Air Berlin Billig, aber trotzdem Business

Der neue Chef von Air Berlin will die Fluggesellschaft mit einem „Drei-Phasen-Programm“ aus den roten Zahlen führen. Der Lufthansa will die Airline Geschäftskunden abjagen. Außerdem gibt es einen neuen Billigtarif.
Update: 03.03.2015 - 19:43 Uhr Kommentieren
Neuer Chef, neue Strategie. Quelle: Reuters
Air-Berlin-Maschine landet in Tegel

Neuer Chef, neue Strategie.

(Foto: Reuters)

BerlinAir Berlin will mit einem neuen Billigtarif und mehr Angeboten für Geschäftsreisende die Rückkehr in die schwarzen Zahlen schaffen. Der neue Vorstandschef Stefan Pichler kündigte am Dienstag in Berlin ein Umbauprogramm für dieses und nächstes Jahr an.

Pichler will in drei Phasen Management und Vertrieb umbauen, das Flugangebot stärker auf ertragreiche Strecken ausrichten und die Drehkreuze der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft, Düsseldorf und Berlin, ausbauen.

Teil der Strategie ist der neue Tarif Justfly mit Tickets für 44 Euro für einen einfachen Flug ohne Freigepäck. Vier weitere Tarife sollen stärker auf die Wünsche der Fluggäste zugeschnitten sein, kündigte Air Berlin an. Das erweiterte Tarifkonzept für die Kurz- und Mittelstrecke solle am 5. Mai in Kraft treten. Außerdem will der Lufthansa-Konkurrent mit einer neuen Marke für Firmenkunden „Branchenprimus“ bei Geschäftsreisenden werden.

Teil der neue strategischen Ausrichtung soll auch eine „Service-Offensive“ sein. Beschwerden und Erstattungswünsche wegen Flugverspätungen oder verlorengegangenen Gepäcks sollen ab Juni innerhalb von einer Woche abschließend bearbeitet werden. Außerdem soll ein Kundenbeirat eingerichtet werden.

Mit dem auf zwei Jahre angelegten Programm solle Air Berlin im nächsten Jahr operativ der Sprung in die schwarzen Zahlen gelingen. Die Air-Berlin-Aktie stieg nach Bekanntgabe der Maßnahmen zwischenzeitlich um rund 6 Prozent, büßte einen Großteil der Gewinne aber direkt wieder ein.

Die Airline steckt seit Jahren in der Krise und wird von Finanzspritzen des arabischen Großaktionärs Etihad über Wasser gehalten. 2014 hatte Air Berlin die Passagierzahl leicht gesteigert. Dennoch wird erneut ein Verlust von mehreren hundert Millionen Euro erwartet. Pichler, früher Manager bei der Lufthansa und zuletzt Chef von Fiji Airways, ist bei Air Berlin seit dem 1. Februar im Amt.

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