Air-Berlin-Insolvenz Chef-Abwickler sieht Aufgabe als erledigt an

Der Generalbevollmächtigte von Air Berlin sieht die Abwicklung der Airline als erledigt an – und zieht ein positives Fazit. Viele Mitarbeiter hätten neue Jobs. In Essen wurden die letzten Reste der Airline versteigert.
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Die letzten Überbleibsel der Airline kamen in Essen unter den Hammer. Quelle: Hanna Steinharter
Versteigerung von Air-Berlin-Insolvenzmasse

Die letzten Überbleibsel der Airline kamen in Essen unter den Hammer.

(Foto: Hanna Steinharter)

EssenFünf Monate nach dem Insolvenzantrag von Air Berlin sieht der Generalbevollmächtigte der ehemaligen Airline, Frank Kebekus, seine Aufgabe als erfüllt an. „Wir haben am Dienstag daher beim Amtsgericht Charlottenburg beantragt, die Eigenverwaltung aufzuheben“, sagte Kebekus der „Wirtschaftswoche“ (Freitag).

Damit wechselt die ehemalige Fluggesellschaft nun in ein reguläres Insolvenzverfahren. Kebekus zog ein positives Fazit des bisherigen Verlaufs: „Teile des Konzerns wurden verkauft, viele Mitarbeiter haben in der Folge neue Jobs gefunden“, sagte er. „Die Insolvenz von Air Berlin ist eines der komplexesten Verfahren, die es in Deutschland bislang gab.“

Derweil versuchen die Verantwortlichen alles, um die Insolvenzmasse für die Gläubiger zu vergrößern: Seit wenigen Tagen läuft eine Online-Auktion, bei der etwa für Schoko-Herzen und Ledersitze aus den Maschinen bereits Tausende Gebote abgegeben wurden.

Schokoherzen und Servierwagen unter dem Hammer
Air Berlin wird versteigert
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Seit Montag versteigert die insolvente Airline online ihr Inventar. In der Halle des Auktionshauses Wilhelm Dechow in Essen konnten Interessierte am Donnerstag einen Blick auf die Erinnerungsstücke werfen.

Servierwagen mit Geschirr
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Unter den Hammer kommen unzählige rote Trolleys (Getränkewagen) mit Gläsern oder Geschirrsets, Miniaturflugzeuge, Jutebeutel, Rettungswesten, ganze Sitzreihen und Berge von Schokoherzen.

Flugzeugsitze und Servierwagen
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Die Besucher gehen herum, öffnen Schubladen, drehen Tassen in den Händen und schwelgen in Erinnerung an die Hauptstadt-Airline. Die hoch verschuldete Air Berlin hatte ihren Flugbetrieb am 27. Oktober eingestellt. Der Düsseldorfer Flughafen war neben Berlin eines der wichtigsten Drehkreuze der Airline.

Schokoherzen
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Ein ehemaliger Lufthansa-Mitarbeiter ist aus nostalgischen Gründen hier. „Ich bin immer gut mit der Airline geflogen und habe gute Erinnerungen. Ich wollte hier einfach nochmal schauen.“ An der Auktion wird er trotzdem nicht teilnehmen. „Es gibt sicherlich Leute, die so Herzen für 320 Euro kaufen. Aber das kommt für mich nicht in Frage. Das Ding es‘s ich doch direkt auf. So weit reicht die Liebe nicht.“

Jan Bröker, Geschäftsführer des Auktionshauses Wilhelm Dechow
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„Das ist auch für uns eine besondere Versteigerung. Hier schwingen enorm viele Emotionen mit, das haben wir sonst nicht“, sagt Bröker. Besonders gefragt seien die Schokoherzen: „Wir haben hier 200 Kartons à 100 Herzen. Pro Karton liegen die Preise schon bei 350 Euro. Das ist schon super.“

Smart im Air-Berlin-Look
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„Leider spielt das Wetter heute nicht mit, sonst wären bestimmt noch viel mehr Leute hier“, sagt Bröker.

Airline mit Herz
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„Ich finde die Sitzreihen schön, sowas würde ich mir ins Wohnzimmer stellen“, berichtet eine Besucherin. „Man muss immer etwas Geschichte aufbewahren und Ai rBerlin gehört ja jetzt dazu.“ Auch für die Schokoherzen wäre sie bereit, einiges zu zahlen „Aber da sind mir noch zu wenig drin. Hundert Stück sind dann doch schnell weg. Tausend pro Karton wären besser.“

Nach Angaben des Hamburger Auktionshauses Wilhelm Dechow lag die Zahl am Mittwoch bei rund 8900. „Es hat keine Sekunden gedauert, bis die ersten Gebote eingetrudelt sind“, sagte Geschäftsführer Jan Bröker der Deutschen Presse-Agentur. „Seitdem sind die Preise mächtig in die Höhe gegangen.“ Die Auktion, bei der auch Flugzeugmodelle und Servierwagen unter den Hammer kommen, läuft seit Montag und endet am 1. Februar. Selbst für Kaffeebecher mit Air-Berlin-Logo würden derzeit bis zu 100 Euro geboten, sagte Bröker.

Und beim Inventar soll es nicht bleiben: Geht es nach Insolvenzverwalter Lucas Flöther, soll demnächst auch der Verkauf der Markenrechte sowie Hunderter Internetadressen beginnen. „Schriftzug und Logo von Air Berlin sind extrem bekannt und beliebt bei den Kunden, daher hoffen wir auf einen ordentlichen Preis“, sagte Flöther der „Wirtschaftswoche“. Erste Interessenten hätten sich bereits gemeldet.

Die hoch verschuldete Air Berlin hatte ihren Flugbetrieb am 27. Oktober eingestellt. Der Düsseldorfer Flughafen war neben Berlin eines der wichtigsten Drehkreuze der Airline.

  • dpa
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1 Kommentar zu "Air-Berlin-Insolvenz: Chef-Abwickler sieht Aufgabe als erledigt an"

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  • AIR-BERLIN-INSOLVENZ
    Chef-Abwickler sieht Aufgabe als erledigt an

    ..................

    Wenn es tatsächlich abgewickelt ist dann ging es wirklich schnell und der Mann ist talentiert !

    GEBT IHM NUN EINE HÖHERE AUFGABE !

    Er soll den BER-FLUGHAFEN abwickeln !!!


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