Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Air Berlin, Ryanair, Easyjet Europäische Airlines geraten in Turbulenzen

Turbulenzen am europäischen Luftverkehrsmarkt: Die insolvente Air Berlin wird abgewickelt und Billigflieger Ryanair streicht Tausende Flüge. Leidtragende sind die Passagiere. Was in der Airline-Branche derzeit los ist.
30.09.2017 - 16:15 Uhr Kommentieren
Bei der insolventen Air Berlin stehen mehr als 8000 Jobs auf der Kippe und Ryanair streicht in den nächsten Monaten mehr als 20.000 Flüge. Quelle: dpa
Luftverkehrsmarkt in Turbulenzen

Bei der insolventen Air Berlin stehen mehr als 8000 Jobs auf der Kippe und Ryanair streicht in den nächsten Monaten mehr als 20.000 Flüge.

(Foto: dpa)

Frankfurt Das ging noch einmal gut aus für 82 Passagiere von Air Berlin. Sie erlebten am Samstagmorgen bei der Landung ihres Fliegers auf der Promi-Insel Sylt eine Schrecksekunde: Der Airbus A320 rollte über die Landebahn hinaus und kam erst 50 Meter dahinter zum Stehen, wie eine Sprecherin der Regionalleitstelle sagte. Die Maschine blieb auf dem aufgeweichten Rasen stecken. Die Räder haben lange Furchen hinterlassen. Keiner der Passagiere wurde dabei verletzt. Die Beinahe-Bruchlandung auf Sylt ist nur eine von vielen Air-Berlin-Pannen.

Ein Flugzeug vom Typ A320 der Fluggesellschaft Air Berlin am Flughafen von Sylt auf einer Wiese. Die Maschine ist über die Landebahn hinausgeschossen und erst 50 Meter dahinter zum Stehen gekommen. Quelle: dpa
Flugzeug schießt über Landebahn auf Sylt hinaus

Ein Flugzeug vom Typ A320 der Fluggesellschaft Air Berlin am Flughafen von Sylt auf einer Wiese. Die Maschine ist über die Landebahn hinausgeschossen und erst 50 Meter dahinter zum Stehen gekommen.

(Foto: dpa)

Und die Fluggesellschaft ist nicht das einzige Unternehmen der Branche, das derzeit zu kämpfen hat: abgesagte Flüge, um ihre Jobs zitternde Crews und am Donnerstag auch noch weltweite Computer-Probleme –am Luftverkehrs-Himmel geht es derzeit drunter und drüber. Der mit vielen Öl-Milliarden aus Abu Dhabi herausgezögerte Kollaps der Etihad-Beteiligungen Air Berlin und Alitalia wirbelt das Fluggeschäft durcheinander, bietet den Beteiligten Chancen und Risiken gleichzeitig. Die Passagiere müssen sich hingegen auf unruhige Zeiten einstellen. Allein die Pleite der Air Berlin hat mit all ihren Begleiterscheinungen die Kunden nachhaltig verunsichert. Ein zunächst unzuverlässiger Betrieb, dann rätselhafte Massenerkrankungen der Piloten und schließlich die Aufgabe der Fernstrecken sind Vorboten des lange angekündigten Todes der deutschen Nummer zwei. Bis zum 12. Oktober will das Eigenverwaltungs-Management nur mit Lufthansa und Easyjet über die Zerschlagung des Unternehmens sprechen. Jeder fünfte der mehr als 8000 Jobs steht dabei auf der Kippe.

Noch ist keineswegs ausgemacht, dass die Lufthansa das ganz große Kuchenstück der Air Berlin erhält, für das sie geboten hat. Die Kartellbehörden müssen darauf achten, dass der Wettbewerb nicht zu stark eingeschränkt wird. In Deutschland seien in Folge der Krise bereits stark gestiegene Ticketpreise zu beobachten, berichtet der Verband Deutsches Reisemanagement (VDR).

„Geschäftsleute benötigen vor allem Verlässlichkeit“, sagt Hauptgeschäftsführer Hans-Ingo Biehl. Soll heißen: Kaum jemand bucht noch Air Berlin, wenn man nicht das Schicksal des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) teilen möchte, der am Tag der Bundestagswahl trotz eines gültigen Tickets nicht in die Hauptstadt kam.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen
    Die spektakulärsten Airline-Pleiten
    2017: Air Berlin
    1 von 18

    Mit Air Berlin hat die zweitgrößte Airline Deutschlands Insolvenz angemeldet. Die Pleite bahnte sich seit längerem an: Das Unternehmen mit rund 8.600 Beschäftigten schrieb seit Jahren Verluste und hielt sich hauptsächlich durch Finanzspritzen ihres Großaktionärs Etihad noch in der Luft. Am Freitag drehte die nationale Airline der Vereinigten Arabischen Emirate den Berlinern aber den Geldhahn zu. Mit dem Kredit von 150 Millionen Euro stellt nun der Bund den Flugbetrieb vorerst sicher.

    (Foto: dpa)
    Harter Wettbewerb
    2 von 18

    Air Berlin ist kein Einzelfall. Die goldenen Zeiten der Luftfahrt sind seit der Liberalisierung des Marktes, die in den 1980er-Jahren einsetzte, vorbei. Seitdem regiert ein knallharter Wettbewerb die Lüfte. Auch die Branchenkrise nach den Anschlägen des 11. September 2001 und das Aufkommen der Billigflieger sorgen dafür, dass viele bekannte Airlines in die Pleite gerutscht sind.

    (Foto: dpa)
    1991: Pan American Airways
    3 von 18

    Wie kein zweites Unternehmen stand „Pan Am“ für das glamouröse Jet-Zeitalter. 1927 flogen die ersten Postflugzeuge unter dem Namen zwischen Florida und Havanna. Schnell wurde das Unternehmen zu einer der größten US-Fluggesellschaften. Die Airline war eine der ersten, die Interkontinentalflüge anbot, und setzte zahlreiche Standards in der zivilen Luftfahrt. Das blau-weiße „meatball“-Logo von Pan American genießt bis heute Kultstatus.

    (Foto: Imago)
    1991: Pan American Airways
    4 von 18

    In den 1980er-Jahren begann der Stern von Pan Am zu sinken. Durch die Deregulierung des US-Marktes kamen zahlreiche Konkurrenten auf. 1988 wurde über dem schottischen Lockerbie eine Maschine durch einen Terroranschlag zum Absturz gebracht, was das Vertrauen der Öffentlichkeit erschütterte. 1991 folgte die Übernahme durch Delta Air Lines.

    (Foto: Imago)
    1992, 1995 und 2001: Trans World Airlines
    5 von 18

    Auch TWA gehörte zu den Pionieren der Luftfahrt. Gegründet 1930 als „Transcontinental and Western Air“, machte der exzentrische Milliardär Howard Hughes („The Aviator“) das Unternehmen zur zeitweise größten Airline der Welt. Hinter Pan Am war TWA die inoffiziell zweite Flaggschiff-Gesellschaft der USA. 1985 kaufte der Investor Carl Icahn TWA.

    (Foto: Imago)
    1992, 1995 und 2001: Trans World Airlines
    6 von 18

    In den 1990er-Jahren musste TWA zwei Mal in kurzer Folge Gläubigerschutz beantragen. 1996 starben beim Absturz einer Boeing 747 über dem Atlantik 230 Menschen. Die stark geschrumpfte Airline kam 2001 wieder in finanzielle Schwierigkeiten und wurde von Konkurrent American Airlines übernommen.

    (Foto: picture alliance)
    2001: SwissAir
    7 von 18

    1931 gegründet galt die Airline wegen ihrer finanziellen Stabilität lange als „fliegende Bank“. Aufgrund der politischen Neutralität der Schweiz konnte SwissAir zahlreiche lukrative Ziele in Afrika und im Nahen Osten anfliegen.

    (Foto: picture alliance)

    „Im Kern geht es darum, wer künftig auf den innerdeutschen Strecken noch fliegt“, sagt Biehl über die Zeit nach Air Berlin. Europaweit und auch im touristischen Bereich gebe es genug Konkurrenz, doch sei es bedenklich, wenn Air Berlin bereits von diesem Freitag an Strecken wie Köln-München oder Hamburg-München streiche und der Lufthansa überlasse. Selbst wenn Easyjet in die entstehende Lücken stoße, würden die Briten nach seiner Einschätzung vorsichtiger agieren und nicht auf jeder Destination in den Nahkampf mit dem mächtigen Lufthansa-Konzern gehen. „Wir rechnen mit einem knapperen Angebot, weniger Auswahl und steigenden Preisen.“

    Ryanair schwächelt enorm
    Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
    0 Kommentare zu "Air Berlin, Ryanair, Easyjet: Europäische Airlines geraten in Turbulenzen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%