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Ressourcenschutz EU-Kommission legt erstmals Recyclingziele für Batterien fest

Vor einem Jahr wurde der Green Deal vorgestellt, jetzt geht es an die Umsetzung: mit den Nachhaltigkeitskriterien bei der Entsorgung von Batterien.
10.12.2020 - 04:00 Uhr Kommentieren
Lithium-Förderung in Chile: Der Rohstoff ist einer der Hauptbestandteile von Autobatterien. Quelle: Bloomberg
Lithium

Lithium-Förderung in Chile: Der Rohstoff ist einer der Hauptbestandteile von Autobatterien.

(Foto: Bloomberg)

Berlin, Brüssel In den kommenden Jahren wird der Bedarf an Batterien in der Automobilbranche rasant steigen. Bisher gibt es jedoch keine oder nur unzureichende Anforderungen an Herstellung, Effizienz und Entsorgung dieser Batterien. Die EU-Kommission will das ändern und stellt am Donnerstag künftig verpflichtende Nachhaltigkeitskriterien für Batterien vor.

Nach einem Entwurf, der dem Handelsblatt vorliegt, wird die Kommission folgende Recyclingziele für in Batterien verwendete Rohstoffe vorschlagen: Ab 2026 müssen 90 Prozent des verwendeten Kobalts, Nickels und Kupfers recycelt werden sowie 35 Prozent des verwendeten Lithiums. 2030 erhöhen sich die Zahlen auf 95 Prozent bei Kobalt, Nickel und Kupfer sowie auf 70 Prozent bei Lithium.

Außerdem soll es verbindliche Richtlinien für die Beschaffung der Ressourcen geben. Denn der Abbau belastet die Umwelt und findet – wie im Kongo – häufig unter schwierigen sozialen Umständen statt.

Geplant ist auch ein Kohlenstoff-Fußabdruck für Batterien. Dieser soll den Anteil erneuerbaren Elektrostroms, der für die Produktion von Batteriezellen verwendet wird, erhöhen. Ziel der EU-Exekutive ist es, eine sichere und nachhaltige Wertschöpfungskette für alle Batterien vorzulegen.

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    Insbesondere in der Automobilbranche wird der Bedarf rasant steigen. Allein in Deutschland wurden im November laut Kraftfahrt-Bundesamt knapp 60.000 Elektroautos zugelassen, inklusive Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen. Damit hat sich der Absatz im Vergleich zum Vorjahresmonat mehr als verfünffacht. Der Elektroanteil am Pkw-Gesamtmarkt erreichte mit 20,5 Prozent ebenfalls einen Höchstwert. Im bisherigen Jahresverlauf stiegen die Neuanmeldungen um 220 Prozent auf 312.000 Elektrofahrzeuge.

    Sven Giegold, finanzpolitischer Sprecher der Grünen im Europaparlament fordert noch höhere Recyclingziele: „Die erstmaligen Recyclingziele für Lithium und Kobalt sind ein wichtiger Schritt. Doch gerade Lithium muss zu 100 Prozent recycelt werden,“ sagte er dem Handelsblatt.

    Trotzdem lobte der Grünen-Politiker: „Die Auflagen zum Co2-Fußabdruck von Batterien und zum nachhaltigen Abbau von Rohstoffen sind wegweisend“. „Das ist auch ein Meilenstein für alle europäischen Hersteller, deren Wettbewerbsfähigkeit durch hohe Standards gestärkt wird.“

    Recyclingziel bei Lithium zu gering?

    Mit einem „Batterie-Pass“ soll sichergestellt werden, dass Batterien und Rohstoffe rückverfolgbar sind und recycelt werden. Dadurch könnte auch die Abhängigkeit von Ländern mit Seltenen Erden reduziert werden. Die neuen Anforderungen der EU-Kommission sollen aber nicht nur für Autobatterien gelten, sondern auch für Akkus in Handys.

    „Wir sehen diese Verordnung als einen sehr wichtigen Schritt, um Batterien noch sauberer zu machen. Es ist die erste globale Regelung dazu“, sagte ein Sprecher der NGO Transport & Environment. „Insbesondere für Deutschland und die deutschen Automobilhersteller ist dies eine große Chance. Denn viele der geplanten Gigafactorys werden in Deutschland gebaut.“

    Lediglich bei Lithium wirft die NGO der EU-Kommission mangelnde Ambitionen vor. „Das Recyclingziel für Lithium – 70 Prozent  im Jahr 2030 – ist nicht ehrgeizig genug. Die Erfahrung zeigt, dass 90 Prozent möglich sind. Daher muss der Rat diese Ziele erhöhen“, forderte der Sprecher.

    Auch bei der Herstellung von Batterien müssen Produzenten künftig auf Sekundärmaterial zurückgreifen. So ist ab 2030 der Einsatz von zwölf Prozent von Kobalt geplant, 85 Prozent bei Blei sowie jeweils vier Prozent bei Lithium und Nickel. Ab 2035 gilt ein Minimum von 20 Prozent bei Kobalt sowie zehn Prozent bei Lithium und zwölf Prozent bei Nickel. Bei Blei bleibt es bei 85 Prozent.

    Mehr: Jeder Dritte würde in Deutschland zur E-Mobilität wechseln.

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