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Rudolf Rizzolli Nächste Autoplattform auf Börsenkurs: MeinAuto will den Neuwagenmarkt verändern

44.000 Nutzer fahren die Autos von CEO Rudolf Rizzolli schon im Abo. Nun könnte er sich durch einen IPO Geld für mehr Wachstum besorgen. Damit hat er schon Erfahrung.
30.03.2021 - 08:58 Uhr Kommentieren
Kern des Geschäfts von MeinAuto ist der Abovertrieb mit derzeit 44.000 Abonnenten, die Laufzeiten zwischen zwölf und 48 Monaten wählen können. Quelle: dpa
Neuwagen auf einem Verladeplatz nahe Michendorf

Kern des Geschäfts von MeinAuto ist der Abovertrieb mit derzeit 44.000 Abonnenten, die Laufzeiten zwischen zwölf und 48 Monaten wählen können.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Nach Auto1 steuert Insidern zufolge der nächste digitale Autohändler aus Deutschland die Börse an: Die MeinAuto-Gruppe mit Hauptsitz in Oberhaching bei München hat sich auf den Vertrieb von Neuwagen im Abo spezialisiert. Am Dienstag legte CEO Rudolf Rizzolli Zahlen vor: „Wir haben 2020 mehr als 200 Millionen Euro Umsatz gemacht, fast 40 Millionen Ebitda, wir sind kein Start-up“, sagte er dem Handelsblatt – eine kleine Stichelei in Richtung Auto1?

Zwar betonen die süddeutschen Neufahrzeuganbieter immer wieder, nicht mit dem Berliner Gebrauchtwagenhändler zu konkurrieren – in mancher Hinsicht vergleicht man sich aber doch ganz gerne: „Wir haben im vergangenen Jahr fast 40.000 Fahrzeuge verkauft, bei Auto1 waren es knapp 10.000.“ Konkret heißt das: MeinAuto hat 2020 über 39.000 Neuwagen-Bestellungen abgewickelt – teils als reine Leasing-Verträge und teils mit anschließendem Verkauf.

In jedem Fall gilt: Die Aufmerksamkeit, die Auto1 im Februar mit seinem Börsengang in Frankfurt auf den wachsenden Auto-Onlinehandel gelenkt hat, möchte man sich mindestens teilen.

„Wir setzen auf zwei Megatrends: den Trend von offline zu online und von Eigentum zu Nutzung“, sagt Rizzolli. Während sich die etablierte Branche umstellen muss, sieht das junge Unternehmen seine Chance, als Digitalplattform schnell Marktanteile zu gewinnen. „Der Neufahrzeugmarkt ist im letzten Jahr um 19 Prozent geschrumpft, wir sind um über 30 Prozent gewachsen.“

Es geht allein in Deutschland um ein adressierbares Umsatzvolumen von 70 Milliarden Euro bei Neufahrzeugen, die an Privatkunden und kleine Unternehmen verkauft werden. Bisher sind erst circa zwei Prozent des Marktes digitalisiert.

Rahmenverträge mit Herstellern und Händlern

Das will der Betreiber der drei Plattformen MeinAuto.de, MeinAutoAbo.de und mobility-concept.de ändern. 2018 hatte der britische Finanzinvestor HG sie gekauft und integriert, um langfristig „die Nummer-eins-Plattform für Neufahrzeuge in Europa zu werden“, sagt Rizzolli. Nach Unternehmensangaben werden bisher jährlich 30 Millionen Autokauf-Interessenten vor allem in Deutschland erreicht.

In Finanzkennzahlen schlägt das für 2020 so zu Buche: MeinAuto konnte seinen bereinigten Umsatz im Vorjahresvergleich um elf Prozent steigern. Von den nun 212 Millionen Euro entfallen 121 Millionen auf das Privatkundengeschäft. Das bereinigte Ebitda stieg um 25 Prozent auf 38 Millionen Euro.

Das Geschäftsmodell beruht auf Rahmenverträgen mit Herstellern und Händlern, 500 verschiedene Fahrzeuge sollen zur Auswahl stehen. Das Alleinstellungsmerkmal sieht Rizzolli darin, als unabhängiger Anbieter den Preis- und Leistungsvergleich je nach Raten, Laufzeit, Versicherungen und anderen ausgewählten Dienstleistungen zu bieten. Dabei sei seine Firma nicht nur „Preisvergleichsmaschine“. Auf Basis der getroffenen Auswahl des Kunden und eines großen Datenschatzes könnten individuelle Alternativen zu dem konfigurierten Modell aufgezeigt werden. Zudem sorge die Firma für die Qualität.

Kern des Geschäfts ist der Abovertrieb mit derzeit 44.000 Abonnenten, die Laufzeiten zwischen zwölf und 48 Monaten wählen können. „Wir setzen darauf, dass ein Kunde über die gesamte Zeit Dienstleistungen nutzt, und wenn sein Abo ausläuft, wollen wir ihm ein neues Autoabo verkaufen.“ Bei 80 Prozent der Nutzer gelinge das bereits. Daneben besteht auch eine Kaufoption.

Für die Dauer des Leasings nimmt die MeinAuto-Gruppe die Fahrzeuge auf die Bilanz, anschließend kann sie die Hälfte der Fahrzeuge laut Rizzolli an ihre Partner zurückgeben, die andere Hälfte werde online beziehungsweise über Filialen in Düsseldorf und München verkauft.

Gewissermaßen sind Rizzollis Partner aber auch seine Konkurrenten. Die großen Autobauer haben erkannt, dass sie ihre Position als erste Anlaufstelle für Autokauf- und Leasing-Interessenten verteidigen müssen. Volkswagen, Daimler und das Kfz-Gewerbe versuchen das etwa mit dem Start-up Heycar.

Auf die Frage, ob die Autohersteller ihm irgendwann die Partnerschaft verweigern könnten, will Rizzolli aber ebenso wenig näher eingehen wie auf Konkurrenz zu Sixt Leasing, das 2015 – Achtung – von ebenjenem Rudolf Rizzolli an die Börse geführt wurde.

Der gebürtige Südtiroler, der das Fahrzeug-Geschäft als Restrukturierungsberater bei Boston Consulting Group kennen lernte, setzt auf veränderte Kundenbedürfnisse und die Macht der Nachfrage. „Wir wissen, dass Kunden heute nicht mehr so eindimensional markenfokussiert sind wie früher. Es gibt viele Leute, die sagen, der 1er-BMW und der Audi A3, der Golf und der Seat kommen für mich alle infrage.“

Insidern zufolge könnte die MeinAuto-Gruppe bei einem IPO einschließlich Schulden mit bis zu 1,4 Milliarden Euro bewertet werden. Zu den Gerüchten nur so viel: „Bei überproportionalem Wachstum steigt auch der Cashbedarf, da muss man sich nach verschiedenen Wegen der Finanzierung umschauen.“

Mehr: Umsatzrückgang nach Börsengang: Auto1 setzt weiter voll auf Expansion.

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