Abschaltung droht Alarm bei Teldafax

Kaum eine Woche vergeht, ohne dass Geschäftspartner von Teldafax zum Brecheisen der Strombranche greifen: Sie drohen mit Abschaltung. Interner Schriftverkehr des Billiganbieters offenbart einen Abgrund.
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DüsseldorfDer Billigstromanbieter Teldafax hat die nächsten Notfälle in seiner Buchhaltung. Der Dortmunder Netzbetreiber DEW 21 hat Teldafax wegen ausstehender Rechnungen vom Netz genommen. Das bestätigte ein Sprecher von DEW 21 auf Anfrage des Handelsblatts. Mehr als tausend Teldafax-Kunden sind damit in die für sie teurere Grundversorgung zurück gefallen. Zugleich hat der badische Netzbetreiber Energiedienst angekündigt, Teldafax am kommenden Montag vom Netz zu nehmen. In Baden sind 1900 Teldafax-Kunden betroffen.

"Aufgrund der schlechten Zahlungsmoral von Teldafax blieb uns keine andere Wahl", erklärte Jürgen Wagner, Geschäftsführer der Energiedienst Netze GmbH. "Bereits seit mehr als drei Jahren kommen die Zahlungen nur schleppend. Nun blieben sie trotz Mahnungen ganz aus."

Ein Teldafax-Sprecher sagte gestern auf Anfrage, das Geld sei angewiesen. Einen Grund für die ausstehenden Zahlungen nannte er nicht.

Die Lage des Unternehmens spitzt sich immer mehr zu. Erst vor wenigen Tagen hatten die Pfalzwerke nach mehreren erfolglosen Mahnungen mit der Sperrung des Netzzugangs gedroht - Teldafax zahlte in letzter Minute. Zuvor hatte der Netzbetreiber Enervie seine Probleme mit Teldafax öffentlich gemacht - auch hier zahlte das Unternehmen erst weit nach Ablauf der Fristen. Bei mehreren Stadtwerken handelte Teldafax ähnlich.

Während der Stromdiscounter im aktuellen Fall gar keine Erklärung für seine Zahlungsmoral lieferte, nannte er in der Vergangenheit verschiedene Gründe - von Problemen mit der Buchhaltungssoftware bis zu genereller Überlastung. Eine grundlegende finanzielle Schieflage aber wurde dementiert - es handele sich stets um Einzelfälle, hieß es.

Interner Schriftverkehr aber belegt, dass bei Teldafax schon seit fast zwei Jahren eine systematische Vertröstung der Kunden stattfindet. Dem Handelsblatt liegt ein Schreiben an den Vorstandsvorsitzenden Klaus Bath vor. Darin liefert der zuständige Mitarbeiter "wie besprochen eine Auflistung von Netzbetreibern, die in jüngster Vergangenheit Sicherheitsleistung/Vorauszahlung gefordert und die Kündigung des Lieferantenrahmenvertrags bzw. Netzzugangsverweigerung angedroht haben". Es folgt eine Aufstellung von mehr als 70 Unternehmen. In dem Schreiben ist von einem "drohenden Dominoeffekt" die Rede.

Teldafax konnte 2009 nur durch eine Kapitalerhöhung weiter arbeiten. Nun klagen sowohl Geschäftspartner als auch Kunden, die Guthaben bei Teldafax haben, sie bekämen weder ihr Geld noch eine Antwort auf ihre Fragen. Die Bundesnetzagentur prüft als zuständige Aufsichtsbehörde derzeit die Geschäftspraktiken von Teldafax. Die Staatsanwaltschaft Bonn ermittelt derzeit gegen das Management wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung.

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18 Kommentare zu "Abschaltung droht: Alarm bei Teldafax "

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  • Ich habe auch Strom & Gas-Verträge mit TelDaFax abgeschloßen. Ich erhielt einen Anruf auf meinem AB das der Strom ab 01.03.11 geliefert wird, und ich vorher schriftlich Bescheid bekomme. Bisher geschah aber nichts weiter. Auf anfragen per eMail bekomme ich auch keine Antwort. Beim Gas ist es ähnlich: Mein Gasversorger hat mir die Kündigung bestättigt, von TelDaFax aber keine Reaktion.

  • Auch ich habe mich im letzten Jahr bei TelDaFax für einen Gas-Vertrag und seit dem 01.03 auch für Strom entschieden. Nach diesen Nachrichten komme ich aber auch in´s Grübeln, ob ich nicht einen Fehler gemacht habe. Den Gasvertrag habe ich direkt über das Internet abgeschlossen, der Stromvertrag wurde mir von einem hiesigen Makler empfohlen.
    Gerade bei dem Inkraftreten des letzten Vertrages kamen mir Bedenken. Die Abschlagzahlungen sollten mir per Begrüssungsschreiben mitgeteilt werden. Nach ca 3 Wochen
    hatte ich immer noch kein Begrüßungsschreiben, dafür kam aber eine rigide abgefasste Mahnung, wo der erste Abschlag bleibt, sozusagen als Begrüßung. Nun ich muss mal abwarten wie sich die Sache entwickelt. Bemerkenswert ist es schon; Sonderabschlag 100€ , monatlicher Abschlag im voraus, leider habe ich mich auch noch für eine Preisgarantie bis August 2013 entschieden

  • Hallo, uns teilte die Stadtwerke Bremen am 26.03.2011 mit, das man TelDaFax zum 23.03.2011 gekündigt hätte und wir ab sofort bei der SWB Kunden sind!! Von Teldafax kein wort darüber an uns als Kunden.

  • Teldafax zahlt auch Überzahlungen aus der Stromrechnung 2009/2010 nicht zurück und vertröstet den kunden auf Verrechnung mit gar nicht
    vereinbarten Abschlagszahlungen! Vorsicht,Vorsicht!

  • Und was macht die Bundesnetzagentur, die ja eigentlich die Interessen der Stromkunden vertreten sollte? Scheinbar nix. Wenn die Medien auch so arbeiten würden, dann gäbe es wohl keine Nachrichten.

  • @ Bulgarien

    Also eine vorzeitige Kündigung ist bei TDF sehr schwierig, eher unmöglich. Das einzige, was ich dir raten kann, dass du dich bereits jetzt mit deinem neuen Stromanbieter in Verbindung setzt und einen Vertrag machst (Vertragsbeginn zum nächstmöglichen Zeitpunkt - wird aber wahrscheinlich erst zum 1.10.2011). Dieser übernimmt in der Regel auch die Kündigung für dich.
    Wenn du von TDF in der Zwischenzeit eine Preiserhöhung bekommen solltest, lege Widerspruch dagegen ein, damit du wenigstens die alten Preise bis zum 30.09.2011 behälst.

    In der Regel hat man bei Preiserhöhungen ein Sonderkündigungsrecht (!!!Frist beachten). TDF scheint dies allerdings nicht zu interessieren.

    Falls TDF pleite geht, müsstest du eigentlich in die Grundversorgung fallen. Diese ist teuer, aber ob die auch teurer ist als TDF nach Preiserhöhung sei mal dahin gestellt.

  • Was macht man wenn man noch bis Ende September an den Vertrag mit TelDaFax gebunden ist? Kann man vorzeitig wechseln?
    Seit dem 01.10.2010 wird die Wohnung meines Sohnes nach Ablauf des
    Vertrages von einem anderen Netzbetreiber beliefert.
    Ich habe leider eine Verlängerung meines Vertrages mit Vorauszahlung gemacht, der bis zum 30.09.2011 läuft.
    Was mache ich nun wenn TelDaFax pleite geht? Muss ich den teuren Strom des Grundversorgers nehmen oder kann ich früher einen Wechsel vornehmen?
    Kann mir Jemand einen Tip geben?

  • @ Sportpilot

    Keine 25 Cent. Sondern einen anständigen und fairen Preis.

    "120,- EUR – Na und?" Wenn jeder so denken würde.... Rest erspar ich mir.
    Dass jeder gern sparen will, wo er kann, ist doch selbstverständlich, sollte man meinen. Nur gibt es sehr viele Leute, die auf TDF reingefallen sind und nur am Anfang gespart haben und jetzt insgesamt teuer kommen und sich jetzt mit diesem "Unternehmen" rumärgern müssen. Sag den Leuten mal, die auf jeden Euro achten müssen (du gehörst ja anscheinend nicht dazu) "Na und, 120€".

    Nicht persönlich nehmen, aber bei so einer Einstellung könnt ich ko....

  • @tOxIkUs
    „Das ist netto!!!! Klingelts? Macht brutto 21,34 Ct/kWh.“ – Nein es klingelt nicht bei mir!

    Während Du die Cent Beträge wie ein dt. Beamter zusammenrechnest gehen andere Leute halt ein Risiko ein. Kauf Kunden durch Preisunterschneidung, wachse schnell und „verticke“ teuer. So funktioniert die Welt in jeder IPO – Hausse – Orgie.

    Ich bin jetzt 3,X Jahren bei TDF und habe gegenüber dem lokalen Anbieter in dieser Zeit reale 800 EUR – 900 EUR gespart. Dazu noch die Dividende von E.ON & RWE die auch dadurch entsteht das sie den Strom überteuert verkaufen dürfen. Falls TDF wirklich nicht an einen Investor verkauft und Pleite gehen sollte riskiere ich halt 120,- EUR – Na und?

    Zahl Du nur 25 Cent / KWh und schließ Dich den Hetztiraden gegen TDF an. Einen wirtschaftlichen Sinn kann ich in dem handeln nicht erkennen. Ein Deutscher lässt sich eh lieber scheiden als das er das Konto [oder den Stromanbieter] wechselt.

  • @Sportpilot

    16,9 Ct/kWh brutto ist jenseits von gut und böse. Du solltest dich mal fragen, ob dieser Preis realistisch ist. Nehmen wir mal an, der Einkaufspreis an der EEX für die kWh beträgt 6 Ct. Wenn du alles zusammen rechnest, was noch hinzukommt, kommst auf:

    6,00 Cent/kWh
    + 2,05 Cent/kWh Stromsteuer
    + 3,53 Cent/kWh EEG-Umlage
    + 0,03 Cent/kWh KWK
    + 1,32 Cent/kWh Konzessionsabgabe (bis 25.000 Einwohner)
    + 5,00 Cent/kWh Netznutzungsentgelt

    =17,93 Cent/kWh

    Das ist netto!!!! Klingelts? Macht brutto 21,34 Ct/kWh. Und die bieten ihn für 16,9 Ct/kWh an? Wenn das ein solides und seriöses Geschäftsmodell sein soll.....

    Übrigens. Durch die Preiserhöhung von TDF liegen diese Preise jetzt weit über denen der Grund- und Ersatzversorgung. Für eine einjährige Preisgarantie verlangt TDF 60€, für 2 Jahre 120€.

    Und ich könnte hier noch weit mehr aufführen, was hier für ein mieses Spiel getrieben wird, vor allem zu Lasten der Kunden... Aber wo kein Kläger...

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