Airbus-Rivale Boeing verhandelt mit Embraer über Fusion

Boeing verhandelt mit dem brasilianischen Flugzeugbauers Embraer über eine Fusion. Die Meldung bescherte der Aktie von Embraer einen Rekord-Kurssprung. Es fehlt aber noch die Genehmigung der brasilianischen Regierung.
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Einem Bericht zufolge verhandelt Boeing über eine Übernahme des brasilianischen Flugzeugbauers Embraer. Quelle: dpa
Mögliche Übernahme

Einem Bericht zufolge verhandelt Boeing über eine Übernahme des brasilianischen Flugzeugbauers Embraer.

(Foto: dpa)

BangaloreDer Airbus-Erzrivale Boeing und der brasilianische Regionaljet-Anbieter Embraer verhandeln nach eigenen Angaben über eine Fusion. Einzelheiten eines Zusammenschlusses sind aber noch nicht endgültig festgelegt, teilte Embraer am Donnerstag mit. Allerdings müsste das Geschäft von der brasilianischen Regierung genehmigt werden, die sich auch nach der vollständigen Privatisierung 2006 ein Vetorecht gesichert hat. Die Nachricht beflügelte dennoch Aktien des Unternehmens, die um etwa 30 Prozent nach oben gingen. Boeing-Papiere gaben um 0,7 Prozent nach.

Sollten die Verhandlungen erfolgreich sein, würde sich die Flugzeugbaubranche zu einem Duopol entwickeln: Airbus hatte in diesem Herbst 50,01 Prozent am Regionaljet-Programm CSeries des kanadischen Konzerns Bombardier übernommen, das direkt mit den E-Jets von Embraer konkurriert.

Bombardier und Embraer hatten sich jahrzehntelang ein Duell im Bereich kleinerer Jets mit 70 bis 100 Sitzen geliefert. Airbus und Boeing kämpfen dagegen um Aufträge für mittelgroße Jets und Langstreckenmaschinen. Die Übernahme der CSeries durch Airbus könnte dieser Aufteilung ein Ende bereitet haben.

Branchenkreisen zufolge wurde bei Boeing und Embraer schon länger über eine engere Partnerschaft nachgedacht. Die Unternehmen arbeiten etwa bei Fragen der Flugsicherheit und der Entwicklung neuer Treibstoffe zusammen. Zudem vermarkten sie den Militärtransporter KC-390 von Embraer gemeinsam.

Einem Bericht des „Wall Street Journals“ zufolge wurden die Verhandlungen zwischen den beiden Unternehmen unterbrochen, um auf eine Reaktion der brasilianischen Regierung zu warten. Aus Regierungskreisen in Brasilia verlautete, die Gespräche seien noch in einer frühen Phase.

Die Regierung ist demnach für Embraer-Partnerschaften im Bereich der kommerziellen Luftfahrt offen. Ein kompletter Verkauf werde allerdings abgelehnt. Das „WSJ“ berichtete unter Berufung auf Insider, der US-Konzern wolle für den Konkurrenten einen relativ hohen Aufschlag zum bisherigen Kurs zahlen. Er soll deutlich über dem Embraer-Börsenwert von 3,7 Milliarden Dollar liegt.

Zum Kassenschlager von Embraer hat sich der E-Jet entwickelt, der etwa in Nordamerika weit verbreitet ist und auf Routen eingesetzt wird, auf denen Maschinen von Boeing oder Airbus zu groß wären. Die Lufthansa hat insgesamt 26 Embraer E190 und E195 in ihrer Flotte, während die neue CSeries von Bombardier bei der Tochter Swiss zum Einsatz kommt.

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