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Air India Staatlicher Irrflug in die Pleite

Indiens Fluggesellschaften sind tief verschuldet. Es gibt kaum Hoffnung auf ausländische Investoren. Grund für die Misere: Subventionen für Air India haben zu einem ruinösen Preiskampf unter den Airlines geführt.
22.07.2012 - 21:46 Uhr 1 Kommentar
Indische Medien vermuten, dass Banken bei dem hochverschuldeten Unternehmen Kingfisher Airlines die Reißleine ziehen wollen. Quelle: Reuters

Indische Medien vermuten, dass Banken bei dem hochverschuldeten Unternehmen Kingfisher Airlines die Reißleine ziehen wollen.

(Foto: Reuters)

Mumbai Die Kingfisher-Villa im Ferienort Candolim in Goa zieht sich von der Hauptstraße mehrere Hundert Meter bis zum Strand hin. Hinter dem massiven schmiedeeisernen Tor haben schon Bollywood-Größen wie Shah Rukh Khan und Amithabh Bachchan gefeiert.

Doch das Prunkstück ist zum kleinen Posten im großen Schuldenstreit geworden. So wie das Kingfisher-Haus in Mumbai gehört das Gebäude zu den Sicherheiten, die der schillernde indische Industrielle Vijay Mallya den Banken für die Kreditlinien seiner Fluggesellschaft Kingfisher Airlines angeboten hat.

Vor zwei Wochen geisterte das Gerücht durch die indischen Medien, dass die Banken bei dem hochverschuldeten Unternehmen die Reißleine ziehen und die Sicherheiten einfordern könnten. Ohne eine größere Tilgungssumme könnte die Villa bald den Besitzer wechseln. Die Schulden der vielfach ausgezeichneten und einstmals zweitgrößten Airline Indiens betrugen zuletzt gut 1,4 Milliarden Dollar. Von der ehedem 64 Maschinen starken Flotte sind aktuell noch 16 Flugzeuge im Einsatz.

Kingfisher ist mit den Löhnen mehrere Monate im Rückstand und häuft weiter täglich Verluste an. Insgesamt betragen die Schulden aller indischen Fluggesellschaften 20 Milliarden Dollar, die jährlichen Verluste zwei Milliarden. Als einzige der sechs großen Fluggesellschaften Indiens hat Indigo im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Gewinn ausgewiesen, alle Konkurrenten schreiben rote Zahlen - und das trotz eines Marktes, in dem die Nachfrage in den vergangenen zwei Jahren um jeweils 20 Prozent gewachsen ist, und für den die Fluglinien erst im vergangenen Jahr mehr als 130 neue Maschinen geordert haben.

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    Der Grund für die Misere der indischen Luftfahrt hat einen Namen: Air India. Die staatliche Fluggesellschaft vereinigt alleine die Hälfte aller Schulden der Branche auf sich. In den vergangenen zwei Monaten hat sie durch einen Streik eine geschätzte weitere Milliarde Dollar Schulden angehäuft - zusätzlich zu den ohnehin schon seit Jahren negativen Ergebnissen. Eigentlich müsste der Koloss mit seinen mehr als 36.000 Angestellten längst bankrott sein. Doch der Staat ist nicht willens, die Prestige-Airline fallenzulassen.

    Protektionisten verhindern Einstieg von Investoren
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    1 Kommentar zu "Air India: Staatlicher Irrflug in die Pleite"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ein Lehrstück darüber, wie

      A) staatliche Eingriffe ganze Wirtschaftszweige ruinieren. Das gilt überall, sollte also auch in Deutschland beherzigt werden. Und

      B) wie begrenzt die Aussichten wirtschaftlicher Entwicklung in Indien sind, solange die verdeckt sozialistische Staatseinstellung nicht gekippt werden kann.

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