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Aeroflot, Pobeda, Sibir Russische Airlines landen in Deutschland

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Airlines müssen Preispolitik anpassen

Ob sich durch das dichte Angebot bei den Russen auch mehr Reiselust einstellen wird, ist fraglich. Staatstreue Medien präsentieren Deutschland derzeit als chaotisch, dekadent und von Flüchtlingen überlaufen - einen Urlaub dort stellen sich viele Russen denkbar ungemütlich vor. Der Verlust russischer Gäste könnte die deutsche Tourismusbranche teuer zu stehen kommen: Nach einem Bericht der „Wirtschaftswoche“ entgingen ihr 2015 bereits Einnahmen von rund 250 Millionen Euro.

Mit diesen Airlines gibt es besonders oft Ärger
Entschädigung bei Verspätungen
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Passagiere sind es gewohnt, dass das Flugzeug pünktlich startet. Doch oft kommt es zu Verspätungen oder Ausfällen. Streiks, Wetter oder technische Probleme können den Abflug verzögern oder gar unmöglich machen. Das passiert auch in den Sommermonaten, wenn viele Reisende unterwegs sind. Ärgerlich – doch Passagiere haben manchmal einen Anspruch auf Entschädigung.

Der Entschädigungsdienstleister „Refund.me“ hat untersucht, welche Airlines besonders häufig für Verspätungs- oder Flugausfallverdruss bei den Passagieren sorgen. Datengrundlage sind mehrere tausend Forderungen aus den Monaten Juni bis September 2015. Von welchen Fluggesellschaften besonders häufig Entschädigungen verlangt wurden.

(Foto: dpa)
Platz 5 weltweit – British Airways
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Drei Prozent der Entschädigungsansprüche weltweit, insbesondere von englischen, französischen und spanischen Passagieren, richten sich gegen British Airways. Bei einem großen Angebot an Flügen ist eine Flugverspätung bei den Briten offenbar sehr häufig an der Tagesordnung.

Betroffene Fluggäste können sich an Unternehmen wie Refund.me wenden, die als eine Art Inkassodienst fungieren. Das macht es für die Passagiere oft einfacher, als selbst gegen die Fluggesellschaft vorzugehen.

(Foto: AFP)
Platz 4 weltweit – Air France
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Dauert die Verspätung länger als drei Stunden, steht Fluggästen eine zeitlich gestaffelte Entschädigung zwischen 250 Euro und 600 Euro zu. Gegen die größte französische Fluggesellschaft Air France richten sich weltweit dreieinhalb Prozent der Auszahlungsansprüche.

(Foto: AFP)
Platz 3 weltweit – Ryanair
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Insgesamt gingen bei Refund.me zwischen Juni und September Entschädigungsansprüche gegen 151 Fluggesellschaften ein. Auch Ryanair wurde dabei nicht verschont: fünf Prozent der Ansprüche der Fluggäste weltweit richten sich gegen die irische Billig-Airline.

(Foto: dpa)
Platz 2 weltweit – Easyjet
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Acht Prozent der Fluggäste aus der ganzen Welt gingen die britische Fluggesellschaft Easyjet vor. Müssen Passagiere am Flughafen länger warten, stehen ihren außerdem Essen und Getränke zu. In der Regel verteilen die Fluggesellschaften Gutscheine. Bei Erfolg vor Gericht kassieren Dienstleister wie Refund.me eine Provision. Sollte die Klage jedoch scheitern, trägt das Unternehmen die Kosten.

(Foto: AFP)
Platz 1 weltweit – Vueling
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Die meisten Entschädigungsansprüche der Passagiere weltweit richteten sich gegen Vueling: 13 Prozent. Die spanische Billigfluggesellschaft befindet sich in einer Wachstumsphase und baut ihr Streckennetz und ihre Flotte kontinuierlich aus.

(Foto: dapd)
Platz 5 Deutschland – Easyjet
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Während englische, französische und spanische Passagiere vor allem von den bereits erwähnten Fluggesellschaften Entschädigungen forderten, sah es bei den deutschen Flugreisenden anders aus: insgesamt gingen sie gegen 68 Airlines vor. Neben einheimischen Gesellschaften landet die britische Easyjet auch in dieser Auswertung, diesmal auf dem fünften Platz mit fünf Prozent.

(Foto: dapd)

Denn wichtige Programmpunkte im Deutschlandurlaub sind für die Russen nicht nur Schloss Neuschwanstein und Brandenburger Tor, sondern auch die Münchner Kaufingerstraße und der Berliner Kurfürstendamm. „Shopping ist ein wichtiges Motiv für die Reise nach Deutschland“, sagt Petra Hedorfer, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Zentrale für Tourismus. Wer es sich leisten könne, bringe neben Souvenirs auch Schmuck, Lederwaren und Mode aus dem Urlaub mit: „Dabei schätzen russische Touristen besonders das Preis-Leistungs-Verhältnis.“

Doch um bei weiterhin niedrigem Rubelkurs Fluggäste anzulocken, müssen die Airlines ihre Preispolitik anpassen. Aeroflot hält die Preise dank staatlicher Subventionen niedrig, spielt damit jedoch auf Zeit: Immer mehr russische Medien spekulieren über eine teilweise Privatisierung. Die Tochtergesellschaft Pobeda schrieb dank ihrer niedrigen Preise hingegen schon 2015, im ersten Geschäftsjahr nach der Gründung, schwarze Zahlen. Tickets wie das Bayern-Angebot für 999 Rubel waren jedoch schnell vergriffen. Flüge zum Münchner Oktoberfest kommen Fluggäste aus Moskau mit 5000 Rubel (65 Euro) bereits teurer zu stehen.

Geht es nach Russlands Reisebehörde Rosturism fliegen Urlauber künftig mehr in die andere Richtung. Ministerpräsident Dmitri Medwedew sieht – aller Kritik über mangelnde Servicebereitschaft und Infrastruktur sowie der Sprachbarriere zum Trotze – „großes Entwicklungspotenzial“ dabei, das Riesenreich auch für internationale Touristen als preisgünstiges Reiseziel beliebt zu machen.

Dabei helfen sollen neben Imagekampagnen auch neue Verhandlungen über Visaerleichterungen, die das Außenministerium nach eigener Angabe mit 24 Ländern führt. Immerhin: In der Saison 2015 zog Russland 25 Millionen Touristen an; Urlauber aus Deutschland lagen dabei nach der Statistik von Rosturism auf Platz zwei hinter China. Werbung auf Deutsch macht aber bislang nur die Staatslinie Aeroflot.

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  • dpa
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