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Ägypten Uber-Boom bringt Frauen ans Steuer

Taxis fahren in Ägypten die Männer. Eigentlich. Doch der im ganzen Nahen Osten rasant wachsende Fahrdienst-Vermittler Uber sorgt für Veränderung im Straßenbild: Die ersten Fahrerinnen sind im Einsatz.
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Das Verkehrsunternehmen Uber gibt es seit 2014 in Ägypten. Inzwischen sind auch einige hundert Frauen als Fahrerinnen bei dem Dienst angemeldet Quelle: dpa
Uber-Fahrerin Rehab Mahran

Das Verkehrsunternehmen Uber gibt es seit 2014 in Ägypten. Inzwischen sind auch einige hundert Frauen als Fahrerinnen bei dem Dienst angemeldet

(Foto: dpa)

Kairo Rehab Mahran ist Teil einer ägyptischen Revolution und muss dafür einiges einstecken. Männer reagieren auf sie erst einmal ungläubig, manchmal ablehnend. Manche haben Angst. Einer warf ihr sogar Sünde vor. Warum der Aufruhr? Weil Mahran Auto fährt. Besser gesagt: Uber. Sie ist eine der ersten Fahrerinnen des Internet-Fahrdienstes in Ägypten.

An den Steuern ägyptischer Taxis oder Limousinen sitzen Männer. Das war immer so und wird auch immer so bleiben. Dachten die Männer jedenfalls. Die Gesellschaft am Nil ist konservativ und von patriarchalischen Vorurteilen und Gepflogenheiten geprägt. Eine davon ist die Männerdomäne hinter dem Lenkrad. „Und ich habe mich entschieden, diese Grenzen zu übertreten“, sagt Mahran und lässt beim Lachen ihren Goldschmuck hin- und herbaumeln.

Mahrans Geschichte ist auch die des Fahrdienstes Uber, der im Nahen Osten gerade einen Boom erlebt. Die App aus dem Silicon Valley, über die in Deutschland in den vergangenen Jahren so viel gestritten wurde, ist in Ägypten auf immer mehr Smartphones installiert. Benutzer können damit Autos via GPS dorthin rufen, wo sie gerade sind und sich zu einer ebenfalls eingegebenen Adresse fahren lassen.

Seit Uber im Herbst 2014 auch in dem bevölkerungsreichsten Land der arabischen Welt an den Start ging, haben sich dort schon etwa 50.000 Fahrer angemeldet. Darunter sind nun auch einige Hundert Frauen. Für den jugendlichen Chef von Uber Ägypten, Abdellatif Waked, geht es bei der Zulassung von weiblichen Fahrern um eine Chancengleichheit in der Gesellschaft. „Frauenförderung ist eines unserer Hauptanliegen“, sagt der 29-Jährige. Dabei gab es schon vorher Projekte mit Frauen hinterm Lenkrad: Das „Pink Taxi“ nur für Frauen, über das 2015 berichtet wurde, beschäftigte aber nur vergleichsweise wenige Fahrerinnen.

Das sind die wertvollsten Start-ups der Welt
Platz 17: Spotify
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Eines der wertvollsten Start-ups der Welt wird in diesem Jahr wohl die Rangliste verlassen. Der Musikstreaming-Dienst Spotify setzt laut Medienberichten zu seinem seit langem erwarteten Börsengang an. Derzeit wird das Unternehmen aus Schweden mit 8,5 Milliarden Dollar bewertet, ein Börsengang könnte die Bewertung auf bis zu 20 Milliarden steigern. Der Dienst kommt nach eigenen Angaben auf mehr als 60 Millionen zahlende Abo-Kunden und mehr als 140 Millionen Nutzer insgesamt.

Quelle: WSJ Billion Dollar Club, Januar 2017

(Foto: dpa)
Platz 16. Theranos
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Mit nur 19 Jahren gründete Elizabeth Holmes (Bild) im Jahr 2003 die Firma Theranos. Mit einem kleinen Piekser in den Finger sollten innovative Technologien zuverlässige günstige Bluttests liefern. Doch dann wurden immer mehr Probleme mit den Bluttests bekannt. Ergebnisse wurden angezweifelt und letztlich als fehlerhaft zurückgezogen. 2017 konnte Theranos die folgenden Rechtstreite aber beilegen. Die letzte Finanzierungsrunde, die vor dem Skandal stattfand, bewertete das Unternehmen mit 9 Milliarden Dollar.

(Foto: AP)
Platz 15: Stripe
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Die irischen Brüder Patrick (links) und John Collison gründeten 2009 das Start-up Stripe. Die Software-Plattform will Online-Zahlungsabwicklungen erleichtern und verarbeitet jährlich für Unternehmen in 25 Ländern Beträge in Milliardenhöhe. Selbst ist das Jungunternehmen 9,2 Milliarden Dollar wert.

(Foto: Stripe)
Platz 14: DJI
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Frank Wang hat seinen Kindheitstraum wahr gemacht und sogar noch weiterentwickelt: Als er noch klein war, träumte er von einem Modell-Helikopter - als er einen besaß, crashte er ihn schnell. Doch er hielt an seinem Traum fest und gründete 2006 DJI, ein mittlerweile 10 Milliarden Dollar schweres Unternehmen, das Drohnen herstellt und verkauft. Mehr als 6000 Mitarbeiter arbeiten weltweit für die Chinesen.

(Foto: dpa)
Platz 13: Dropbox
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Wer hat noch keine Dateien per Dropbox verschickt? Das Start-up bietet eine Freigabe- und Speicherlösung von kleinen und großen Dateien. Drew Houston schrieb 2007 den ersten Softwarecode für Dropbox während einer Busfahrt von Boston nach New York. Mittlerweile nutzen über eine halbe Milliarde Menschen weltweit Dropbox. Das Unternehmen ist derzeit 10 Milliarden Dollar wert. Experten erwarten, dass bald ein Börsengang angekündigt wird.

(Foto: Reuters)
Platz 12: Lyft
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Der 2012 gegründete Fahrdienst-Vermittler ist der größte Konkurrent von Platzhirsch Uber. Das Start-up ist in rund 300 US-Städten aktiv. Im Oktober 2017 steckte Google eine Milliarde Dollar in das Unternehmen. Damit stieg die Bewertung von Lyft auf 11,5 Milliarden Dollar. Ein Börsengang wird in diesem Jahr erwartet.

(Foto: AP)
Platz 11: Flipkart
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Der virtuelle Marktplatz Flipkart ist das indische Pendant zu Amazon. Binny Bansal (rechts, mit Microsoft-Chef Satya Nadella) und Sachin Bansal arbeiteten vor der Gründung für den heutigen Konkurrenten Amazon, wollten dann aber eine E-Commerce-Webseite für Inder gründen. Indische Unternehmen investierten bereits drei Milliarden Dollar in das Start-up, das mittlerweile 11,6 Milliarden Dollar wert ist.

(Foto: Reuters)

Für das Riesen-Unternehmen Uber ist Ägypten einer der am schnellsten wachsenden Märkte auf der Welt. Das weckt Begehrlichkeiten, die an den Streit um Uber in Deutschland erinnern: Die Taxifahrer-Gewerkschaft will den Dienst sowie seinen Konkurrenten Careem gerichtlich verbieten lassen. Der Prozess läuft momentan vor einem Verwaltungsgericht in Kairo.

Uber-Chef Waked sitzt in einem Konferenzraum der Büros seiner Firma in Kairo und lächelt die Widerstände weg. „Es wird alles gut werden“, sagt er. Uber sei eine umwälzende Technologie, die Realitäten verändere. Dies werde auch in Ägypten trotz aller Gegenwehr weitergehen.

Daten schaffen Sicherheit
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