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Airline Easyjet warnt vor erstem Jahresverlust seiner Geschichte

Der Billigflieger streicht die Dividende und reduziert seinen Flugplan auf 25 Prozent. Eine Prognose für das neue Geschäftsjahr wagt Easyjet nicht.
08.10.2020 Update: 08.10.2020 - 17:14 Uhr Kommentieren
Angesichts der angespannten Finanzlage rät der Verwaltungsrat davon ab, für das abgelaufene Jahr eine Dividende an die Aktionäre auszuschütten. Quelle: dpa
Easyjet

Angesichts der angespannten Finanzlage rät der Verwaltungsrat davon ab, für das abgelaufene Jahr eine Dividende an die Aktionäre auszuschütten.

(Foto: dpa)

London Der britische Billigflieger Easyjet rutscht aufgrund der Corona-Pandemie erstmals in seiner 25-jährigen Geschichte in die roten Zahlen. Der Vorsteuerverlust für das am 30. September beendete Geschäftsjahr werde zwischen 815 und 845 Millionen Pfund betragen, teilte die Fluggesellschaft am Donnerstag mit. Die endgültigen Zahlen werden im November bekanntgegeben.

Die Luftfahrtbranche stehe weiterhin vor „der größten Bedrohung ihrer Geschichte“, sagte Johan Lundgren. Der CEO von Easyjet forderte mehr Unterstützung von der britischen Regierung. Bisher hat die Airline aus dem englischen Luton einen staatlichen Kredit von 600 Millionen Pfund erhalten.

Die Lage hatte sich zuletzt aufgrund neuer Reisewarnungen und Quarantäneregeln in Europa wieder verschlechtert. „Die Kunden buchen sehr spät, die Sichtbarkeit bleibt begrenzt“, erklärte Easyjet. Bis Ende Dezember will das Unternehmen nur noch 25 Prozent des Flugplans fliegen. Im August hatte es sein Programm nach dem Ende des Lockdowns schon auf 52 Prozent hochgefahren. Doch wegen der neuen Reisebeschränkungen wurden die Kapazitäten ab September wieder auf unter 40 Prozent gesenkt, um Kosten zu sparen.

Mit dem „vorsichtigen und konservativen Ansatz“ zum Flugplan habe man den Cash-Verbrauch verlangsamt, sagte Lundgren. Obendrein hat er Flugzeuge für 608 Millionen Pfund verkauft und zurückgeleast, zusätzliche 419 Millionen Pfund Kapital bei den Anlegern eingesammelt und den Abbau von 30 Prozent der Stellen angekündigt.

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    Kritik vom Großaktionär

    Ende September lagen die Barreserven bei 2,3 Milliarden Pfund, die Schulden bei 1,1 Milliarden Pfund. Das Unternehmen verbrennt rund 700 Millionen Pfund pro Quartal. Das ist aktuell mehr als der Umsatz, der im vierten Geschäftsquartal nur 620 Millionen Pfund betrug. Man prüfe weitere Liquiditätsmaßnahmen, darunter den Verkauf weiterer Flugzeuge, teilte Easyjet mit. Auch eine weitere Kapitalerhöhung scheint unausweichlich, wenn sich der Flugverkehr nicht bald erholt.

    Darüber hinaus will Easyjet die Dividende streichen. Das ruft wieder den größten Anteilseigner und Firmengründer Stelios Haji-Ioannou auf den Plan. Er sagte der „Financial Times“, Lundgren solle aufhören, das Geld der Aktionäre zu verschwenden. Haji-Ioannou hatte dieses Jahr vergeblich versucht, Lundgren und weitere Verwaltungsratsmitglieder aus dem Board zu entfernen.

    Die Zahlen unterstreichen das Ausmaß der Krise: Im vierten Geschäftsquartal beförderte die Airline 9,4 Millionen Passagiere – zwei Drittel weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum. Im Gesamtjahr waren es 48 Millionen Passagiere, ein Minus von 50 Prozent. Die Auslastung der Maschinen lag im vierten Geschäftsquartal bei 76 Prozent. Vor Corona waren es über 90 Prozent.

    Angesichts der unsicheren Pandemie-Lage wollte der Konzern keine Prognose für das Geschäftsjahr 2021 abgeben. Easyjet, Ryanair und Co. hoffen darauf, dass die britische Regierung endlich Corona-Tests an den Flughäfen einführt, um das Sicherheitsgefühl der Passagiere zu erhöhen.

    Mehr: Easyjet reagiert auf neue Reisewarnungen und verkleinert sein Flugangebot

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