Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Airline-Deal British-Airways-Mutter IAG stellt Norwegian-Übernahme in Frage

Die guten Quartalszahlen von IAG wurden am Freitag zur Nebensache: Airline-Chef Walsh ist dabei, die Übernahme des Konkurrenten Norwegian aufzugeben.
Update: 04.05.2018 - 11:16 Uhr Kommentieren
Höhere Ticketpreise: British-Airways-Mutter IAG steigert Gewinn Quelle: AFP
British-Airways-Maschine

Die BA-Konzernmutter IAG sieht wenig Hoffnung für die Übernahme des Konkurrenten Norwegian.

(Foto: AFP)

LondonDie Aktionäre von IAG, dem Mutterkonzern von British Airways, Iberia und Vueling, können zufrieden sein: Das Unternehmen flog im ersten Quartal deutlich mehr Gewinn ein als Analysten erwartet hatten.

Doch trotzdem klingt IAG-Chef Willie Walsh nicht besonders gut gelaunt, als er am Freitagmorgen die Quartalsbilanz präsentiert. Kein Wunder: Ein kleiner Konkurrent macht ihm Ärger. Norwegian-Gründer und -Chef Bjørn Kjos. Der Norweger zeigt dem mächtigen Rivalen die kalte Schulter.

IAG hatte im April mit dem Kauf von Anteilen an der norwegischen Billig-Fluggesellschaft Norwegian für Schlagzeilen gesorgt. Fast fünf Prozent der Norwegian-Aktien hat Walsh eingesammelt und erklärte, mit Norwegian über eine Übernahme sprechen zu wollen.

Doch der Ex-Kampfjet-Pilot Kjos ließ Walsh abblitzen. „Ein Verkauf steht nicht auf der Tagesordnung“, erklärte Kjos öffentlich.

Walsh gestand nun ein, dass er die Norweger nicht überzeugen konnte: „Wir haben Gespräche mit dem Norwegian-Management geführt“, sagte Walsh bei Bekanntgabe der Quartalszahlen. „Aber wir haben uns nicht geeinigt und deswegen prüfen wir derzeit alle uns zur Verfügung stehenden Optionen“. Man werde sich davon aber nicht bei der Expansion bremsen lassen.

An der Börse wurde das als Ankündigung gewertet, dass IAG die Pläne für eine Übernahme von Norwegian aufgibt: Die Norwegian-Aktie rutschte am Freitag in Oslo um bis zu 12 Prozent auf 265 Kronen ab, nachdem sie zuvor noch auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahren gestiegen waren. In London kletterten die IAG-Aktien hingegen um über fünf Prozent.

Welche Airlines es mit Ryanair aufnehmen könnten
Platz 10: Flybe
1 von 10

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt informiert im „Low Cost Monitor“ zweimal jährlich über die aktuellen Entwicklungen im Billig-Segment der Flugbranche. Das ist insofern wichtig, als die Billigflieger inzwischen monatlich Hunderttausende, manche sogar eine siebenstellige Anzahl an Passagieren befördern. So bot die britische Fluggesellschaft Flybe allein im vergangenen Juli 315.113 Sitze an. Im Vergleich mit den sonstigen Angeboten in Europa reicht das aber gerade so für Rang 10.

Quelle: DLR Low Cost Monitor 2/2017

(Foto: Wikipedia)
Platz 9: Aer Lingus
2 von 10

Die Airline mit dem Kleeblatt ist die nationale Fluglinie Irlands und ist heute eine Tochtergesellschaft der International Airlines Group. Die Geschichte der Air Lingus reicht zurück bis ins Jahr 1936. Damals nahmen die irischen Unternehmer Sean O'Madhaigh und Thomas J. Flynn rund 100.000 Pfund Sterling in die Hand und gründete die „Aer Lingus Teoranta“. Der Flugbetrieb wurde mit einer de Havilland Dragon aufgenommen, die Platz für sechs Personen bot. 81 Jahre später stellen die Iren innerhalb eines Monats ein Sitzplatzkontingent von 328.946.

(Foto: Reuters)
Platz 8: Jet2
3 von 10

Erst seit 2003 sind Flieger der britischen Jet2 im Luftverkehr zu erspähen. Flugziele der Airline sind außerhalb der britischen Insel hauptsächlich Urlaubsdestinationen im Mittelmeer sowie einige europäische Städte. In Deutschland werden die Düsseldorf, München und Berlin angeflogen. Im Juli 2017 konnte die junge Airline ein Kontingent von 345.414 Sitze anbieten.

(Foto: Wikipedia)
Platz 7: Transavia/Transavia France
4 von 10

Die Transavia ist ein Billigflieger, der 1966 von einem Belgier und einem Schotten in den Niederlanden gegründet wurde. Die KLM Royal Dutch Airlines erwarb 1991 rund 80 Prozent der Anteile an der Fluglinie. Zwölf Jahre später erfolgte die vollständige Übernahme. Nur ein Jahr später kam dann allerdings der Zusammenschluss von KLM und Air France, weshalb Transavia heute eine Tochtergesellschaft der Air France-KLM ist. Im Jahr 2007 wurde mit der Transavia France eine weitere Tochter gegründet, die sich vom niederländischen Flieger aufgrund derselben Bemalung kaum unterscheiden lässt. Zusammengenommen kommen die beiden Töchter im vergangenen Juli auf 359.149 Sitze.

(Foto: Wikipedia)
Platz 6: Wizz Air
5 von 10

Die einzige osteuropäische Fluglinie in diesem Ranking hat ihren Sitz in Ungarn. Erst seit 2004 unterwegs, ist der Billigflieger mit derzeit 28 Basen die bedeutendste Billigfluggesellschaft in Mittel- und Osteuropa. Das gesetzte Ziel, wie Ryan vor allem Flughäfen in der Nähe von europäischen Großstädten anzufliegen, ging voll auf. Im Juli 2017 lag die Kapazität bei 661.080 Passagieren.

(Foto: Reuters)
Platz 5: Eurowings/Germanwings
6 von 10

Im Jahr 1993 entstand die „Eurowings Luftverkehrs AG“ ursprünglich aus dem Zusammenschluss der Nürnberger Flugdienst (NFD) und der Reise- und Industrieflug (RFG). Der Dortmunder Unternehmer Albrecht Knauf hielt zunächst 98,2 Prozent der Anteile. Im Frühjahr 2001 stieg die Lufthansa zunächst mit einem Anteil von 24,9 Prozent ein. Zehn Jahre später erfolgte die komplette Übernahme. Seit 2002 firmiert ein Billigflieger der damaligen Eurowings AG unter dem Namen Germanwings. Dieser wurde schon 2009 vollständig an die Kranich-Airline verkauft. Heute sind die beiden Wings-Flieger weiter eng miteinander verknüpft und kamen im vergangenen Juli zusammen 662.473 Sitzplätze.

(Foto: dpa)
Platz 4: Norwegian Air
7 von 10

Auch in Skandinavien findet sich mit der Norwegian ein erfolgreicher Billigflieger. Im Jahr 1993 als norwegischer Regionalflieger gestartet, wurde die Gesellschaft neun Jahre später auf das Billigflug-Konzept umstrukturiert und hat seither das europäische Geschäft kontinuierlich ausgebaut. Vor drei Jahren wurde in Irland die Tochtergesellschaft Norwegian Air International gegründet. Durch die Standortwahl bekam die Linie Verkehrsrechte der EU, wodurch man Zugriff auf das Open-Skies-Abkommen erhielt, was wiederum die Durchführung von Flügen in die USA ermöglicht. Der Schritt war auch aufgrund eines Rekrutierungsbüros in Singapur, um thailändisches Bordpersonal anzuwerben, nicht unumstritten. Das Konzept der Norweger geht dennoch auf: Im Juli konnten sie ein Kontingent von 775.828 Sitzplätzen stellen.

(Foto: Reuters)

Dabei könnte Norwegian die Rückendeckung des Großkonzern sicher gut gebrauchen. In der Branche munkelt man, dass sich die Airline bei der rasanten Expansion überschätzt haben könnte.

Der Kauf von Flugzeugen hat die Schulden von Norwegian in die Höhe getrieben. Aber Kjos, der in Norwegen auch als Krimi-Autor vor einigen Jahren sein Debüt feierte, will von einer Übernahme nichts wissen.

Wenn Walsh seine Pläne mit Norwegian aufgibt, wäre das für ihn der zweite Rückschlag innerhalb weniger Wochen. Denn der ehrgeizige Brite hatte sich bei einer anderen Transaktion schon auf der Ziellinie gesehen – aus gutem Grund.

Der deutsche Insolvenzverwalter von Air Berlin hatte IAG den Zuschlag für den Kauf der österreichische Air-Berlin-Tochter Niki gegeben. Doch dann verwies ein Gericht die Entscheidung über den Deal an die österreichischen Insolvenzverwalter und diese bevorzugten den Gründer Niki Lauda. IAG-Chef Walsh nahm daraufhin Norwegian ins Visier.

Derweil läuft das Geschäft seiner Gesellschaft gut. Das operative Ergebnis stieg im ersten Quartal auf 280 Millionen Euro von 160 Millionen. Die Zahl der Passagiere erhöhte sich um 8,5 Prozent

Allerdings blieben trotzdem Sitze in den Flugzeugen der IAG-Gesellschaften leer: Der so genannte Sitzladefaktor belief sich auf 80,5 Prozent nach 79 Prozent zuvor.

„Exzellente Zahlen“, lobten Analysten in einer Telefonkonferenz mit dem IAG-Management. Dabei profitierte IAG zum einen von günstigen Wechselkursen, aber auch daran, dass die Osterfeiertage so früh waren, dass sie im ersten Quartal lagen.

Auch für das laufende Jahr erwartet IAG-Chef Walsh einen höheren Betriebsgewinn als im vergangenen Jahr, als die Gesellschaft drei Milliarden Euro einflog. Walsh ist damit zuversichtlicher als sein Kollege Jean-Marc Janaillac von Air France-KLM.

Der hatte ebenfalls am Freitag Zahlen vorgelegt und dabei keine guten Nachrichten für die Aktionäre im Gepäck: Wegen der Streiks in Frankreich, dem Hauptmarkt der Gesellschaft, werde der Gewinn in diesem Jahr niedriger ausfallen als im Jahr zuvor, kündigte Firmenchef Janaillac an.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Airline-Deal - British-Airways-Mutter IAG stellt Norwegian-Übernahme in Frage

0 Kommentare zu "Airline-Deal: British-Airways-Mutter IAG stellt Norwegian-Übernahme in Frage"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.