50 Jahre S-Bahn im Westen Mit Silberlingen durch den Ruhrpott

Das größte S-Bahn-Netz Deutschlands wird 50 Jahre alt. Jedes Jahr fahren 650 Millionen Menschen zwischen Rhein und Ruhr mit der „Stadtschnellbahn“. Private Anbieter machen der Bahn zunehmend Konkurrenz.
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Ende der 70er-Jahre rollten die erste Züge an, die speziell für den Einsatz in dem mittlerweile stark gewachsenen Netz konzipiert waren. Neue Elektroloks der Baureihen 111 und 143 zogen ebenso neue Waggons der Baureihe „x“. Diese S-Bahn-Einheiten sind teilweise auch heute noch im Einsatz. Die Baureihe 111 ist eine Produktion der westdeutschen Schienenfahrzeugindustrie. Im Bild die Eröffnungsfahrt auf der Linie 8 in Hagen 1988. Quelle: Wolfgang Güttler/DB
S-Bahn-Wendezug Rhein-Ruhr

Ende der 70er-Jahre rollten die erste Züge an, die speziell für den Einsatz in dem mittlerweile stark gewachsenen Netz konzipiert waren. Neue Elektroloks der Baureihen 111 und 143 zogen ebenso neue Waggons der Baureihe „x“. Diese S-Bahn-Einheiten sind teilweise auch heute noch im Einsatz. Die Baureihe 111 ist eine Produktion der westdeutschen Schienenfahrzeugindustrie. Im Bild die Eröffnungsfahrt auf der Linie 8 in Hagen 1988.

(Foto: Wolfgang Güttler/DB)

DüsseldorfAls die erste S-Bahn im Westen Deutschlands den Betrieb aufnahm, war der Himmel über dem Revier noch grau. Fabriken, Stahlwerke und Kokereien bliesen Tag und Nacht staubige Wolken aus hunderten Schornsteinen. Das politische Versprechen des „blauen Himmels über der Ruhr“ durch den späteren Kanzler Willy Brandt war erst Vision.

Umso mehr fielen die so genannten Silberlinge auf, mit denen die damalige Bundesbahn den S-Bahn-Betrieb zwischen der Düsseldorfer Trabantenstadt Garath und der Stadt Ratingen startete. Die Waggons der ersten Linie des S-Bahnnetzes Rhein-Ruhr waren aus Edelstahl und nicht lackiert. Daher auch der Name „Silberling“. Über Jahrzehnte prägten sie das Bild des schnellen Regionalverkehrs an Rhein und Ruhr.

Am 30. August vor 50 Jahren unterzeichnete das Land Nordrhein-Westfalen die Verträge mit der Bahn. Heute, im Jubiläumsjahr, zeichnet sich ab, dass der Markenname S-Bahn im Laufe der nächsten Jahre mehr und mehr von der Bildfläche verschwinden wird. Denn der Regionalverkehr auf der Schiene wird zunehmend von privaten Eisenbahngesellschaften übernommen, wie Abellio, eine Tochter der niederländischen Staatsbahn, und die Regiobahn. Und die nutzen das S-Bahn-Logo meist nicht. Die Verkehrsverbünde schreiben die einzelnen Strecken aus. Und die Deutsche Bahn gewinnt diese Ausschreibungen immer seltener.

Der Zoch kütt'
Start des Silberlings in den 60er-Jahren
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Grüne Lokomotiven der Baureihe E 41 mit so genannten „Silberlingen“. Der Name entstand durch die Bauart aus nicht lackiertem Edelstahl. Damals gab es noch Raucherabteil und den beliebten Nachlösewagen. Wer keine Zeit hatte, eine Fahrkarte zu kaufen, konnte im Zug beim Schaffner nachlösen.

Anbindung zum Flughafen
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Der damalige NRW-Verkehrsminister Horst-Ludwig Riemer gibt das Abfahrtsignal für den ersten Zug Richtung Düsseldorf-Flughafen im Oktober 1975.

Die zweite Generation
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Der ET 420 war eigentlich entwickelt worden für die S-Bahn München aus Anlass der Olympischen Spiele in München 1972. Deshalb hießen sie auch „Olympia. Neu und noch ungewohnt war damals die zweifarbige Lackierung. Im Grunde war es noch ein Triebwagen der alten Generation. Denn zwischen den einzelnen Wagen war kein Durchgang möglich.

S-Bahn-Wendezug Rhein-Ruhr
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Ende der 70er-Jahre rollten die erste Züge an, die speziell für den Einsatz in dem mittlerweile stark gewachsenen Netz konzipiert waren. Neue Elektroloks der Baureihen 111 und 143 zogen ebenso neue Waggons der Baureihe „x“. Diese S-Bahn-Einheiten sind teilweise auch heute noch im Einsatz. Die Baureihe 111 ist eine Produktion der westdeutschen Schienenfahrzeugindustrie. Im Bild die Eröffnungsfahrt auf der Linie 8 in Hagen 1988.

Wende-Loks
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Die Baureihe E143 kommt aus Werken der früheren DDR. Im Bild eine E143-Lok mit ihrem Zug in Essen.

Generation 2000
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Ab der Jahrtausendwende rollten die Triebzüge der Baureihe ET 423 an. Lokbespannte S-Bahnen sind seitdem aus der Mode. Der ET 423 war der erste klimatisierte Zug in der Region. Zwischen den Wagen können die Fahrgäste durchgehen. 2014 wurden alle Fahrzeuge mit Videoüberwachung nachgerüstet. Im Bild verlässt die Linie S 11 den Hauptbahnhof Köln.

Moderner und sicherer
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Der Nachfolger ET 422 ist von seinem Vorgänger ET 423 äußerlich kaum zu unterscheiden. Aber das ab 2008 eingesetzte Fahrzeug hat einen neuen Triebkopf mit Knautschzone, eine neue Bremssteuerung und zusätzlich eine Magnetschienenbremse. Im Bild ein Zug bei der Ausfahrt aus Essen.

Noch aber ist das weitgehend von der Deutschen Bahn betriebene S-Bahnnetz in Nordrhein-Westfalen das größte der Republik. Es umfasst elf Linien mit einer Streckenlänge von 650 Kilometern. Pro Jahr fahren 130 Millionen Menschen mit den S-Bahnen. Zum Vergleich: Im gesamten Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) sind jährlich 1,1 Milliarden Fahrgäste unterwegs. Einschließlich den Bussen.

Typisch für S-Bahnen ist der Taktverkehr, dicht aufeinander folgenden Stationen und spezielle S-Bahn-Fahrzeuge. Erfunden wurde der Begriff in den 20er-Jahren in der Hauptstadt Berlin, vermutlich als eine Abkürzung der „Stadtschnellbahn“. Um den schnell wachsenden Verkehrsbedarf der Millionenstadt zu bewältigen, dampften die Züge in immer kürzerem Abstand und auf eigenen Gleisen durch die Stadt.

Rhein-Ruhr-Express soll 2018 starten
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