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Elektromobilität Volkswagen investiert 100 Millionen Dollar in Batterie Start-up Quantumscape

Das Start-up aus den USA sammelt neues Kapital ein und weitet seine Produktionspläne für Feststoffbatterien aus. VW setzt große Hoffnungen in das Unternehmen.
01.04.2021 - 16:09 Uhr Kommentieren
Quantumscape soll die nächste Generation der Batterie produzieren.  Quelle: dpa
Produktion von Batteriezellen für Elektroautos

Quantumscape soll die nächste Generation der Batterie produzieren. 

(Foto: dpa)

Düsseldorf Das Start-up Quantumscape aus den USA hat erneut 200 Millionen Dollar eingesammelt. Die Hälfte der Finanzierungsrunde kommt von dem deutschen Automobilkonzern Volkswagen.

Insgesamt haben die Wolfsburger damit 300 Millionen Dollar in das Greentech-Unternehmen investiert. 2023 soll die erste Pilotanlage stehen. „Wir haben einen straffen Zeitplan, aber bislang liegen wir sehr gut darin“, zeigt sich Technikvorstand und Mitgründer Tim Holme im Interview mit dem Handelsblatt überzeugt.

Quantumscape, in das auch Microsoft-Gründer Bill Gates investiert, forscht an der Entwicklung der Feststoffbatterie. Dieser Batterietyp, an dem in Form der Lithium-Metall-Akkus schon seit Jahrzehnten geforscht wird, gilt als heiliger Gral der Batterietechnologie.

Die Zellen sollen mehr Reichweite, eine höhere Energiedichte und schnellere Ladevorgänge ermöglichen. Statt eines flüssigen Elektrolyten wie bei der herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterie wird hier auf einen festen Stoff gesetzt. Das macht die Zelle auch bei der Brandgefahr um einiges sicherer. 

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    Quantumscape verspricht durch den Einsatz von Lithium-Metall anstelle des herkömmlichen Grafits bis zu zehnmal mehr Speicherkapazität, wodurch die Zelle leichter und kleiner wird. So soll eine Energiedichte von fast 400 Wattstunden pro Kilogramm erreicht werden.

    Zum Vergleich: In aktuellen Modellen erreicht man bislang lediglich eine Energiedichte von ungefähr 260 Wattstunden je Kilogramm. Bislang konnte Quantumscape dieses Ergebnis allerdings nur in Laborzellen nachweisen, und das sei eben in keiner Weise vergleichbar mit den in Elektroautos verbauten Zellen, kritisieren Forscher.

    Neuer „Meilenstein“ erreicht

    Jetzt hat das kalifornische Start-up einen neuen „Meilenstein“ in der Entwicklung erreicht. Voraussetzung für das erneute Großinvestment von Volkswagen war die erfolgreiche Testung der bislang größten verfügbaren Proto-Zellen in den hauseigenen Laboren von VW.

    „Dieser Erfolg war ein wichtiger Schritt für Quantumscape, und wir freuen uns, auch die nächsten Generationen von Zellen auf dem Weg zu einer Serienproduktion von Feststoffbatterien zu testen“, sagte Frank Blome, Chef der Batteriezellentestung bei Volkswagen. 

    Bis die ersten E-Autos mit den neuen Zellen unterwegs sind, dürften aber Jahre vergehen. Ab 2023 sollen in einer ersten Pilotanlage serienreife Akkus produziert werden. Erst vor einer Woche hatte Quantumscape angekündigt, die Anlage, die ursprünglich auf eine Produktion 100.000 Zellen pro Jahr ausgelegt war, auf 200.000 Zellen zu verdoppeln. Dafür besorgte sich das Start-up nun noch einmal frisches Kapital. Insgesamt hat Quantumscape bisher mehr als 1,2 Milliarden Dollar eingesammelt.

    Hype an den Börsen

    Damit sei man nun bis 2024 durchfinanziert, sagt CTO Holme: „Die Nachfrage ist mittlerweile einfach so groß, dass wir beschlossen haben, unsere Produktionspläne deutlich zu erweitern.“ Die ersten Zellen gingen natürlich nach Wolfsburg. Volkswagen hält mittlerweile fast ein Drittel an Quantumscape. 

    Ende 2020 sorgte das US-Unternehmen für Aufruhr an den Börsen, als die Bewertung des Start-ups nach einer Ankündigung auf 50 Milliarden US-Dollar stieg. Dadurch war Quantumscape kurzzeitig mehr wert als der Autokonzern Ford. Wenige Wochen später war die Bewertung wieder um mehr als die Hälfte gefallen.

    „Was am Aktienmarkt passiert, können wir nicht beeinflussen. Aber wir denken, dass wir durch unsere Forschung einen großen Mehrwert für die Verbreitung der Elektromobilität bringen werden“, sagt Holme selbstbewusst. Die seit Kurzem veröffentlichten Daten würden genau das unterstützen. Auch Volkswagen glaubt, dass Feststoffbatterien der nächste große Entwicklungsschritt für E-Autos sind. 

    Auch andere Unternehmen wie Toyota, Samsung und Panasonic forschen schon länger an den sogenannten „Solid State“-Batterien, der Schritt in die Massenproduktion ist bislang allerdings noch keinem gelungen. 

    Vorreiter Toyota wollte die erste Feststoffbatterie eigentlich schon längst auf der Straße haben und in diesem Jahr in die Serienfertigung gehen. Das ist jetzt erst einmal verschoben – auf 2025. Und auch Quantumscape-Investor Volkswagen ist von der Realisierbarkeit der Feststoffbatterie zwar überzeugt, sieht aber ebenfalls noch Probleme in der Massenfertigung. „Die grundsätzliche Machbarkeit im Labor ist nachgewiesen, aber es gibt Herausforderungen bei der Fertigungstechnik im Volumen“, sagte ein VW-Sprecher. In der Massenfertigung werde an vielen Stellen „komplettes Neuland“ betreten.

    Mehr: Jagd nach der Superbatterie: Diese Technologie soll die Probleme der Elektromobilität lösen.

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