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AB Inbev schluckt SAB Miller Beim Bier zählt mehr als nur Größe

Die beiden größten Bierbrauer der Welt gehen zusammen. Den Kartellwächtern bleiben kaum Mittel, die Marktmacht von AB Inbev und SAB Miller wirksam zu begrenzen. Doch es gibt noch Hoffnung für Konkurrenten. Ein Kommentar.
13.10.2015 - 11:02 Uhr

Ob alle Kartellbehörden bei der Mega-Fusion mitspielen?

Hamburg Die beiden größten Brauer der Welt gehen zusammen. Der britische Brauereikonzern SAB Miller hat sich am Dienstag mit der Übernahme durch den Weltmarktführer Anheuser-Busch Inbev aus Belgien einverstanden erklärt. Es sei eine „Grundsatzeinigung“ zwischen den Verwaltungsräten beider Konzerne getroffen worden, erklärte das britische Unternehmen in einer Mitteilung an die Londoner Börse. Anheuser-Busch werde „empfohlen“, pro Aktie 44 Pfund zu zahlen. SAB Miller ist damit rund 96 Milliarden Euro wert.

Der Kauf von SAB Miller durch den Konkurrenten ist für die Aktionäre ein gutes Geschäft. Die SAB-Miller-Eigner bekommen einen satten Aufschlag auf den Börsenkurs. Und der neue Konzern ist in noch mehr Ländern Marktführer als bisher schon.

Christoph Kapalschinski ist Redakteur im Ressort Unternehmen & Märkte. Quelle: Pablo Castagnola
Der Autor

Christoph Kapalschinski ist Redakteur im Ressort Unternehmen & Märkte.

(Foto: Pablo Castagnola)

Beobachter erwarten das Zusammengehen schon länger. Es ist der nächste logische Schritt des Fusionsgeschehens in der Branche. Schon die Namen der Beteiligten verweisen darauf, dass in der internationalen Braubranche ein Kampf um Größe tobt: Anheuser-Busch ging mit Inbev zusammen, South African Breweries (SAB) mit der US-Brauerei Miller.

Denn: Beim Rohstoffeinkauf und bei der Logistik für das schwere Produkt Bier spart mehr Volumen ebenso Geld wie beim Vertrieb. Damit zahlt sich Größe aus – und ermöglicht weitere Zukäufe. In der Theorie läuft es damit auf einen Monopolisten heraus.

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    Da die Kartellwächter national agieren, dürften beim aktuellen Zusammenschluss wesentliche Auflagen nur in den USA und China aufkommen. Der stärkste Spieler im Massenmarkt wird ansonsten noch stärker. Aber es gibt Hoffnung: Kleinere Brauereien positionieren sich mit Spezialitäten unter dem Label „Craft Beer“ – nach den USA auch in Europa. Sie finden in der Nische Raum zum Überleben.

    Das sind die größten Bierbrauer der Welt
    Platz 10: Groupe Castel
    1 von 10

    Das französische Traditionsunternehmen BGI / Groupe Castel verkauft nicht nur Bier, sondern auch Wein und Soft Drinks. Insbesondere in Afrika sind die Franzosen mit ihren Marken Castel und Flag gut aufgestellt.

    Ausstoß: 29,8 Millionen Hektoliter

    *Quelle: Barth-Haas Group/Statista, alle Zahlen für 2014

    (Foto: www.groupe-castel.com)
    Platz 9: Kirin
    2 von 10

    Die Japaner haben durchaus Sinn für ausgefallene Bierkreationen, entwarfen vor wenigen Jahren ein Frozen Beer. Obwohl die Brauerei, die zum Industriekonglomerat Mitsubishi gehört, ihre Vormachtstellung auf dem Heimatmarkt vor zehn Jahren an Asahi abtreten musste, ist sie global führend.

    Ausstoß: 43,1 Millionen Hektoliter

    (Foto: Reuters)
    Platz 8: Yanjing
    3 von 10

    Yanjing ist der Durchstarter in Asien. In rasantem Tempo hat sich das Kleinunternehmen zu einem mächtigen Konzern im asiatischen Raum entwickelt. Die Gründung der Brauerei liegt nur gut 30 Jahre zurück.

    Ausstoß: 48,3 Millionen Hektoliter

    (Foto: Imago)
    Platz 7: Molson Coors
    4 von 10

    Die Erfinder des Dosenbiers sind auch international längst eine Größe. 2012 übernahm das Unternehmen die tschechische Brauereigruppe StarBev, zu der auch Staropramen gehört. Dadurch gehören die Amerikaner vor allem in Osteuropa zu den führenden Brauern.

    Ausstoß: 58,1 Millionen Hektoliter

    (Foto: ap)
    Platz 6: Tsingtao Brewery Group
    5 von 10

    Die Chinesen haben ihren Einfluss in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. Als einer der Hauptsponsoren der olympischen Spiele von 2008 in Peking hat sich Tsingtao fest etabliert. Bereits seit 1972 vertreibt die Firma ihre Produkte auch in den USA.

    Ausstoß: 70,5 Millionen Hektoliter

    (Foto: ap)
    Platz 5: China Resources Brewery
    6 von 10

    Dieses Unternehmen setzt auf Kompetenz aus Europa: Das Joint Venture aus dem chinesischen Unternehmen CR Enterprise und SAB-Miller aus Großbritannien produziert die Marke „Snowbeer“ für den chinesischen Markt. Und das durchaus erfolgreich. Wächst die Marke weiter wie bisher, dürfte bald im Ranking aufsteigen.

    Ausstoß: 117,4 Millionen Hektoliter

    (Foto: Imago)
    Platz 4: Carlsberg
    7 von 10

    Die Dänen haben sich längst von einer regionalen Marke zum Global Player entwickelt. Zu Carlsberg gehören auch die deutsche Kultmarke Astra sowie Lübzer und Holsten.

    Ausstoß: 120,3 Millionen Hektoliter

    (Foto: dpa)

    Und die deutschen Mittelständler wie Krombacher, Veltins und Bitburger sind so stark, dass den Weltkonzernen auf dem hiesigen Markt bislang nicht viel eingefallen ist. Nur für internationale Ambitionen deutscher Konzerne wie der Oetker-Tochter Radeberger bleibt immer weniger Luft.

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