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Elektroauto-Modell Beim Hyundai Kona können die Batterien brennen – Rückruf in Deutschland

Bislang sind Ford und BMW mit möglichen Batteriebränden bei Elektroautos aufgefallen. Jetzt kommt Hyundai als dritter Fall in Deutschland dazu.
04.12.2020 - 16:43 Uhr Kommentieren
Die Batterien beim elektrischen Hyundai Kona können in Brand geraten. Der Rückruf erreicht jetzt den deutschen Automarkt. Quelle: via REUTERS
Ein verbrannter Hyundai Kona aus Südkorea

Die Batterien beim elektrischen Hyundai Kona können in Brand geraten. Der Rückruf erreicht jetzt den deutschen Automarkt.

(Foto: via REUTERS)

Düsseldorf Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat den dritten Rückruf eines Elektroauto-Modells in diesem Jahr wegen drohender Brandgefahren der Batterie gestartet. Aktuell ist der südkoreanische Hersteller Hyundai betroffen. Wie ein Sprecher von Hyundai Deutschland in Offenbach bestätigte, werden knapp 6000 Exemplare des vollelektrischen SUV-Modells Kona vorsorglich in die Werkstätten gerufen.

In den zurückliegenden Monaten hatten zunächst Ford Europa und später auch BMW Probleme mit den Batterien bei verschiedenen Elektromodellen gemeldet. Die Aggregate können überhitzen und in Einzelfällen auch in Brand geraten. Mehrere 10.000 Fahrzeuge sind bei Ford und BMW betroffen. Dahinter steckt ein grundsätzliches Problem in der Autobranche: Die Hersteller der Batteriezellen kommen der stark steigenden Nachfrage nicht hinterher und in der Produktion der Zellen kommt es häufiger zu Fehlern.

Die Probleme beim Elektro-SUV Kona hatten sich schon in den vergangenen Monaten in der südkoreanischen Heimat von Hyundai abgezeichnet: Dort waren die ersten Autos wegen der überhitzten Batterien in Brand geraten, die südkoreanischen Aufsichtsbehörden schalteten sich ein. Hyundai hatte angekündigt, dass weltweit wahrscheinlich knapp 80.000 vollelektrische Kona betroffen sein könnten. Lieferant der Batteriezellen ist LG Chem, ebenfalls mit Sitz in Südkorea.

Die Probleme mit den Kona-Batterien sind offenbar in der Produktion bei LG Chem entstanden. Wie es dazu bei Hyundai Deutschland hieß, ist eine Trennmembran zwischen den verschiedenen Batteriezellen nicht sauber eingearbeitet worden. Dadurch fließt der Strom in der Batterie nicht dort, wo er eigentlich soll. Die Batterie eines Elektroautos besteht in aller Regel aus mehreren Hundert einzelnen Zellen, die als kompletter Batteriesatz in den Boden eines Elektroautos gelegt werden.

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    Von dem Rückruf bei Hyundai sind Fahrzeuge betroffen, die zwischen Anfang 2018 und März 2020 in einem südkoreanischen Werk des Autoherstellers produziert wurden. Hyundai lässt den Kona für den europäischen Markt auch in einer eigenen Fabrik in Tschechien produzieren. Die dort hergestellten Fahrzeuge sind von dem Rückruf nicht betroffen, weil Hyundai seine Batteriezellen für Tschechien über andere Wege bezieht.

    Bei einigen Fahrzeugen müssen die Batterien komplett ausgetauscht werden

    In Deutschland sind von dem Rückruf exakt 5790 Exemplare betroffen. In der Werkstatt wird zunächst eine neue Software für das Batteriemanagement aufgespielt. Danach prüfen die Automechaniker den Stromfluss in der Batterie. Geht alles nach Plan, sind an den Fahrzeugen keine weitere Reparaturen vorgesehen.

    Wo es auch mit der neuen Software keinen ordentlichen Stromfluss gibt, muss zusätzlich auch der Batteriesatz komplett ausgewechselt werden, weil die Trennmembranen dort dann nicht ordentlich funktionieren. Wie es bei Hyundai heißt, werden wahrscheinlich bei etwa drei Prozent der betroffenen Fahrzeuge die Batterien komplett ausgewechselt. Darauf deuteten erste Erfahrungen beim Mutterkonzern in Südkorea hin. Geht die Kalkulation hierzulande auf, müsste die Batterie bei 170 Autos ausgewechselt werden.

    Die Zahl der Fahrzeuge mit einem größeren Schaden – und den damit verbundenen Kosten – bleibt bei Hyundai vergleichsweise klein. Bei den anderen in jüngster Zeit bekannt gewordenen Rückrufaktionen wegen beschädigter Batterien waren die finanziellen Konsequenzen viel gravierender. So hat allein Ford Europa bis zum Ende des dritten Quartals rund 400 Millionen US-Dollar an Kosten verbucht. Bis zum Jahresende kommen wahrscheinlich noch einmal weitere 200 Millionen Dollar dazu.

    Ford hatte vor wenigen Wochen europaweit etwa 33.000 Autos in die Werkstätten gerufen, bei BMW sind rund 27.000 Fahrzeuge von den Batterieproblemen betroffen. Während bei Ford nur bei einer einzigen Baureihe, dem SUV-Modell Kuga in der Version als Plug-in-Hybrid, Brandgefahr besteht, sind beim Autohersteller aus München gleich mehrere Fahrzeugreihen betroffen. Dazu gehören vor allem die neuen Plug-in-Varianten auf SUV-Basis wie X1, X2, X3 und X5. Probleme gibt es vereinzelt auch beim 2er, 3er, 5er und dem 7er BMW. Genauso zählt das Hybrid-Modell Countryman der britischen Konzerntochter Mini zu den betroffenen Fahrzeugen.

    Gewaltiger Aufwand für Ford Europa

    Wie es zuletzt von BMW ergänzend hieß, besteht die Überhitzungsgefahr nur bei einem kleinen Teil der betroffenen Baureihen – dort, wo fehlerhaft produzierte Batteriezellen eingebaut worden sind. BMW führte die Probleme auf Verunreinigungen in der Produktion bei einem Zulieferer zurück.

    Ähnlich ist es auch bei Ford, wo der Strom wegen dieser Verunreinigungen nicht ordnungsgemäß fließen kann. Beide Autohersteller beziehen ihre Batteriezellen vom südkoreanischen Hersteller Samsung SDI, der seine Zellen für den europäischen Markt in einem neuen Werk nahe der ungarischen Hauptstadt Budapest produziert.

    Die Probleme, die der Ford Konzern mit seinem in Europa verkauften Kuga hat, hatten zwischenzeitlich auch auf dessen US-Heimatmarkt übergegriffen. Das SUV hat in Nordamerika ein Schwestermodell, den Escape. In diesem Fahrzeug werden auch Bauteile aus dem Kuga verwendet. Eigentlich sollte es noch in diesem Jahr eine Plug-in-Variante des Escape geben. Wegen der Brandprobleme bei den Kuga-Batterien hat Ford USA diesen Produktstart nun in das nächste Jahr verschoben.

    Für Ford Europa bedeutet der Austausch der Batterien bei mehr als 30.000 Plug-in-Hybriden einen gewaltigen technischen und logistischen Aufwand, den es in dieser Form in der Automobilindustrie noch nicht gegeben hat. Techniker in den Werkstätten müssen auf den Batteriewechsel vorbereitet werden, zudem muss Ford einen sicheren Transport von mehr als 30.000 neuen Batteriesätzen garantieren.

    Das größte Problem sind die begrenzten Batteriekapazitäten in Europa. Samsung SDI kann die von Ford jetzt zusätzlich angeforderten Batterien nicht schnell genug liefern. „Wir kalkulieren damit, dass sich der Austausch bis zum März nächsten Jahres hinziehen wird“, hatte ein Unternehmenssprecher Ende Oktober angekündigt. Den betroffenen Kuga-Kunden wird von Ford nach und nach ein Werkstatttermin mitgeteilt. Die ersten Käufer werden auch am schnellsten in den Werkstätten bedient, wahrscheinlich noch in diesem Jahr.

    In Südkorea haben die Probleme mit den Batteriezellen zu einem Rechtstreit zwischen Hyundai und LG Chem geführt. Der Autohersteller will seinen Zelllieferanten in Regress nehmen. So weit war Ford Europa bislang nicht gegangen. Der Autohersteller hatte Gespräche mit seinem Lieferanten wegen der verunreinigten Batteriezellen angekündigt.

    Mehr: Brennende Hybrid-Autos: Ford will eventuell Kompensation geltend machen

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