Air-Berlin-Pleite Laschet und Müller beraten sich über Beschäftigte

Arbeitnehmervertreter treffen sich mit führenden Politikern, um die Zukunft der Air-Berlin-Mitarbeiter zu sichern. Am Montag gibt es ein Gespräch mit Berlins Bürgermeister Müller und NRW-Ministerpräsident Laschet.
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Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident trifft sich in Berlin mit Arbeitnehmervertretern von Air Berlin. Quelle: dpa
Armin Laschet

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident trifft sich in Berlin mit Arbeitnehmervertretern von Air Berlin.

(Foto: dpa)

BerlinZwei Wochen vor Ende der Bieterfrist für die insolvente Air Berlin wollen sich die Regierungschefs von Nordrhein-Westfalen und Berlin für die Beschäftigten stark machen. Arbeitnehmervertreter treffen sich dazu am Montag in Berlin mit Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD). Berlin und Düsseldorf sind die wichtigsten Air-Berlin-Standorte.

„Wir wollen uns noch breiter aufstellen, damit sich die Bieter Gedanken machen“, sagte der Vize-Chef des Gesamtbetriebsrats, Wolfgang Fleischer, am Freitag. Über den Termin am Montag berichtete die „Rheinische Post“ (Freitag). Mit Müller hatte es schon am Dienstag ein erstes Treffen gegeben.

Wer im Airline-Poker mit am Tisch sitzt
Folgenreicher Insolvenzantrag
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Der Insolvenzantrag der Air Berlin zog eine Welle von Interessensbekundungen nach sich. Von Anfang an zeichnete sich ab, dass die Fluggesellschaft wohl von mehreren Konkurrenten übernommen wird. Neben zahlreichen Interessenten sind auch weitere Akteure in die Verhandlungen verwickelt: Nicht nur Experten des Insolvenzrechts, auch die Bundesregierung wirkt zumindest indirekt mit. Derweil konkretisieren die Interessenten ihre Wünsche.

Neu im Rennen
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Der frühere Formel 1 Champion Niki Lauda interessiert sich nun auch offenbar für Air Berlin. Der Ex-Rennfahrer will knapp 40 Maschinen der insolventen Airline und ihrer Tochter Niki übernehmen. Dafür will er zusammenarbeiten mit ...

Thomas Cook und Condor
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... dem Reiseveranstalter Thomas Cook und der Tochter Condor. Geht der Plan auf, erhält Niki Lauda 51 Prozent des Konsortiums. Er will dann ausschließlich touristische Ziele anfliegen. Für Fluggäste soll dabei Thomas Cook sorgen.

Aktionär zieht sich zurück – mit weitreichenden Folgen
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Seit 2012 ist Großaktionär der Staatskonzern aus Abu Dhabi mit einem Anteil von 29,2 Prozent an Air Berlin beteiligt. Wenige Tage, nachdem Etihad die Unterstützung entzogen hatte, sah sich Air Berlin zur Insolvenzanmeldung gezwungen. Dennoch widerspricht Etihad dem Eindruck, Air Berlin im Stich gelassen zu haben: Noch im April seien 250 Millionen Euro zur Verfügung gestellt worden. Diese Unterstützung habe man aber angesichts der „sich rapide verschlechternden Geschäftsergebnisse und Liquidität“ nicht weiter leisten wollen. Ein Großteil der 1,5 Milliarden Schulden dürfte wohl ohnehin am großen Partner hängenblieben.

Lufthansa dominiert die Verhandlungen
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In der nun eröffneten Bieterschlacht ist die Lufthansa ganz vorn dabei. Die Verhandlungen mit dem deutschen Marktführer, der die Übernahme schon seit Monaten vorantreibt, sollen am Freitag beginnen. Schon im Januar war dem umsatzstärksten europäischen Luftverkehrskonzern ein Teilerfolg gelungen: Damals wurden die Anmietung und faktische Übernahme von 38 Mittelstrecken-Maschinen genehmigt, was rund einem Viertel der Air-Berlin-Flotte entspricht.

Carsten Spohr
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Mindestens ein weiteres Viertel will der Lufthansa-Chef nun für seine Billigflieger-Gruppe Eurowings sichern. Diese sucht ohnehin zusätzliche Maschinen und Slots für die Mittel- und die Langstrecke. In Wirklichkeit verfolgt Spohr aber ein übergeordnetes Ziel: Den Billigflieger Ryanair von den größeren deutschen Flughäfen so weit wie möglich fernzuhalten. Um den Wettbewerb hochzuhalten, nimmt er dafür sogar größere Marktanteile anderer Anbieter in Kauf.

Die Konkurrenz
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Daher steht die Lufthansa ihren Konkurrenten auch nicht im Weg. Gespräche mit Easyjet und Tuifly sind nach Angaben von Air Berlin ebenfalls geplant. Auch der Reiseveranstalter Thomas Cook mit seiner Ferienflugtochter Condor interessiere sich an einer „aktiven Beteiligung an der Zukunft von Air Berlin“. Thomas-Cook-Feriengäste kommen ohnehin schon zu großen Teilen mit Air Berlin an ihr Ferienziel.

Die Arbeitnehmer wollen, dass mögliche Käufer der Fluggesellschaft auch die Beschäftigten übernehmen. „Slots sind schön und gut“, sagte Fleischer mit Blick auf die begehrten Start- und Landerechte der Air Berlin. „Aber es muss sie auch einer bedienen.“

Interessenten können noch bis zum 15. September Angebote für Air Berlin abgeben. Air Berlin verhandelt mit Lufthansa und weiteren Interessenten über den Verkauf von Unternehmensteilen. Als Interessenten gelten auch Condor, Easyjet und der Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl.

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