Air Berlin Hunderte Mitarbeiter werden freigestellt

Am Freitag landete der letzte Flug von Air Berlin. Nun folgen ersten Konsequenzen für das Personal: Hunderte Mitarbeiter der Pleite-Airline wurden vom Dienst freigestellt. Schon bald sollen sie die Kündigung erhalten.
Update: 30.10.2017 - 16:41 Uhr Kommentieren
Am vergangenen Freitag hoben die Jets der insolventen Airline letztmals unter eigener Flugnummer ab. Quelle: dpa
Mitarbeiter von Air Berlin

Am vergangenen Freitag hoben die Jets der insolventen Airline letztmals unter eigener Flugnummer ab.

(Foto: dpa)

BerlinNach dem Ende des Flugbetriebs bei Air Berlin bleibt hunderten Mitarbeitern nur noch der Gang zur Arbeitsagentur. Sie sollen noch im November die Kündigung erhalten, wie die Fluggesellschaft am Montag in einer internen Mitteilung ankündigte. Zum Beginn des Insolvenzverfahrens am 1. November sind sie freigestellt.

Nun soll mit den Arbeitnehmervertretern ein Interessenausgleich und ein Sozialplan vereinbart werden. Personalchefin Martina Nieman riet den Kollegen, sich schnellstmöglich bei der Agentur für Arbeit zu melden. Sie kündigte weitere Jobmessen an.

Betroffen sind Piloten und Flugbegleiter der Stationen Berlin, Düsseldorf, München, Paderborn, Leipzig und Nürnberg sowie die in Frankfurt stationierten Piloten. Auch ein großer Teil des Bodenpersonals wird nicht mehr gebraucht; diese Beschäftigten könnten in eine Transfergesellschaft wechseln, hieß es. Eine konkrete Zahl der Kündigungen nannte das Unternehmen nicht.

So hat Tegel Air Berlin verabschiedet
Touchdown in Tegel
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Um 23.58 Uhr setzte die Maschine in Berlin auf. Der letzte Flug mit Kennung „AB“.

Ehrenrunden über Berlin
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Die Flugroute über Berlin diente dazu, als wirklich letztes Flugzeug zu landen. Die Schleifen deuteten viele als die Form eines Herzens.

Joachim Hunold
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Mit an Bord: der ehemalige Geschäftsführer der Fluggesellschaft und Mitglied im Verwaltungsrat, Joachim Hunold. Er hatte in 20 Jahren an der Konzernspitze aus einer Mini-Gesellschaft mit zwei Flugzeugen die Nummer zwei in Deutschland gemacht, in ihrer Hochzeit mit mehr als 35 Millionen Passagieren und vier Milliarden Euro Jahresumsatz.

Der heute 68-jährige Düsseldorfer war es aber auch, der seine Firma durch Zukäufe und schnelles Wachstum in eine komplexe Struktur und Kostenfalle trieb, aus der sie nie wieder herauskam.

Ende eines Kapitels deutscher Wirtschaftsgeschichte
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Nach 39 Jahren mit teils rasantem Wachstum endet die Zeit von Air Berlin. Der letzte Flieger in Berlin-Tegel wird am späten Freitagabend gebührend empfangen.

Gruß der Flughafenfeuerwehr
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Spalier zum Abschied
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„Unsere AB“
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Ein Schluck Sekt auf das Ende der Airline. Flug AB6210 ist der letzte mit Air-Berlin-Kennung, der auf einem Flughafen gelandet ist.

Am Freitag hatte es den letzten Air-Berlin-Flug gegeben. „Wir haben einen traurigen Tag voller Emotionen und Abschiedsschmerz erlebt, der uns lange im Gedächtnis bleiben wird“, heißt es in dem internen Schreiben. Der größte Teil des Unternehmens soll von Lufthansa übernommen werden, weitere Teile von Easyjet sowie dem Logistiker Zeitfracht und der Wartungsfirma Nayak.

Air Berlin hatte zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags Mitte August rund 8000 Beschäftigte. Bis vor zwei Wochen hatten schon mehr als 600 von ihnen das Unternehmen verlassen. Mehr als 2000 Mitarbeiter der Air-Berlin-Töchter Luftfahrtgesellschaft Walter (LGW), Niki, Leisure Cargo und Air Berlin Technik werden von den Käufern direkt übernommen. Weitere 2300 Stellen sind bei den Käufern ausgeschrieben.

Air-Berlin's letzter Flug: „Time to say Goodbye“

Gut 1700 Kollegen können in Transfergesellschaften wechseln, die sie bis Ende April nach Möglichkeit auf neue Stellen vermitteln sollen. Darunter sind 1200 Verwaltungsmitarbeiter, für die Air Berlin und der Senat gemeinsam eine Transfergesellschaft finanzieren. Air Berlin hatte mitgeteilt, bis zu 3,8 Millionen Euro zu zahlen und das Land um 11,5 Millionen Euro gebeten. Air-Berlin-Sprecher Ralf Kunkel sagte am Montag, das Land Berlin habe zugesagt, Geld beizusteuern. Das Land äußerte sich dazu am Montag nicht.

Bis der Verkauf in einigen Monaten über die Bühne gegangen ist, fliegt ein Teil der Air-Berlin-Crews noch für Lufthansa, die vor einem Jahr bis zu 38 Maschinen samt Personal bei den Berlinern geleast hat. Mehr als 1000 Mitarbeiter werden dafür voraussichtlich bis Ende Januar benötigt.

  • dpa
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