VW-Beschäftigten damals überhaupt keinen Bonus bekommen. Extremsituationen wie nach der Dieselaffäre schlagen mit der neuen zweijährigen Berechnungsmethode für einen einzelnen VW-Beschäftigten nicht mehr so stark zu Buche.

Auch Aktionäre profitieren von der Erholung

In den besten Jahren des Konzerns (2012, 2013) hatten die VW-Mitarbeiter jeweils mehr als 7000 Euro bekommen. Die Dieselaffäre sorgte dann trotz des neuen Berechnungsverfahrens für einen steilen Absturz der Prämie auf 2905 Euro (2017).

Mit der langsamen Erholung des gesamten Konzerns ging es auch mit der Prämie wieder Schritt für Schritt nach oben. Ähnlich ergeht es im Übrigen auch den Volkswagen-Aktionären: Nach dem dieselbedingten Absturz der Dividende steigt die Ausschüttung an die Anteilseigner jetzt wieder von Jahr zu Jahr.

Die WLTP-Probleme haben besonders die Marke Volkswagen wieder ein Stück weit zurückgeworfen. Wie es dazu in Unternehmenskreisen hieß, ist der Umsatz im vergangenen Jahr zwar von 80 auf etwa 85 Milliarden Euro angestiegen. Doch zugleich hat das operative Ergebnis leicht von 3,3 auf 3,2 Milliarden Euro nachgegeben. Die Rendite ist dadurch im Vergleich zu 2017 von 4,1 auf 3,8 Prozent gefallen. Zuerst hatte der „Spiegel“ darüber berichtet.

Das ist auch ein Rückschlag für Herbert Diess, Vorstandschef des gesamten Konzerns und zugleich der Marke Volkswagen. Ursprünglich sollte die Marke im vergangenen Jahr eine operative Rendite zwischen vier und fünf Prozent erreichen.

Diess hatte die klare Marschrichtung vorgegeben, dass die operative Rendite der Marke Volkswagen auf längere Sicht die Schwelle von sechs Prozent erreichen muss, um dauerhaft konkurrenzfähig zu sein. Ursprünglich sollte Volkswagen 2025 soweit sein.

Im vergangenen Dezember hatte der Konzern dieses Renditeziel auf das Jahr 2022 vorgezogen. Nach dem WLTP-bedingten Rückschlag des vergangenen Jahres wird es jetzt also wieder etwas schwieriger, das neue Renditeziel der Marke zu erreichen.

Im Konzern ist die Ertragsentwicklung im vergangenen Jahr hingegen stabiler verlaufen. Der operative Ertrag lag wie 2017 bei rund 14 Milliarden Euro, die operative Rendite erreichte wieder ein Niveau von etwa sechs Prozent. Schwächen der Marke Volkswagen kann der Konzern mit deutlich besseren Ergebnissen etwa von Porsche und Skoda wieder ausgleichen.

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