Air Berlin Flugbetrieb stabilisiert sich – weniger kranke Piloten

Die Piloten von Air Berlin haben offenbar ihren inoffiziellen Streik beendet. Nachdem sich gestern rund 200 krank gemeldet hatten kam es zu zahlreichen Ausfällen. Für heute meldeten sich viele wieder gesund.
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„Wissen die eigentlich, was Sie tun?“ – Heftige Kritik am Verhalten der Air-Berlin-Piloten

BerlinNach zahlreichen Flugausfällen stabilisiert sich der Flugbetrieb bei der Air Berlin. „Der Krankenstand bei unseren Piloten sinkt deutlich“, sagte ein Sprecherin der insolventen Fluggesellschaft am Donnerstag. „Insgesamt erwarten wir für heute einen normalen Flugbetrieb bei Air Berlin.“ Allerdings spüre der Konzern noch leichte Nachwirkungen der vergangenen Tage und des Hurrikans „Irma“ in den USA. Deshalb könne man derzeit nicht alle Verbindungen von und nach Florida planmäßig fliegen. Betroffen davon sei etwa Fort Myers. „Aufgrund der Stromausfälle und Sturmschäden vor Ort können wir diesen Flughafen noch nicht wieder anfliegen.“ Der Flugbetrieb ab Miami und Orlando jedoch laufe wieder an.

Am Dienstag und Mittwoch hatten zum Teil sehr kurzfristige Krankmeldungen von rund 200 Piloten zum Ausfall zahlreicher Flüge geführt. Das Management von Air Berlin hatte an die Flugkapitäne appelliert, ins Cockpit zurückzukehren. Auch Mitglieder der Bundesregierung machten Druck und kritisierten das Verhalten der Piloten. Der Konzern hatte betont, für die Rettung der insolventen Airline sei eine Stabilisierung des Flugbetriebs am Donnerstag notwendig.

Wer im Airline-Poker mit am Tisch sitzt
Folgenreicher Insolvenzantrag
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Der Insolvenzantrag der Air Berlin zog eine Welle von Interessensbekundungen nach sich. Von Anfang an zeichnete sich ab, dass die Fluggesellschaft wohl von mehreren Konkurrenten übernommen wird. Neben zahlreichen Interessenten sind auch weitere Akteure in die Verhandlungen verwickelt: Nicht nur Experten des Insolvenzrechts, auch die Bundesregierung wirkt zumindest indirekt mit. Derweil konkretisieren die Interessenten ihre Wünsche.

Neu im Rennen
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Der frühere Formel 1 Champion Niki Lauda interessiert sich nun auch offenbar für Air Berlin. Der Ex-Rennfahrer will knapp 40 Maschinen der insolventen Airline und ihrer Tochter Niki übernehmen. Dafür will er zusammenarbeiten mit ...

Thomas Cook und Condor
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... dem Reiseveranstalter Thomas Cook und der Tochter Condor. Geht der Plan auf, erhält Niki Lauda 51 Prozent des Konsortiums. Er will dann ausschließlich touristische Ziele anfliegen. Für Fluggäste soll dabei Thomas Cook sorgen.

Aktionär zieht sich zurück – mit weitreichenden Folgen
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Seit 2012 ist Großaktionär der Staatskonzern aus Abu Dhabi mit einem Anteil von 29,2 Prozent an Air Berlin beteiligt. Wenige Tage, nachdem Etihad die Unterstützung entzogen hatte, sah sich Air Berlin zur Insolvenzanmeldung gezwungen. Dennoch widerspricht Etihad dem Eindruck, Air Berlin im Stich gelassen zu haben: Noch im April seien 250 Millionen Euro zur Verfügung gestellt worden. Diese Unterstützung habe man aber angesichts der „sich rapide verschlechternden Geschäftsergebnisse und Liquidität“ nicht weiter leisten wollen. Ein Großteil der 1,5 Milliarden Schulden dürfte wohl ohnehin am großen Partner hängenblieben.

Lufthansa dominiert die Verhandlungen
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In der nun eröffneten Bieterschlacht ist die Lufthansa ganz vorn dabei. Die Verhandlungen mit dem deutschen Marktführer, der die Übernahme schon seit Monaten vorantreibt, sollen am Freitag beginnen. Schon im Januar war dem umsatzstärksten europäischen Luftverkehrskonzern ein Teilerfolg gelungen: Damals wurden die Anmietung und faktische Übernahme von 38 Mittelstrecken-Maschinen genehmigt, was rund einem Viertel der Air-Berlin-Flotte entspricht.

Carsten Spohr
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Mindestens ein weiteres Viertel will der Lufthansa-Chef nun für seine Billigflieger-Gruppe Eurowings sichern. Diese sucht ohnehin zusätzliche Maschinen und Slots für die Mittel- und die Langstrecke. In Wirklichkeit verfolgt Spohr aber ein übergeordnetes Ziel: Den Billigflieger Ryanair von den größeren deutschen Flughäfen so weit wie möglich fernzuhalten. Um den Wettbewerb hochzuhalten, nimmt er dafür sogar größere Marktanteile anderer Anbieter in Kauf.

Die Konkurrenz
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Daher steht die Lufthansa ihren Konkurrenten auch nicht im Weg. Gespräche mit Easyjet und Tuifly sind nach Angaben von Air Berlin ebenfalls geplant. Auch der Reiseveranstalter Thomas Cook mit seiner Ferienflugtochter Condor interessiere sich an einer „aktiven Beteiligung an der Zukunft von Air Berlin“. Thomas-Cook-Feriengäste kommen ohnehin schon zu großen Teilen mit Air Berlin an ihr Ferienziel.

Air Berlin ist seit Mitte August pleite und kann nur dank eines Staatskredits über 150 Millionen Euro weiterfliegen. Interessenten können bis diesen Freitag ein Kaufangebot für den Konzern oder Teile davon einreichen.

  • rtr
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1 Kommentar zu "Air Berlin: Flugbetrieb stabilisiert sich – weniger kranke Piloten"

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  • Könnte man da nicht mal an die Ärzte ran, die ja hier nachweislich krank geschrieben haben ohne dass eine Erkrankung vorlag. Dieser Mißbrauch in der Krankenversicherung kostet den Unternehmen und Sozialkassen jährlich viele Millionen. Krankschreiben nach Belieben ist eine um sich greifende Unart. Für Krankheit muss es doch objektive Kriterien geben und es darf nicht der subjektive Wunsch des Arbeitnehmers nach ein paar freien Tagen sein der die Krankschreibung veranlasst. Krankschreiben und krankfeiern ist doch kein Selbstbedienungsladen für genervte oder unwillige Arbeitnehmer auf Kosten aller. Es gilt an die Verantwortung der Ärzte zu appellieren das Vorliegen einer Krankheit vor der Ausstellung einer AU-Bescheinigung medizinisch zu überprüfen und nicht einfach ungeprüft dem Wunsch des Patienten auf Ausstellung der Bescheinigung nachzukommen.

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