500-Millionen-Projekt Kölner Rheinenergie baut neues Gaskraftwerk

Für 500 Millionen Euro baut der Kölner Versorger Rheinenergie ein neues Gaskraftwerk. Das Bieterverfahren soll Ende des Jahres abgeschlossen sein.
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Ein Kraftwerk der Rhein Energie. Quelle: obs

Ein Kraftwerk der Rhein Energie.

(Foto: obs)

Düsseldorf Der Kölner Versorger Rheinenergie will ein neues Gaskraftwerk bauen und damit auch einen Beitrag zur Energiewende in Deutschland leisten. Der Aufsichtsrat habe grünes Licht für den Bau gegeben, in den bis zu 500 Millionen Euro investiert werden sollen, teilte Rheinenergie am Freitag mit.

Das Bieterverfahren für die schlüsselfertige Errichtung der Anlage solle nun Ende des Jahres abgeschlossen werden. Das Kraftwerk mit einer Leistung von bis zu 600 Megawatt solle dann 2016 in Betrieb gehen. Rheinenergie ist zu 80 Prozent in der Hand der Stadt Köln. Die übrigen 20 Prozent hält der Essener Energieriese RWE.

Nach dem beschleunigten Atomausstieg werden in den kommenden Jahren zahlreiche neue Kraftwerke benötigt. Die Bundesregierung setzt neben dem Ausbau des Ökostroms auch auf neue Gas- und Kohlekraftwerke. Zuletzt waren aber Klagen von Stadtwerken laut geworden, Gaskraftwerke seien kaum noch profitabel zu errichten.

Das geplante Kraftwerk von Rheinenergie soll indes eine kombinierte Gas- und Dampfturbinenanlage werden, bei der neben Strom auch Fernwärme erzeugt wird. Nur durch die Stromerzeugung allein ließe sich das neue Kraftwerk wirtschaftlich kaum betreiben, die Fernwärme sei für die Rentabilität entscheidend, hatte Rheinenergie bereits deutlich gemacht

Das sind Deutschlands größte Kraftwerksprojekte
Kraftwerk Neurath
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Bis zum Jahr 2020 sind in Deutschland 69 Kraftwerksneubauten geplant, die mindestens im Genehmigungsverfahren sind. Weitere 15 Projekte sind nach Angaben des Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in Planung. Alle zusammen haben eine installierte Leistung von rund 42.000 Megawatt. Zahlreiche kleinere, dezentrale Projekte sind in der Auflistung nicht erfasst (Bild: altes Braunkohlekraftwerk Neurath in Grevenbroich).

RWE CO2 Rauchgaswaschanlage
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Braunkohlekraftwerk Niederaußem - 1100 MW - RWE Power

In der Liste des BDEW finden sich unter den größten Kraftwerksprojekten zahlreiche Kohlekraftwerke. So auch das Braunkohlekraftwerk von RWE in Bergheim-Niederaußen. Die ersten beiden der neun Blöcke gingen bereits 1963 in Betrieb. Ein erster Block mit optimierter Anlagentechnik (BoA) ging 2003 ans Netz. In dem Komplex gibt es auch eine CO2-Rauchgaswaschanlage, die dem Rauchgas des Kraftwerks Kohlendioxid entzieht (Bild: RWE-Chef Jürgen Großmann bei der Inbetriebnahme).

RWE-Braunkohlekraftwerk Niederaußem
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Braunkohlekraftwerk Niederaußem - 1100 MW - RWE Power

RWE will in Niederaußem (im Bild das Kraftwerk hinter der Gemeinde Sinnersdorf bei Pulheim, im rheinischen Braunkohlegebiet in Nordrhein-Westfalen) ein neues Kraftwerk bauen. „BoAplus“ soll laut Unternehmensangaben das modernste und umweltfreundlichste Braunkohlekraftwerk im Rheinischen Revier werden. Das Kraftwerk soll eine Leistung von 1100 Megawatt Strom haben. Das Genehmigungsverfahren ist laut RWE eingeleitet. Das Jahr einer möglichen Inbetriebnahme ist bislang noch nicht terminiert.

AKW Stade geht außer Betrieb
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Steinkohlekraftwerk Stade - 1100 MW - Eon Kraftwerke

Im niedersächsischen Stade wurde bis zum Jahr 2003 ein Kernkraftwerk (Bild) betrieben. Das AKW Stade war das Erste, das nach dem Atomausstieg der rot-grünen Bundesregierung vom Netz ging. Es befindet sich derzeit im Rückbau. Eon plant auf dem Gelände den Neubau eines Steinkohlekraftwerks.

A FAMILY WALKS PAST STADE NUCLEAR POWER PLANT
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Steinkohlekraftwerk Stade - 1100 MW - Eon Kraftwerke

Das Steinkohlekraftwerk soll eine Leistung von 1100 Megawatt haben. Der Standort direkt an der Elbe ist laut Eon gleich doppelt praktisch. Kohleschiffe können in einer Hafenanlage direkt am Kraftwerk abladen. Außerdem ist durch die Elbe immer ausreichend Kühlwasser vorhanden. Auf einen großen Kühlturm kann daher verzichtet werden. Nach Eon-Angaben wird der Nachfolger des AKW (Bild) mit modernster Technik ausgestattet. Der Wirkungsgrad soll dadurch auf 46 Prozent steigen. Das Projekt ist im Genehmigungsverfahren, ein Jahr für die voraussichtliche Inbetriebnahme ist noch nicht bekannt.

Stade ist nicht das einzige Eon-Steinkohlekraftwerk unter den größten deutschen Projekten.

Kraftwerk Staudinger darf ausgebaut werden
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Steinkohlekraftwerk Staudinger - 1100 MW - Eon Kraftwerke

Das Kraftwerk Staudinger bei Großkrotzenburg ist bereits jetzt das größte Kraftwerk im Bundesland Hessen. Die ersten beiden von fünf Kraftwerksblöcken gingen 1965 ans Netz. Namensgeber ist der erste Aufsichtsratsvorsitzende der ehemaligen Preußischen Elektrizitäts-AG, Hans Staudinger. Die Blöcke 1 und 3 sollen in diesem Jahr abgeschaltet werden. Als Ersatz ist ein neuer Block vorgesehen.

Kohlekraftwerk Staudinger
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Steinkohlekraftwerk Staudinger - 1100 MW - Eon Kraftwerke

Block 6 sollte ursprünglich bereits 2012 in Betrieb genommen werden. Der Block im Main-Kinzig-Kreis an der Grenze zu Bayern war heftig umstritten und kann nun wohl erst 2016 anlaufen. Deshalb wurde auch die Laufzeit von Block 2 verlängert. Block 6 des Eon-Kraftwerks (im Bild hinter den Häusern von Hainburg) soll eine Leistung von 1100 Megawatt haben.


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