300 Schnellzüge Bahn beglückt Siemens mit Milliardenauftrag

Die Deutsche Bahn und Siemens haben sich einem Bericht zufolge auf den größten Zugauftrag in der Bahn-Geschichte geeinigt. Es geht um bis zu 300 Schnellzüge - und fünf Milliarden Euro.
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ICE-Zug der Bahn in Köln: Das Auftragsvolumen könnte über fünf Milliarden Euro betragen. Quelle: ap

ICE-Zug der Bahn in Köln: Das Auftragsvolumen könnte über fünf Milliarden Euro betragen.

(Foto: ap)

BerlinDie Deutsche Bahn und der Industriekonzern Siemens haben sich nach langem Ringen auf den größten Zugauftrag in der Bahn-Geschichte verständigt. Der Staatskonzern wird damit bis zu 300 dringend benötigte neue Hochgeschwindigkeitszüge als Nachfolger des IC und von ICE-Zügen auf die Gleise bringen können. Das Auftragsvolumen könnte über fünf Milliarden Euro betragen.

Nach Angaben von Branchenvertretern traf sich die Bahn-Spitze mit Siemens-Chef Peter Löscher Anfang der Woche.

Die schnellsten Züge der Welt
Zefiro 380
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Zefiro 380

Der Zefiro 380 wurde von Bombardier im Auftrag des chinesischen Eisenbahnministeriums entwickelt. Vorgänger Zefiro 250 rast schon seit 2009 als einer der schnellsten Schlafwagenzüge der Welt durch die Volksrepublik. Der Zefiro 380, von dem die Chinesen gleich 80 Einheiten für 2,7 Milliarden Euro bestellten, ist um 130 Stundenkilometer schneller.

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Siemens Velaro

Siemens Mobility baut auf Grundlage des ICE 3 den Nachfolger des deutschen Hochgeschwindigkeitszuges, die Züge der Velaro-Serie. Der Zug kommt in Spanien (als Velaro E), China (Velaro CN, Foto) und Russland (Velaro RUS) zum Einsatz. In Deutschland wird der ICE-Nachfolger unter von der Deutschen Bahn unter dem Namen Baureihe 407 in Betrieb genommen werden. Die jeweils auf ihre Einsatzorte angepassten Züge unterscheiden sich vor allem in ihrer Innenausstasstung sowie unter anderem in der Spurweite.

Foto: Public Domain

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AVE S-103

Der spanische Velaro E kommt auch eine betriebliche Höchstgeschwindigkeit von 350 km/h, die chinesische Variante auf 300 km/h, die russische auf 250 km/h und die deutsche auf 320 km/h. Der bisher gemessene Geschwindigkeitsrekord liegt bei 404 km/h in der Spitze. Als erste nahm die spanische Staatbahn RENFE die Velaro-Züge in den Einsatz. Bereits seit 2007 rauscht der vom Betreiber AVE Class 103 (Foto) genannte Zug durch Spanien.

Foto Sebastian Terfloth; Lizenz: CC-BY-SA-2.0-DE

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AVE Class 102

Kaum langsamer als die Velaro-Züge ist der spanische Vorgänger des AVE S-103: Der Hochgeschwindigkeitszug AVE Class 102 wird bereits seit 2005 von der spanischen Unternehmensgruppe Patentes Talgo zusammen mit dem deutsch-kanadischen Unternehmen Bombardier gebaut. Der Zug bringt es auf eine Betriebsgeschwindigkeit von 330 km/h, der gemessene Rekord liegt bei 368 km/h. Das charakteristische Entenschnabeldesign soll neben aerodynamischen Vorteilen auch den Tunnelknall verhindern. Das Phänomen kann bei der Einfahrt von Hochgeschwindigkeitszügen in Tunnel entstehen, bei denen dem Zug eine Druckwelle mit Schallgeschwindigkeit vorauseilt, die am anderen Ende des Tunnels zu einem Knall führt.

Foto: Duncharris; Lizenz: CC-BY-SA

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AGV

Der TGV-Nachfolger von Alstom gehört mit einer Betriebsgeschwindigkeit von 360 km/h zu den schnellsten Zügen der Welt.

Foto: Reuters

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ICE 3

Seit 2000 ist der ICE 3 von Siemens in Deutschland im Einsatz - derzeit mit einer Betriebsgeschwindigkeit von 330 km/h. Im regulären Betrieb erreichen sie in Deutschland bis 300 km/h, in Frankreich bis 320 km/h. Der bisher gemessene Rekord liegt bei 368 km/h.

Foto: Sebastian Terfloth; Lizenz: CC-BY-SA

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Shinkansen-Baureihe 500

Die Shinkansen-Baureihe 500 aus Japan ist bereits seit 1997 im Betrieb und ist auf eine maximale Betriebsgeschwindigkeit von 320 km/h ausgelegt. An der Herstellung sind unter anderem Kawasaki und Hitachi beteiligt.

Foto: Mitsuki-2368; Lizenz: GFDL

"Die Parteien haben sich verständigt", sagte ein mit den Verhandlungen Vertrauter am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Für Gründonnerstag ist der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn zu einer Sondersitzung geladen, um das Geschäft abzusegnen, wurde in Bahn-Kreisen bestätigt. Der Poker mit Siemens hatte sich über ein Jahr hingezogen.

Beide Unternehmen dementierten die Angaben nicht: Ein Bahnsprecher sagte: "Wir befinden uns mit Siemens in der finalen Endphase der Gespräche." Eine Siemens-Sprecherin betonte: "Wir sind auf gutem Wege." Siemens-Aktien halbierten nach der Nachricht ihre Verluste an der Börse.

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3 Kommentare zu "300 Schnellzüge: Bahn beglückt Siemens mit Milliardenauftrag"

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  • Die Großbank SIEMENS mit der kleinen Bastelbude im Hintergebäude wird uns wieder mit Zügen beglücken, die uns schon im Vorfeld erschauern lassen. Wie es so richtig Benutzer "Nachwuchs" schrieb.

  • Bahn "beglückt" wen ?
    Bei den jahrelangen Verhandlungen wird es wohl weniger um technische Perfektion und Details gegangen sein , sondern man hat wohl eher beim Golf auf Firmenkosten um die Verteilung von Schmiergeldern oder Boni der Initiatoren gerungen. Trotzdem ist es schön das nebenbei auch ein paar "Lohnsklaven" ihre Arbeitsplätze in unserem Land behalten dürfen.

  • Sind wenigstens die Mindeststandards vereinbart worden? z.B. Temperaturen von minus 30 - plus 50 Grad? Sichere Achsen, funktionierende Klimaanlagen und Toiletten, hohe Dauergeschwindigkeiten oder nur Bonigarantien für beide Managerseiten?

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