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Flottenmanagement
Auf Pump

75 Prozent aller in Deutschland im Jahre 2016 zugelassenen Fahrzeuge wurden entweder geleast oder per Kredit finanziert. Quelle: Arbeitskreis Autobanken

(Foto: PR)

Mobilität Flottenmanager setzen wieder auf Dieselfahrzeuge – und verpassen damit die Wende

Die Dieselkrise hat weder bei Leasinggesellschaften noch bei Flottenmanagern zu einem Umdenken geführt. Das könnte sich rächen.
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Düsseldorf Auf dem Höhepunkt der Dieselkrise Mitte vergangenen Jahres hatte laut einer Umfrage des Leasinganbieters Arval mehr als die Hälfte der Flottenmanager dem Diesel abgeschworen. Damals zog jeder vierte Flottenmanager Carsharing, Fahrgemeinschaften und ein Mobilitätsbudget in Betracht.

Daraus ist wenig geworden. Im vergangenen Februar meldete das Marktforschungsinstitut Dataforce zunächst einen Anteil alternativer Antriebe in Flotten über der Fünf-Prozent-Marke. Doch schon im Mai gab die gleiche Quelle bekannt, dass sich der Dieselanteil in den Flotten wieder stabilisiert habe. Auch die Restwerte der Fahrzeuge hätten sich erholt. Im relevanten Flottenmarkt lag die Dieselquote laut Dataforce im Juli knapp unter 60 Prozent.

Damit ist bereits die zweite historische Chance für neue betriebliche Mobilität ungenutzt geblieben. Im Zuge der Finanzkrise 2008 waren viele Firmen klamm und sind auf kleine Fahrzeuge umgestiegen. Heute drohen Fahrverbote. Doch die lassen sich umfahren.

Flottenmanager haben deshalb ihren Strategieschwenk außer Vollzug gesetzt und setzen wieder auf Dieselfahrzeuge. Teuer in der Anschaffung, kostengünstig im Betrieb - so lautet Pi mal Daumen die Rechnung für das Langstreckenfahrzeug Nummer eins.

Vor allem für die herstellereigenen Leasinggesellschaften, die den Flottenmarkt hierzulande mit 70 Prozent Marktanteil dominieren, ist der margenstarke Diesel besonders wichtig. Logisch, dass dort kaum ein Vertriebler auf die Idee kommt, dem Fuhrparkleiter zu sagen: Probier es doch mal mit einem E-Bike oder Roller. Stattdessen berechnen Flottenbetreiber ihre Schadstoffbilanzen weiter auf heutige Grenzwerte, statt in die Zukunft zu schauen.

Auf diese E-Autos fahren die Deutschen ab
Platz 10: VW e-Up
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Auf Platz zehn schafft es der VW e-Up. Ganze 372 Käufer entschieden sich in den ersten vier Monaten 2018 für den rein elektrisch angetriebenen Kleinwagen mit 82 PS Leistung und rund 160 Kilometern Reichweite.

(Foto: Hersteller)
Platz 10: VW e-Up
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Mit einem Preis von 26.900 Euro ist das kleinste Elektroauto aus dem VW-Konzern allerdings auch mehr als doppelt so teuer wie die Verbrennervarianten des Kleinswagen.

(Foto: Hersteller)
Platz 9: Hyundai Ionic Elektro
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455 Käufer entschieden sich für den alternativ angetriebenen Koreaner, den es auch als Hybrid und Plug-In-Hybrid gibt. Die Elektroversion mit Strom für 250 Kilometer nimmt Batteriefahrzeuge wie Chevrolet Bolt oder Nissan Leaf ins Visier, die Plug-In-Version mit 51 Kilometern elektrischer Reichweite zielt vor allem auf den VW Golf GTE, der konventionelle Hybrid ist speziell auf den Gegner Toyota Prius zugeschnitten.

(Foto: Hersteller)
Platz 8: Tesla Model S
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Mit dem Tesla Model S schafft es auch ein Oberklassewagen in die Top Ten. 544 Käufer entschieden sich für das Model, das in 2,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt...

(Foto: Reuters)
Platz 8: Tesla Model S
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Das Einstiegsmodells S 60 ist mittlerweile Geschichte. Wer Model S fahren will, muss auch ordentlich Geld dafür hinlegen. Das S 70 beginnt bei 82.700 Euro, hat aber auch nur eine 70 kWh-Batterie. Das mit 469 PS deutlich stärkere Spitzenmodell P 90 D kostet ab 124.300 Euro. Wird das „Beschleunigungs-Upgrade“ (539 PS) für ultimative Beschleunigung geordert, verteuert sich der Allradler sogar auf stolze 135.400 Euro.

(Foto: Hersteller)
Platz 7: Nissan Leaf
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In der Top Ten der meistverkauften E-Mobile finden sich auch Fahrzeuge jenseits der Kleinwagenklasse. Das meistverkaufte Elektroauto der Welt, der Nissan Leaf, findet sich mit 636 Neuzulassungen auf Platz sieben wieder.

(Foto: Hersteller)
Platz 6: Smart Forfour Electric Drive
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Mit dem Smart Forfour ED bringt Smart auch einen Viersitzer mit Elektroantrieb auf den Markt. Mit einem 17,6-kWh-Akku schafft das Auto laut Hersteller 155 Kilometer Reichweite. Mit 1.058 Neuzulassungen in diesem Jahr liegt das Modell auf Platz sechs.

Insider beobachten, dass das Gros der Flottenmanager an gewohnten Abläufen festhält und weitermacht wie bisher. Zur Not bestücken sie die Flotte mit Benzinern - auch weil zum Beispiel Anbieter wie Sixt Leasing angekündigt haben, die Raten für Dieselfahrzeuge wegen der unsicheren Restwerte zu erhöhen.

Dazu kommt: Auf neue Mobilitätskonzepte haben nur die wenigsten Anbieter in der Leasingbranche bislang eine Antwort gefunden. Sie setzen darauf, die steigenden Kosten einer auf das Automobil fokussierten Mobilität auf die Kunden abzuwälzen, statt intelligente Konzepte zu entwickeln, die sie per Leasing in den Markt drücken.

Anders zum Beispiel im Nachbarland Belgien. Dort sind seit 2003 alle Unternehmen mit mehr als 100 Beschäftigten dazu verpflichtet, eine Mobilitätsbilanz vorzulegen, inklusive Daten zum Arbeitsweg, Parkplätzen und Fahrradboxen. Der belgische Staat fördert dabei das Mobilitätsbudget.

5 günstige Diesel ohne Fahrverbot-Risiko
Wenig Auswahl bei sauberen Dieseln
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Die Auswahl an sauberen Diesel-Modellen ist aktuell noch sehr klein. Längst noch nicht alle in Deutschland angebotenen Neuwagen sind auf dem Stand der strengsten Abgasnorm Euro 6d-temp. Vor allem im unteren Preissegment ist das Angebot mau. Wir haben die fünf günstigsten „Sauber-Diesel“ rausgesucht, die aktuell bestellt werden können.

(Foto: AP)
Ford Ka+ 1.5 TDCi, 70 kW/97 PS, ab 14.000 Euro
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Der Kleinstwagen bietet vergleichsweise viel Platz und eine ordentliche Ausstattung. Für die Langstrecke sicher nicht die beste Wahl, aber für städtische Vielfahrer wie Pflege- oder Kurierdienste als Diesel eine bedenkenswerte Alternative zum Benzinermodell.

(Foto: AP)
Peugeot 208 BlueHDi 100, 73 kW/99 PS, ab 19.100 Euro
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Die Franzosen zählen zu den Marken mit dem größten Sauber-Diesel-Programm jenseits der Premiumanbieter. Der 208 punktet mit knappen Abmessungen, gutem Raumgefühl und flinkem Fahrverhalten. Im Vergleich zum kaum kleineren Ford nicht nur auf der Langstrecke das reifere Auto.

(Foto: PR)
Honda Civic 1.6 i-DTEC, 88 kW/120 PS, ab 19.990 Euro
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In der neuesten Generation ist der japanische Kompaktwagen fast schon zum Mittelklassemodell geworden, bietet viel Platz für Passagiere und Gepäck. Dazu gibt es selbst beim Basismodell eine umfangreiche Sicherheitsausstattung.

(Foto: dpa)
Ford Focus 1.5 EcoBlue, 70 kW/97 PS, ab 20.090 Euro
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Die neue Generation des Ford Focus kommt zwar erst im September auf die Straße, kann aber bereits jetzt bestellt werden. Zumindest für die Basismobilität dürfte der leistungsmäßig etwas beschränkte Diesel ausreichen.

(Foto: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH)
Peugeot 308 1.5 BlueHDi, 75 kW/100 PS, ab 20.950 Euro
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Der kompakte Franzose ist gleich mit drei unterschiedlichen Euro-6d-temp-Dieseln zu haben. Verpflanzt sind die Vierzylinder in einen eleganten Fünftürer, der sich bei Ambiente und Fahrverhalten stärker als zuletzt von der Marke gewohnt am VW Golf orientiert.

(Foto: PR)
Die Deutschen ziehen nach
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Das Angebot an Modellen wird in den kommenden Monaten weiter wachsen, spätestens im Herbst 2019 müssen alle Neuwagen die Abgasnorm Euro 6d-temp erfüllen. Am unteren Ende des Preisbandes dürfte sich aber vergleichsweise wenig tun: Viele Marken werden die Dieselmotoren in ihren Kleinst- und Kleinwagen wohl eher streichen als die teure Abgasreinigung einzubauen.

(Foto: Reuters)

Mitarbeiter, die einen kleineren Firmenwagen, ein Bus- oder Bahnabo, ein E-Bike oder eine Kombination nutzen, können sich die Differenz ausbezahlen lassen. Dabei seien lediglich die Sozialabgaben von 3,5 Prozent zu zahlen, erklärte Transportminister François Bellot in einem Radiointerview.

„Hierzulande bleibt es der Eigeninitiative von Unternehmen überlassen, ob und wann sie in die mobile Zukunft einzahlen“, sagt Philip Kneissler, Gründer und CEO von Belmoto Mobility. Die Hamburger Firma öffnet Unternehmen mit seiner Mobility Card den Zugang zu modularen Mobilitätskonzepten, bei denen das klassische Leasingfahrzeug nur eine Option unter vielen ist.

Kneissler rekrutiert seine Klientel direkt aus der Chefetage: „Dort wird aus Überzeugung gehandelt - unabhängig von Erscheinungen wie der Dieselkrise“.

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1 Kommentar zu "Mobilität: Flottenmanager setzen wieder auf Dieselfahrzeuge – und verpassen damit die Wende"

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  • Der Klimawandel schreitet weiter fort, weil wir zuviel Kohle, Benzin und Diesel verbrennen. Die katastrophalen Auswirkungen sehen wir gerade wieder in Kalifornien, wo über tausend Häuser abbrannten. In Zukunft werden die schädlichen Wirkungen des Klimawandels zunehmen mit gewaltigen Stürmen, Trockenheit, Bränden und daraus resultierenden gewaltigen Völkerwanderungen. Wir müssen die fossilen Energieträger in der Erde lassen und uns im Wesentlichen auf die Ausnutzung der täglich eingestrahlten Sonnenenergie beschränken. Für die PKWs und LKWs sowie große Schiffe heißt das, daß wir durch die Entwicklung von "saubereren" Verbrennungsmotoren nur Energie und Geld in eine für die Verlangsamung des Klimawandels nicht wirksame Form der Motilität stecken. Wir brauchen endlich ein Umsteuern auf eine Wirtschaft in der ökologisch verträglicher Wasserstoff als Energieträger fungiert. Planzen und Tiere machen das seit 1 Milliarde Jahren vor, ohne klimaschädliche Folgen. Lernen wir von ihnen. Alle technischen Erfindungen dazu sind bekannt.
    Gerhard Raydt

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