Air Berlin Krisen-Airline macht sogar im Sommer Verlust

Sogar in der wichtigsten Reisezeit des Jahres kommt Air Berlin nicht aus den roten Zahlen. Im dritten Quartal gab es erneut ein dickes Minus. Für den Rest des Jahres ist bei der Krisen-Airline keine Trendwende in Sicht.
Update: 10.11.2016 - 20:30 Uhr
Die in der Krise steckende Fluglinie kämpft ums Überleben. Quelle: dpa
Air Berlin

Die in der Krise steckende Fluglinie kämpft ums Überleben.

(Foto: dpa)

BerlinDie Lage bei Air Berlin spitzt sich nach einem desolaten Sommergeschäft weiter zu. Kurz vor ihrer angekündigten Aufspaltung flog Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft sogar in der wichtigsten Reisezeit des Jahres in die roten Zahlen. Unter dem Strich stand im dritten Quartal ein Minus von rund 46 Millionen Euro, wie Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft überraschend am Donnerstagabend mitteilte. Vorstandschef Stefan Pichler warnte: Auch der Rest des Jahres werde noch keine Trendwende bringen.

Im Sommer erzielen Fluggesellschaften gewöhnlich ihre größten Gewinne und müssen damit ihre Verluste aus dem Winter ausgleichen. Im dritten Quartal des Vorjahres hatte auch Air Berlin noch 56 Millionen Euro verdient.

Pichler begründete das jüngste Minus mit einem verschärften Preiskampf vor allem in der Touristik und den Kosten für die Sanierung der Fluglinie, die in den vergangenen Jahren einen Rekordverlust nach dem anderen eingeflogen hatte. Auch das dritte Quartal habe die Erwartungen des Managements nicht erfüllt.

So fiel der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fünf Prozent auf 1,23 Milliarden Euro. Pichler führte als Gründe eine schwache Nachfrage in der Touristik sowie den harten Preiskampf etwa auf den Strecken nach Mallorca und auf die Kanarischen Inseln an. Infolge des Nachfrageeinbruchs bei den Türkei-Urlauben hatten viele Fluglinien ihre Maschinen verstärkt auf Strecken nach Spanien eingesetzt.

Wo Air Berlin künftig wohl nicht mehr hinfliegt
Flughafen Hamburg
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Air Berlin wird die am Flughafen Hamburg stationierten Flugzeuge und Crews wahrscheinlich an Eurowings abgeben. Damit könnten etwa die folgenden Air Berlin-Ziele wegfallen...

Malaga in Spanien
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Malaga, die zweitgrößte Stadt in Andalusien, ist eines der wichtigsten Urlaubsziele Spaniens. Verzichten müssen die Hamburger auf die Verbindung indes nicht, auch Norwegian Air, Vueling und Ryanair haben das Ziel in ihrem Flugplan.

Korfu in Griechenland
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Korfu ist die siebtgrößte Insel Griechenlands und ein sehr beliebtes Urlaubsziel. Deshalb gilt auch hier: Touristen, die dorthin wollen, sind in Hamburg nicht alleine auf Air Berlin angewiesen. Auch der Ferienflieger Condor steuert Korfu an.

Flughafen Köln/Bonn
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Der Flughafen Köln-Bonn hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Drehkreuz für Billig-Airlines entwickelt. Air Berlin bietet an Deutschlands siebtgrößten Flughafen Verbindungen unter anderem zu den folgenden Zielen.

Fuerteventura in Spanien
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Fuerteventura ist die zweitgrößte der Kanarischen Inseln und wegen des dauerhaft milden Klimas sehr beliebt. Deshalb fliegen zahlreiche Airlines von Köln dorthin, darunter Tuifly, Sun Express Deutschland und auch Eurowings.

Kos in Griechenland
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Die griechische Insel Kos liegt in der Ost-Ägäis. Touristen haben am Kölner Flughafen mehrere Möglichkeiten, das Eiland zu erreichen, unter anderem mit Tuifly, Sun-Express Deutschland und Eurowings.

Flughafen Paderborn-Lippstadt
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Der Flughafen Paderborn zählt zu den kleinen Regional-Airports in Deutschland. Auch wenn er nur von wenigen Airlines angeflogen wird, sind die Folgen für die Passagiere überschaubar, denn die Ziele von Air Berlin bedienen auch andere.

Unter der Führung von Air Berlins arabischer Großaktionärin Etihad hatte Pichler Ende September einen tiefgreifenden Umbau angekündigt. Dabei soll die Kernflotte um rund die Hälfte auf 75 Flugzeuge schrumpfen, das Geschäft mit Langstreckenflügen etwa in die USA aber deutlich wachsen. Bis zu 1200 Arbeitsplätze sollen wegfallen. So soll es Air Berlin im Jahr 2018 zumindest operativ in die Gewinnzone schaffen.

Von der restlichen Flotte will Air Berlin 40 Maschinen samt Besatzung an den Lufthansa-Konzern vermieten. Dieser will sie vor allem bei seiner Billigtochter Eurowings einsetzen. Die Touristikflotte soll samt Personal in einem neuen Verbund mit Etihad und der Fluglinie Tuifly des weltgrößten Reisekonzerns Tui aufgehen.

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