Ahlers Herrenausstatter tritt auf der Stelle

Die günstigere Konkurrenz macht dem Herrenausstatter Ahlers zu schaffen. Für das laufende Bilanzjahr wird mit keinem großen Sprung bei Umsatz und Gewinn gerechnet. In Zukunft will Ahlers im Internet verstärkt auftreten.
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Die Vorstandsvorsitzende des Herrenausstatters will künftig auf den Online-Markt setzen. Quelle: dpa
Stella Ahlers

Die Vorstandsvorsitzende des Herrenausstatters will künftig auf den Online-Markt setzen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer Herrenausstatter Ahlers mit seinen Premiummarken Pierre Cardin, Baldessarini und Otto Kern stellt sich auf anhaltend maue Zeiten ein. Firmenchefin Stella Ahlers kündigte am Mittwoch in Düsseldorf für das seit November laufende Bilanzjahr 2016/17 bestenfalls leicht steigende Umsätze und Gewinne an. „Der deutsche Bekleidungshandel kämpft weiterhin mit rückläufigen Verkäufen“, sagte die Enkelin des Firmengründers. Der zunehmende Online-Handel locke immer weniger Kunden in die Geschäfte. Ahlers werde daher das Online-Geschäft ausbauen, das bisher lediglich vier Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht.

Die Managerin betonte aber: „Der E-Commerce ist nicht die einzig selig machende Lösung.“ Die Verknüpfung von Online und stationärem Einzelhandel müsse stimmen. Ahlers kritisierte die vom Handel geforderte Belieferung mit Waren, weit im Voraus der jeweiligen Jahreszeit. Die frühe Wareneinsteuerung und die Rabattschlachten seien ein Teil des Problems, das die Bekleidungsbranche derzeit habe. Rückenwind erwartet Ahlers indes aus Polen, Russland und der Ukraine, wo bereits im Vorjahr Zuwächse erzielt worden seien.

Das sind Europas größte Modekonzerne
Platz 10: Calzedonia
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Die Fachzeitschrift „TextilWirtschaft“ untersucht jedes Jahr die Umsätze der größten europäischen Bekleidungshersteller. Die Analyse zeigt: Der Markt steht vor großen Herausforderungen. Zwar konnten die meisten Konzerne wie zum Beispiel Calzedonia wachsen, doch die Krise in Russland und der Ukraine dürfte sich früher oder später in den Bilanzen niederschlagen.

Umsatz 2013: 1,60 Milliarden Euro
Umsatz 2014: 1,85 Milliarden Euro
Veränderung: + 15,4 Prozent

Platz 9: Giorgio Armani
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1975 gründete Georgio Armani das Modelabel Armani. Mittlerweile gehört der Konzern zu den Größten der Modebranche. Für Armani arbeiten rund 6500 Menschen. Neben Kleidungsstücken vertreibt Armani außerdem Home-Artikel und Parfüms. Seit 2002 verkauft der Konzern auch Konfiserie-Artikel sowie verschiedene Honig- und Marmeladensorten. Acht Jahre später entstand im Burj Khalifa in Dubai das erste Hotel im Armani-Stil.

Umsatz 2013: 1,75 Milliarden Euro
Umsatz 2014: 2,00 Milliarden Euro
Veränderung: + 14,2 Prozent

Platz 8: Esprit
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Ehemals etablierte Marken sind zu teuren Restrukturierungen gezwungen. So muss sich Esprit auf die Ansprüche der Kunden im digitalen Zeitalter einstellen, heißt es in der Studie von „TextilWirtschaft“. Auch Gerry Weber ist davon betroffen. Darüber hinaus leiden die Modekonzerne auch unter dem starken Dollar, der die Beschaffung verteuert. Esprit trifft es besonders hart. Bei keinem anderen Modekonzern in den Top-20 ist der Umsatz derart stark geschmolzen.

Umsatz 2013: 2,35 Milliarden Euro*
Umsatz 2014: 2,10 Milliarden Euro**
Veränderung: - 10,7 Prozent

*Geschäftsjahr 2013/14
**Geschäftsjahr 2014/2015

Platz 7: Kering
4 von 10

Das französisch-italienische Modeunternehmen Kering dürften nur den Wenigsten bekannt sein. Doch mit Labels wie Puma oder Gucci erreicht der Konzern ansehnlich Umsätze. 2014 konnte Kering seinen Umsatz um knapp zwölf Prozent erhöhen.

Umsatz 2013: 2,13 Milliarden Euro
Umsatz 2014: 2,38 Milliarden Euro
Veränderung: + 11,6 Prozent

Platz 6: Hugo Boss
5 von 10

damDie Edelmarke Hugo Boss ist das zweitgrößte Modeunternehmen Deutschlands. Gegründet wurde es 1924 in Metzingen durch Hugo Ferdinand Boss. Ursprünglich stellte Hugo Boss Berufskleidung her. Unrühmlich ist die Vergangenheit des Konzerns. Im Zweiten Weltkrieg stellte der Konzern die Uniformen für SA, SS und die Wehrmacht her. Dafür wurden unter anderem Zwangsarbeiter aus West- und Osteuropa eingesetzt. Erst nach dem Krieg und dem Tod des Gründers 1948 wurde Hugo Boss zum Modekonzern. Unter der Leitung von Hugo Ferdinand Boss' Schwiegersohn Eugen Holy begann das Unternehmen damit, Herrenanzüge herzustellen.

Umsatz 2013: 2,43 Milliarden Euro
Umsatz 2014: 2,57 Milliarden Euro
Veränderung: + 5,8 Prozent

Platz 5: Tommy Hilfiger
6 von 10

Modedesigner Tommy Hilfiger rief 1984 in New York sein eigenes Modelabel ins Leben. Dass der Konzern im Ranking europäischer Modekonzerne gelistet ist, hat er seinem Firmensitz zu verdanken. Tommy Hilfiger sitzt seit 1997 in Amsterdam. 13 Jahre später wurde das Unternehmen durch den US-Konzern Phillips-Van Heusen übernommen.

Umsatz 2013: 2,56 Milliarden Euro*
Umsatz 2014: 2,70 Milliarden Euro*
Veränderung: + 5,3 Prozent

*Geschäftsjahr 2013/14
**Geschäftsjahr 2014/15

Platz 4: Christian Dior
7 von 10

Direkt nach dem Krieg gegründet, trug Christian Dior maßgeblich dazu bei, dass sich Paris als Modehauptstadt der Welt etablieren konnte. Insgesamt beschäftigt das Unternehmenskonglomerat über 100.000 Mitarbeiter. Für die Modesparte von Dior arbeiten knapp 3600 Menschen.

Umsatz 2013: 2,26 Milliarden Euro
Umsatz 2014: 2,70 Milliarden Euro
Veränderung: + 19,6 Prozent

Im Bilanzjahr 2015/16 schrumpfte der Umsatz infolge der Aufgabe der lange schwächelnden Marke Gin Tonic um 1,7 Prozent auf 237,8 Millionen Euro. Kostensenkungen ließen den Überschuss aber auf 2,5 (Vorjahr: 1,4) Millionen Euro klettern. Die Aktionäre sollen eine um fünf Cent reduzierte Dividende erhalten: 15 Cent je Stammaktie und 20 Cent auf die Vorzüge. Mit 2,4 Millionen Euro schüttet Ahlers damit fast den gesamten Gewinn aus. Knapp 52 Prozent der Aktien sind im Familienbesitz, 48 Prozent sind breit gestreut.

  • rtr
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