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ADAC-Hauptversammlung „Die Krise hat uns wachgerüttelt“

Der ADAC versucht auf seiner Hauptversammlung in Saarbrücken, Reformwillen zu zeigen. Er verordnet sich politische Abstinenz, während Transparency Deutschland von „Oligarchien in den Machstrukturen des ADAC“ spricht.
10.05.2014 - 15:22 Uhr Kommentieren
Das Präsidium des ADAC auf der Bühne der Congresshalle in Saarbrücken: Die Hauptversammlung steht unter dem Motto „Reform für Vertrauen“. Quelle: dpa

Das Präsidium des ADAC auf der Bühne der Congresshalle in Saarbrücken: Die Hauptversammlung steht unter dem Motto „Reform für Vertrauen“.

(Foto: dpa)

Saarbrücken Am Ende seiner Rede fragt August Markl noch nach „einer Geste außerhalb des Protokolls“. Wer mit seinen Reformplänen einverstanden sei, möge doch kurz die Hand heben, bittet der Übergangspräsident die 190 Delegierten im Kongresszentrum Saarbrücken. Den Funktionären des ADAC, in der Masse ältere Herren mit karierten Sakkos, merkt man die Verunsicherung an. Doch noch bevor alle Hände nach oben gegangen sind, dankt der Übergangspräsident bereits „für die Zustimmung“. So schnell sichert man sich Legitimation.

Was „Gustl“ Markl sich da symbolisch hat absegnen lassen, war ein Mandat für Reformen. Eine halbe Stunde hat der Radiologe Markl in seiner Rede über die schwerste Krise des Clubs und den Konsequenzen gesprochen, die der Club ziehen will. Nach dem Skandal um den Autopreis „Gelber Engel“, nach dem unrühmlichen Abgang der Führungsspitze und der Diskussion über Sinn und Zweck des Autoclubs geht es um Grundsätzliches.

„Die Krise hat uns wachgerüttelt“, diagnostiziert Markl. „Wir haben uns in vielen Bereichen zu sehr von wirtschaftlichen Interessen leiten lassen“, sagt er und will Kommerz und Clubleben künftig sauber trennen. Mehr noch: „Wir werden uns künftig nicht mehr aktiv in politische Diskussionen einmischen“, kündigt der Oldtimerfreund aus Oberbayern an.

Ein Reformprozess mit sieben Arbeitsgruppen sei auf dem Weg und werde frühestens bis Ende des Jahres Vorschläge für die Neuaufstellung des Clubs machen. Und um intern für saubere Geschäfte zu sorgen, sollen ab sofort Mitarbeiter anonyme Hinweise im Internet machen können. Die Hauptversammlung applaudiert brav.

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    Markl und die ADAC-Spitze wissen, dass Demut das Gebot der Stunde ist. Denn zuvor hatte Kanzleramtsminister und Clubmitglied Peter Altmaier klargemacht, dass es ohne einschneidende Reformen nicht geht: „Sie müssen zur Kenntnis nehmen, dass die Welt eine andere ist.“

    Und Edda Müller, die als Chefin von Transparency Deutschland den ADAC jetzt als Beirat begleitet, sprach von Oligarchien in den Machtstrukturen des ADAC. „Der Beirat wird Sie in der Reform unterstützten, wenn Sie es ernst meinen“, sagt die Korruptionswächterin. „Mit ein paar kleinen Reparaturen wird es nicht getan sein.“ Man darf den Applaus höflich nennen.

    Grundsätzliche Kritik liegt den Delegierten fern
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