Air Berlin Hunderte Mitarbeiter in Düsseldorf erwartet

Die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin erwartet am Dienstag hunderte Mitarbeiter in Düsseldorf. Es soll um den aktuellen Stand im Bieterverfahren gehen. Zuvor wurden schon die Berliner Arbeitnehmer informiert.
Kommentieren
Nach Unternehmensangaben sollen rund 80 Prozent der Mitarbeiter eine gute Jobperspektive haben. Quelle: dpa
Air Berlin

Nach Unternehmensangaben sollen rund 80 Prozent der Mitarbeiter eine gute Jobperspektive haben.

(Foto: dpa)

DüsseldorfNach einer Mitarbeiterversammlung in Berlin will Air Berlin am Dienstag auch die Düsseldorfer Angestellten über den aktuellen Stand im Bieterverfahren informieren. Zu vier einstündigen Terminen würden jeweils rund 200 Mitarbeiter erwartet, sagte ein Sprecher vor der Veranstaltung. Den Mitarbeitern wolle man die Chance geben, noch einmal Fragen zu stellen, hieß es. Am Nachmittag sollte es in Ratingen bei Düsseldorf eine weitere Versammlung geben, zu der ebenfalls eine Mitarbeiterzahl im dreistelligen Bereich erwartet wurde. In Berlin hatten sich Tags zuvor rund 400 Angestellte informiert.

Am Montag hatte die insolvente Airline von guten Jobperspektiven für 80 Prozent ihrer Mitarbeiter berichtet. „Es wird uns nicht möglich sein, alle Arbeitsplätze zu erhalten“, hatte Sachwalter Lucas Flöther gesagt. Mehrere Tausend Beschäftigte können demnach aber bei der Lufthansa unterkommen. Mit dem deutschen Marktführer laufen Verhandlungen über Teile der Air Berlin sowie deren Töchter Luftverkehrsgesellschaft Walter und Niki. Zudem wolle die Easyjet einen Teil der Flotte übernehmen, was weitere Arbeitsplatz-Perspektiven bringe.

Wer im Airline-Poker mit am Tisch sitzt
Folgenreicher Insolvenzantrag
1 von 17

Der Insolvenzantrag der Air Berlin zog eine Welle von Interessensbekundungen nach sich. Von Anfang an zeichnete sich ab, dass die Fluggesellschaft wohl von mehreren Konkurrenten übernommen wird. Neben zahlreichen Interessenten sind auch weitere Akteure in die Verhandlungen verwickelt: Nicht nur Experten des Insolvenzrechts, auch die Bundesregierung wirkt zumindest indirekt mit. Derweil konkretisieren die Interessenten ihre Wünsche.

Neu im Rennen
2 von 17

Der frühere Formel 1 Champion Niki Lauda interessiert sich nun auch offenbar für Air Berlin. Der Ex-Rennfahrer will knapp 40 Maschinen der insolventen Airline und ihrer Tochter Niki übernehmen. Dafür will er zusammenarbeiten mit ...

Thomas Cook und Condor
3 von 17

... dem Reiseveranstalter Thomas Cook und der Tochter Condor. Geht der Plan auf, erhält Niki Lauda 51 Prozent des Konsortiums. Er will dann ausschließlich touristische Ziele anfliegen. Für Fluggäste soll dabei Thomas Cook sorgen.

Aktionär zieht sich zurück – mit weitreichenden Folgen
4 von 17

Seit 2012 ist Großaktionär der Staatskonzern aus Abu Dhabi mit einem Anteil von 29,2 Prozent an Air Berlin beteiligt. Wenige Tage, nachdem Etihad die Unterstützung entzogen hatte, sah sich Air Berlin zur Insolvenzanmeldung gezwungen. Dennoch widerspricht Etihad dem Eindruck, Air Berlin im Stich gelassen zu haben: Noch im April seien 250 Millionen Euro zur Verfügung gestellt worden. Diese Unterstützung habe man aber angesichts der „sich rapide verschlechternden Geschäftsergebnisse und Liquidität“ nicht weiter leisten wollen. Ein Großteil der 1,5 Milliarden Schulden dürfte wohl ohnehin am großen Partner hängenblieben.

Lufthansa dominiert die Verhandlungen
5 von 17

In der nun eröffneten Bieterschlacht ist die Lufthansa ganz vorn dabei. Die Verhandlungen mit dem deutschen Marktführer, der die Übernahme schon seit Monaten vorantreibt, sollen am Freitag beginnen. Schon im Januar war dem umsatzstärksten europäischen Luftverkehrskonzern ein Teilerfolg gelungen: Damals wurden die Anmietung und faktische Übernahme von 38 Mittelstrecken-Maschinen genehmigt, was rund einem Viertel der Air-Berlin-Flotte entspricht.

Carsten Spohr
6 von 17

Mindestens ein weiteres Viertel will der Lufthansa-Chef nun für seine Billigflieger-Gruppe Eurowings sichern. Diese sucht ohnehin zusätzliche Maschinen und Slots für die Mittel- und die Langstrecke. In Wirklichkeit verfolgt Spohr aber ein übergeordnetes Ziel: Den Billigflieger Ryanair von den größeren deutschen Flughäfen so weit wie möglich fernzuhalten. Um den Wettbewerb hochzuhalten, nimmt er dafür sogar größere Marktanteile anderer Anbieter in Kauf.

Die Konkurrenz
7 von 17

Daher steht die Lufthansa ihren Konkurrenten auch nicht im Weg. Gespräche mit Easyjet und Tuifly sind nach Angaben von Air Berlin ebenfalls geplant. Auch der Reiseveranstalter Thomas Cook mit seiner Ferienflugtochter Condor interessiere sich an einer „aktiven Beteiligung an der Zukunft von Air Berlin“. Thomas-Cook-Feriengäste kommen ohnehin schon zu großen Teilen mit Air Berlin an ihr Ferienziel.

Das Unternehmen verhandelt bis 12. Oktober über einen Verkauf, die Zustimmung der EU-Kommission wird für das Jahresende erwartet. Air Berlin hatte Ende März 8600 Mitarbeiter, darunter auch Teilzeitkräfte. In Vollzeitstellen gerechnet ergibt sich nach Unternehmensangaben vom Montag die Zahl 6500.

  • dpa
Startseite

Mehr zu: Air Berlin - Hunderte Mitarbeiter in Düsseldorf erwartet

0 Kommentare zu "Air Berlin: Hunderte Mitarbeiter in Düsseldorf erwartet"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%