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GrünheideTesla-Mitarbeiter rasen mit Tempo 80 über Werks-Parkplatz

Viele Beschäftigte ignorieren offenbar das Tempolimit auf dem Gelände der Gigafabrik. Nun soll das „Design-Team“ Lösungen entwickeln, die zum Langsamfahren zwingen.Sönke Iwersen, Michael Verfürden 09.10.2025 - 15:17 Uhr Artikel anhören
Tesla-Gigafabrik in Grünheide: Das einzige Werk des US-Elektroautobauers in Europa. Foto: Soeren Stache/dpa

Düsseldorf. Auf der jüngsten Betriebsversammlung in der Gigafactory Grünheide setzte der Betriebsrat des US-Elektroautobauers Tesla ein ungewöhnliches Thema auf die Tagesordnung. Ein Mitglied des Ausschusses für Gesundheit und Arbeitsschutz fasste es zusammen unter der Überschrift „Rennstrecke Südparkplatz“.

Auf dem Parkplatz würden Geschwindigkeiten „fernab von Gut und Böse“ gemessen, regelmäßig zwischen 70 und 80 km/h. Viele Mitarbeiter hätten sich bereits beschwert. Auf einer Folie in der dazugehörigen Präsentation beklagte der Ausschuss ein „erhöhtes Unfallrisiko“.

Man habe digitale Geschwindigkeitsmessschilder angebracht, die auf das Tempolimit von 30 km/h aufmerksam machten. Diese seien „nicht bloß dazu da, damit ihr wisst, wie schnell ihr fahrt“, sagte der Betriebsrat.

Dann appellierte er eindringlich an die etwa 11.000 Beschäftigten in der einzigen Autofabrik von Elon Musk in Europa. „Ich kann nur jedem von uns ans Herz legen: Achtet bitte auf eure Geschwindigkeiten,“ sagte er. Ermahnungen allein würden aber nicht reichen. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich das sonst schnell wieder verselbstständigt.“

Letzte Option: Bodenschwellen

Tesla prüfe deshalb bauliche Veränderungen zur Verkehrsberuhigung auf dem Werksgelände. „Wir sitzen aktuell mit dem Design-Team zusammen“, sagte der Betriebsrat. Geplant seien Fahrbahnverengungen und neue Zebrastreifen, um geringere Geschwindigkeit zu erzwingen.

Zehn Meter weiter ist die Autobahn, da kann man schön durchknallen mit einem schnellen Auto, das macht auch Spaß
Tesla-Betriebsrat

Sollten diese Maßnahmen nicht greifen, drohen härtere Eingriffe. „Wenn wir es so nicht in den Griff bekommen, dann werden wir irgendwann über Bodenschwellen reden müssen“, kündigte der Betriebsrat an. „Und ich glaube, da hat keiner von uns Lust drauf.“

Damit will der Betriebsrat laut einer Präsentation „Unfallrisiko und Gefahr für unsere Mitarbeiter*innen“ in den Griff bekommen und für „weniger Blechschäden“ sorgen. Bepflanzte Betoninseln, die die Fahrbahn gezielt verengen, könnten auch eine „optische Aufwertung“ sein und hätten „ökologischen Nutzen“.

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Zum Schluss erinnerte der Betriebsrat die Belegschaft an die naheliegende Alternative: „Zehn Meter weiter ist die Autobahn, da kann man schön durchknallen mit einem schnellen Auto, das macht auch Spaß“, sagte der Mitarbeitervertreter. „Aber bitte […] wartet dieses kleine Stück noch, bis ihr Gas gebt. Danke!“

Erstpublikation: 08.10.2025, 11:42 Uhr.

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