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BMW, Daimler und VW Rekordumsatz für die deutsche Autoindustrie – doch Exporte werden zum Problem

Die deutsche Autoindustrie fährt neue Rekorde ein, zeigt eine neue EY-Studie. Doch die hohe Abhängigkeit von Exporten könnte sich noch rächen.
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BMW, VW und Daimler: Exportrisiken bedrohen die Autoindustrie Quelle: dpa
Mercedes-Autos vor dem Export

Die deutsche Autoindustrie exportiert deutlich weniger Autos in die USA.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Auf den ersten Blick scheint die deutsche Autoindustrie dem radikalen Wandel der Branche zu trotzen. Zulieferer und Hersteller erwirtschaftet im Jahr 2018 gemeinsam nicht nur einen Rekordumsatz von 424,8 Milliarden Euro, auch die Beschäftigung ist mit deutschlandweit 834.000 sozialversicherungspflichtigen Jobs so hoch wie nie. Doch die Rekordzahlen täuschen, zeigt eine neue Studie der Unternehmensberatung EY.

Denn das Wachstum ging im vergangenen Jahr vor allem von den deutschen Zulieferern aus. Die Hersteller mussten erstmals seit 2009 wieder ein leichtes Umsatzminus ausweisen. Vor allem, weil der Export stottert. 2018 sanken die Ausfuhren der deutschen Autoindustrie um 2,3 Prozent auf 229,7 Milliarden Euro.

„Im Jahr 2018 musste die deutsche Automobilindustrie mit kräftigem Gegenwind kämpfen“, sagt Constantin Gall, Leiter des Bereiches Automotive und Transportation bei EY. Die Exporte in zwei der drei wichtigsten Auslandsmärkte haben spürbar gelitten.

„Die Vereinigten Staaten und Großbritannien sind zwei der drei wichtigsten Exportmärkte für die deutsche Autobranche – und beide Länder erweisen sich derzeit als Hochrisikomärkte“, so Gall. Beide Länder sind nicht nur Verkaufsmarkt, sondern auch Teil des internationalen Produktionsverbands etlicher deutscher Hersteller und Zulieferer.

Und allein in den USA, dem wichtigsten Exportmarkt der deutschen Autoindustrie, gingen die Ausfuhren schon im Jahr 2018 um fünf Prozent auf 27,2 Milliarden Euro zurück. Immer wieder hatte US-Präsident Donald Trump gegen die seiner Ansicht nach „unfairen“ Handelsbedingungen der Deutschen geklagt. Autos aus den USA werden in der EU mit einem Zoll von zehn Prozent belegt, umgekehrt sind es etwa 2,5 Prozent.

Zuletzt hatte der US-Präsident darum mit Strafzöllen in Höhe von 25 Prozent gedroht, was die deutschen Exporte in die USA im Jahr 2019 weiter belasten könnte.

Und auch im drittwichtigsten Exportmarkt der deutschen Autoindustrie steht die große Krise erst bevor: 2018 sanken die Exporte nach Großbritannien bereits um zehn Prozent auf 22,5 Milliarden Euro. Kommt es zum ungeordneten Brexit, dürften die Exporte auf die Insel weiter leiden. Seit drei Jahren in Folge sinken die Ausfuhren nach Großbritannien mittlerweile.

Allein China erweist sich für die deutschen Autohersteller und Zulieferer als lukrativer Markt. Obwohl die Verkäufe in China zuletzt ebenfalls zurückgingen, sind deutsche Autos nach wie vor gefragt. Die Exporte legten um 14 Prozent auf 24,7 Milliarden Euro zu. Damit landen die Chinesen erstmals vor den Briten.

Die Zahlen der EY-Studie für das dritte und vierte Quartal sprechen eine deutliche Sprache: Mit einem Minus von 7,1 Prozent und 6,5 Prozent drückten die schwache Exporte die Umsätze der deutschen Autoindustrie, die in der zweiten Jahreshälfte auf ein Minus von 3,3 Prozent. Besonders in Südafrika und der Türkei sanken die deutschen Exporte.

Die Autohersteller hatten an mehreren Fronten zu kämpfen. Neben der Exportschwäche belastete auch die Umstellung auf den neuen Prüfzyklus WLTP die Umsätze. Mehrere Bestseller mussten für den neuen Verbrauchstest neu homologisiert werden, und konnten darum über Monate nicht verkauft werden. Das belastete vor allem deutsche Premiummarken wie Porsche und Audi. „Dass angesichts dieser widrigen Rahmenbedingungen der Umsatz etwa auf Vorjahresniveau gehalten werden konnte, ist durchaus als Erfolg zu werten“, so Gall.

Als relativ krisenresistent erweisen sich auf den ersten Blick die Zulieferer. Über das Gesamtjahr gesehen legte ihr Umsatz um 2,1 Prozent auf 81,5 Milliarden Euro zu. Und auch die Zahl der Beschäftigten in den Zulieferbetrieben stieg um 2,1 Prozent auf 311.000 Mitarbeiter.

„Allerdings dürfte das derzeitige Beschäftigungswachstum zu einem erheblichen Teil auf Sondereffekte zurückzuführen und obendrein nicht nachhaltig sein: Aufwändige neue Zertifizierungsverfahren erfordern zusätzliche – auch personelle – Kapazitäten“, warnt Fuß. Ab September 2019 gelten neue Bestimmungen für das WLTP-Verfahren. Mehrere Werke müssten zudem auf die Elektromobilität umgerüstet werden, was zu zusätzlichem Personalbedarf führe.

Das deutsche Bundesland mit den meisten Beschäftigten in der Autoindustrie ist Bayern. In der Heimat von BMW und Audi arbeiten insgesamt 259.929 Angestellte in der Autoindustrie. Auf Platz zwei landet Baden-Württemberg mit 223.030 Mitarbeitern. Dort sind unter anderem Daimler, Porsche und Bosch beheimatet. Platz drei belegt Niedersachsen mit 142.891 Beschäftigten, größte Arbeitgeber sind dort Volkswagen, aber auch der Zulieferer Continental.

In anderen Bundesländern hat die Autoindustrie allerdings deutlich gelitten. In Thüringen, wo unter anderem das Opel-Werk Eisenach steht, sank die Zahl der Beschäftigten um 3,5 Prozent auf 17.984 Jobs. Und auch in Hessen, Rheinland-Pfalz und Brandenburg arbeiteten 2018 weniger Menschen in der Autoindustrie als im Jahr zuvor.

Und dieses Jahr dürfte für die deutsche Autoindustrie herausfordernd bleiben, schätzen die EY-Berater. „Der europäische Absatzmarkt ist schwach ins neue Jahr gestartet und wird in diesem Jahr im besten Fall stagnieren“, sagt EY-Partner Peter Fuß. „Auch in den USA und China dürfte es kaum noch aufwärts gehen – vor allem, wenn sich der Handelsstreit zwischen beiden Ländern weiter verschärft.“

Mehr: Die Irrfahrt der Autoindustrie – wie Donald Trump zur Gefahr für die deutschen Konzerne wird.

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  • Die Abhängigkeit von der Deutschen Autoindustrie muss endlich beendet werden. Dazu muss die Politik das Ruder in die Hand nehmen und innovativen Unternehmen den Weg Bahnen, damit in allen Bereichen neue Arbeitsplätze entstehen können. Es liegen internationale, universitäre Forschungsergebnisse und Patente der Berliner Neutrino Energy Group bereit. Die Nutzung von Neutrino-Energy wird einen System Wechsel bewegen, weg von der Grosskraftwerk-Stromversorgung hin zur mobilen und dezentralen Haushaltsenergieversorgung. Seit der Vergabe des Nobelpreises für Physik 2015 für die Entdeckung der Masse von Neutrinos ist klar, das ist die Energiequelle der Zukunft mit unendlichem Potential. Unter Aufsicht in Gegenwart eines Deutschen Notars wurde Neutrino Technologie vorgestellt, um dazu eine notarielle Tatsachenbeurkundung zu bieten. Jetzt endlich muss die Politik und neue Gesetze die Weichen stellen, damit neue Technologien auch neue Berufs- und Arbeitsfelder eröffnen. Es wird kabellose, selbstladende Telefone, Haushaltsgeräte und Electro-Autos mit unendlicher Reichweite geben.





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